Bleibt der Franzose doch?

Watzke hält Dembélé-Wechsel für unsicher: „Unter 50 Prozent"

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BVB-Chef Hans-Joachim Watzke äußerte sich erneut über die Causa Ousmane Dembélé.

In "Wontorra - der Fußball-Talk" bei Sky äußerten sich BVB-Chef Hans-Joachim Watzke und Dietmar Hamann über das Transfer-Theater von Noch-Dortmund-Spieler Ousmane Dembélé.

München - Noch immer scheint ganz Fußball-Deutsch über den vermeintlichen Wechsel von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona zu diskutieren. Schien ein Transfer des Franzosen noch vor wenigen Tagen als sehr wahrscheinlich, so soll ein Wechsel laut BVB-Chef Hans-Joachim Watzke mittlerweile auf wackeligen Beinen stehen.   

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund) ...

... zum Streitfall Dembélé: "Der Ousmane tanzt uns nicht auf der Nase herum, er hat einfach seine Arbeit verweigert. Das gibt es, und das ist offenbar eine neue Qualität. Er hat erst gestreikt und ist dann suspendiert worden. Zwischenzeitlich wurde auch von Spielerseite noch nicht um Beendigung der Suspendierung gebeten. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder Barcelona zahlt die Summe, die wir uns vorstellen. Wenn wir unsere Forderung zeitnah erfüllt bekommen, dann wird es den Transfer geben. Wir sind nicht verhandlungsbereit. Oder wenn sie nicht zahlen, dann ist er am 1.9. wieder da. Ich bin mir sicher, dass er dann auch wieder ganz gerne spielt. Wenn es so kommt, dann muss der Spieler deutlich vor dem Verein und der Mannschaft mea culpa machen. Dass sich die Mannschaft momentan von seinem Verhalten distanziert, das ist doch die Normalität. Ousmane ist eigentlich ein netter Kerl, aber was er gemacht hat, das geht natürlich nicht. Den ganzen Scheiß, den ich mit 20 fabriziert habe. Wenn mir das heute noch auf das Butterbrot geschmiert würde, dann wären das aber dicke Stullen."

... zu einem möglichen Dembélé-Wechsel: "Ich sehe die Transfer-Wahrscheinlichkeit von Ousmane Dembélé unter 50 Prozent. Wenn es so kommt, dann werden wir analysieren, ob wir noch etwas machen müssen oder nicht. Wenn wir uns dann entscheiden, noch etwas zu machen, dann haben wir da sicherlich auch schon Vorstellungen."

Watzke: Barcelona schuld an Dembélés Streik

... zum Austausch mit dem FC Barcelona: "Man muss sich ehrlicherweise mal über die Rolle des ruhmreichen Klubs FC Barcelona unterhalten. Wir haben uns donnerstags mit den Vertretern des Klubs getroffen. Das gebietet der Respekt vor einem, wie ich damals vor ein oder zwei Wochen noch glaubte, wirklich großen und top seriösen Verein. Wir haben dabei festgestellt, dass unsere Vorstellungen sehr weit auseinander liegen und sind dann ergebnislos und mit einer große Lücke auseinander gegangen. Völlig überraschend kommt er dann freitags nicht zum Training. Glauben sie ganz ehrlich, dass ein 20-jähriger dann ohne das Wohlwollen des neuen Klubs sagt, ich komme nicht zum Training. Niemals im Leben. Ousmane hätte das für keinen anderen Verein auf der Welt gemacht, das wissen wir schon."

... zu Veränderungen bei den Transferbestimmungen: "Die UEFA muss beschließen, dass zum 01.08. oder spätestens zum 08.08. Schluss ist mit dem ganzen Theater. Das ist doch besser als in der Saison. Die Deutschen freuen sich doch auf die Bundesliga und nicht auf diese ganze Transfer-Scheiße. Wir müssen den Fußball wieder mehr in den Mittelpunkt stellen."

... zur Personalie Pierre-Emerick Aubameyang: "Fakt ist, dass er bei uns spielt. Da brauchen wir keine weitere Sekunde darüber diskutieren. Dann habt ihr mehr Sendezeit für die aktuelle Saison."

... zum Auftaktsieg in Wolfsburg: "Es war sehr souverän. Man hatte in den Medien das Gefühl, dass es total unruhig war. Dabei war es eigentlich total ruhig. Das hat man auch auf dem Platz gesehen."

