Sieg gegen Niederlande

Rapinoe führt US-Frauen zum vierten WM-Titel

Carli Lloyd (M) hält den WM-Pokal inmitten der jubelnden US-Spielerinnen. Foto: Sebastian Gollnow
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Carli Lloyd (M) hält den WM-Pokal inmitten der jubelnden US-Spielerinnen. Foto: Sebastian Gollnow
Die US-Spielerinnen, darunter Abby Dahlkemper (4.v.l.), Megan Rapinoe (M), Tierna Davidson (3.v.r.), Mallory Pugh (2.v.r.) und Tobin Heath feiern kurz nach Spielende. Foto: Sebastian Gollnow
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Die US-Spielerinnen, darunter Abby Dahlkemper (4.v.l.), Megan Rapinoe (M), Tierna Davidson (3.v.r.), Mallory Pugh (2.v.r.) und Tobin Heath feiern kurz nach Spielende. Foto: Sebastian Gollnow
US-Spielerinnen Megan Rapinoe (l-r), Rose Lavelle und Tobin Heath jubeln nach Lavelles Tor zum 2:0. Foto: Sebastian Gollnow
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US-Spielerinnen Megan Rapinoe (l-r), Rose Lavelle und Tobin Heath jubeln nach Lavelles Tor zum 2:0. Foto: Sebastian Gollnow
Oranje hielt lange Zeit gut mit. Foto: Sebastian Gollnow
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Oranje hielt lange Zeit gut mit. Foto: Sebastian Gollnow
Alex Morgan aus den USA (l) im Zweikampf mit Stefanie van der Gragt aus den Niederlanden. Foto: Sebastian Gollnow
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Alex Morgan aus den USA (l) im Zweikampf mit Stefanie van der Gragt aus den Niederlanden. Foto: Sebastian Gollnow
Megan Rapinoe aus den USA jubelt nach dem Tor zum 1:0. Foto: Sebastian Gollnow
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Megan Rapinoe aus den USA jubelt nach dem Tor zum 1:0. Foto: Sebastian Gollnow

Auch Europameister Niederlande konnte den Siegeszug des US-Teams im Finale nicht stoppen. Rapinoe und Co. machten den vierten WM-Titel mit einem 2:0-Sieg perfekt. Für Rapinoe war es ein Dreifach-Triumph: Sie wurde auch beste Spielerin und beste Torschützin.

Lyon (dpa) - Welch ein Triumph für Megan Rapinoe und die US-Fußballerinnen! Neben dem WM-Pokal räumte der vor Freude strahlende US-Superstar im französischen Lyon auch den Goldenen Ball für die beste Spielerin der Weltmeisterschaft und den Goldenen Schuh für die beste Torschützin ab.

Nach dem 2:0 (0:0)-Triumph gegen die Niederlande ging es mit Champagner und Bier und den Goldmedaillen um den Hals für Rapinoe und ihre Teamkolleginnen in der US-Kabine hoch her. Zuvor hatte US-Legende Carli Lloyd den von FIFA-Präsident Gianni Infantino und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron überreichten WM-Silberpokal in den Himmel von Lyon gereckt.

"Das Niveau im Frauenfußball ist insgesamt sehr gestiegen seit der letzten WM. Es war eine große Herausforderung, und die Niederlande hat es uns sehr schwer gemacht. Deshalb bin ich unglaublich stolz auf mein Team", sagte US-Trainerin Jill Ellis nach dem Finale auf der Pressekonferenz, als ihr Handy plötzlich laut klingelte. "Das ist wahrscheinlich meine Mutter", sagte sie schmunzelnd, schaute auf das Display und drückte das Gespräch kurzerhand weg. "Es ist meine Mutter. Aber ich habe jetzt keine Zeit, mit ihr zu plaudern. Sie wird schön angepisst sein", sagte die 52-Jährige unter dem Gelächter der internationalen Presse.