... zur Konkurrenzsituation in der Bundesliga: "Wir wollen keinen Angriff auf irgendjemanden starten. Wir spielen nur für uns. Man gewinnt kein Spiel mehr dadurch, dass man in der Öffentlichkeit große Ziele propagiert. Intern sind wir natürlich schon ambitioniert, da können alle sicher sein."

Watzke: Götze spielt jetzt wie Iniesta

... zum Comeback von Mario Götze: "Wir hoffen und glauben alle, dass Mario Götze wieder zur zentralen Figur in Dortmund wird. Peter Bosz traut Mario eine ganz besondere Rolle zu. Mario hat sich auch ein bisschen verändert. Er spielt eher unspektakulär. Nicht mehr so wie mit 21 oder 22, da hat er versucht, wie Messi zu spielen. Hochgegriffen spielt er jetzt wie Iniesta, das heißt, er versucht, mehr Einfluss auf das Spiel zu nehmen und die Bälle zu verteilen."

... zu Trainer Peter Bosz: "Für uns ging es darum, einen Trainer zu bekommen, der sehr unaufgeregt und professionell im Umgang ist. Er ist sehr konzentriert, sehr fokussiert und wirkt beruhigend auf die Mannschaft. In der Dreierkonstellation mit Michael Zorc, Petr Bosz und mir ist es wieder sehr vertrauensvoll."

... zur abgelaufenen Spielzeit: "Es war eine schwere Saison, weil wir zu viel mit Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt waren. Das waren wir viele Jahre nicht gewohnt. Deswegen war es schon sehr anstrengend. Dass man nach so einem Jahr ein bisschen angeschlagen ist, das ist völlig normal."

... zur Trennung von Thomas Tuchel: "Es hat in der Saison Dinge gegeben, die wir nie an die große Glocke gehangen haben, weil das nicht unser Stil ist. Ich könnte jetzt Sachen erzählen, dann würde man sagen, jetzt verstehe ich das. Das mache ich aber nicht, weil der Thomas Tuchel noch eine sehr große Trainerkarriere vor sich hat. Davon bin ich überzeugt. Wer bei Borussia Dortmund Angestellter ist oder war, der hat das Recht darauf, dass Dinge intern behandelt werden. Ich weiß, dass das nicht allen gefällt, aber bei uns ist das so. Ich werde keine schmutzige Wäsche waschen. Das Thema ist Geschichte."

... zum HSV und der Kritik von Investor Kühne: "Ich kann gut verstehen, dass er nicht glücklich ist. Das ist natürlich ein Clash der Kulturen. Da geht es um einen sehr erfolgreichen Unternehmer, der es gewohnt ist, dass alle sofort nicken und ihre Ergebenheit zum Ausdruck bringen. Im Fußball funktioniert das ein bisschen anders. Wichtig ist, dass du auch die Fußballersprache beherrschst."

Hamann: „..., dann wäre das schon skandalös für einen Verein wie den FC Barcelona“

Sky Experte Dietmar Hamann ...

... zum Auftaktsieg in Wolfsburg: "Die Wolfsburger waren sicher nicht gut, aber das lag auch an den guten Dortmundern. Die Art und Weise war sehr beeindruckend. Die Rückkehr von Mario Götze hat der Mannschaft sehr gut getan."

... zur Technikpanne beim Videoschiedsrichter: "Das ist schon eine peinliche Situation für die Liga und den Dienstleister. Hoffen wir mal, dass es schnell behoben wird. Das muss schon geregelt werden."

... zur Kreuzbandverletzung von Nicolai Müller nach dem Torjubel: "Über den Jubel kann man streiten. Er dreht sich auf Kunstrasen um die eigene Achse. Da ist immer die Gefahr, dass etwas passiert. Das ist bitter für den Spieler, aber auch für den Verein. Sie werden jetzt noch jemanden holen müssen."

... zur Rolle des FC Barcelona im Streitfall Dembélé: "Herr Watzke hat es ja nicht bestätigt, aber wenn das so sein sollte, dann wäre das schon skandalös für einen Verein wie den FC Barcelona. In Liverpool gibt es gerade mit Coutinho einen ähnlichen Fall."

SID

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