Zuvor hatte Rapinoe die USA zum vierten WM-Sieg nach 1991, 1999 und 2015 geführt. Damit verteidigten die USA den vor vier Jahren in Kanada gewonnenen Titel. Zwei WM-Erfolge hintereinander gelangen zuvor nur der deutschen Auswahl 2003 und 2007. Vor 57.900 Zuschauern erzielten Rapinoe (61. Minute/Foulelfmeter) und Rose Lavelle (69.) die Treffer zum letztlich verdienten Erfolg.

US-Präsident Donald Trump gratulierte via Twitter: "Amerika ist stolz auf euch alle!" Trump-Kritikerin Rapinoe und einigen anderen Spielerinnen dürfte das aber egal sein. "Ich gehe nicht ins Weiße Haus", sagte die frühere Frankfurterin Ali Krieger im ZDF. Rapinoe hatte kürzlich auf die Frage, ob sie sich nach einem möglichen Gewinn des WM-Titels über eine Einladung Trumps ins Weiße Hause freuen würde, gesagt: "Ich werde nicht in das beschissene Weiße Haus gehen."

Bereits am Samstag hatte sich Deutschland-Bezwinger Schweden mit 2:1 gegen England im Spiel um Platz drei durchgesetzt. Kosovare Asllani (11.) und Sofia Jakobsson (22.) bescherten den Skandinavierinnen bei einem Gegentor von Fran Kirby (31.) die Bronzemedaille.

"Megan ist geboren für solche Erfolge, wir brauchen solche Spielerinnen und Vorbilder", lobte Trainerin Ellis ihre Anführerin, die zunächst zur Dopingkontrolle musste. Sie sei besonders stolz auf die jungen Spielerinnen, erklärte Rapinoe dann später auf der Pressekonferenz. "Es war sehr schwierig, den Titel erneut zu gewinnen. Wir hatten viel Druck und auch viele enge Matches."

Mit der von einer Oberschenkel-Blessur genesenen Rapinoe in der Startelf wollten die Amerikanerinnen von Anfang Druck ausüben, fanden aber lange nicht wie gewohnt ins Spiel. So gelang erstmals bei dieser WM kein Tor in der ersten Viertelstunde, auch weil die Niederländerinnen vor den Augen ihres Königs Willem-Alexander kompakt und aufmerksam verteidigten. Nach Ballgewinnen schalten sie schnell um und suchten selbst den Weg nach vorn. Ein Tor gelang aber nicht.

Bei 31 Grad im Stade de Lyon dauerte es bis zur 28. Minute, ehe die US-Girls sich die erste große Chance der Partie erspielten. Im Fallen prüfte Julie Ertz Oranje-Torhüterin Sari van Veenendaal, die danach mehr und mehr in den Blickpunkt rückte. Bei einer Doppelchance von Starstürmerin Alex Morgan (38./40.) parierte die 29-Jährige vom WFC Arsenal prächtig und verhinderte den Rückstand vor der Pause.

Als Stefanie van der Gragt nach gut einer Stunde Morgan bei der Ballannahme im Strafraum regelwidrig attackierte, schaute sich die französische Schiedsrichterin Stephanie Frappart die Szene nach Rücksprache mit dem Video-Referee noch einmal an und entschied zu Recht auf Elfmeter. Rapinoe verwandelte auch ihren dritten Turnierelfmeter sicher und brachte ihr Team so auf die Siegerstraße. Wie US-Stürmerin Morgan und die Engländerin Ellen White traf Rapinoe damit in Frankreich sechsmal, benötigte dafür aber die wenigsten Spielminuten und sicherte sich den Goldenen Schuh.

Mit dem 2:0 durch einen unhaltbaren Distanzschuss von Lavelle war der Widerstand der Niederländerinnen endgültig gebrochen. Allein Torhüterin van Veenendaal konnte sich noch einmal freuen, als sie mit dem Goldenen Handschuh für die beste WM-Torfrau ausgezeichnet wurde. Beste Nachwuchsspielerin wurde die Deutsche Giulia Gwinn.

FIFA-Liveblog zum Finale

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