Leistungseinbußen von drei bis fünf Prozent

Sport-Professor: "Tattoos bei Bundesliga-Spielern verbieten"

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Daniel Ginczek

Wenn‘s nach Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln geht, haben kunstvoll verzierte Profis in der Bundesliga schlechte Karten. Der Wissenschaftler fordert sogar ein Tattoo-Verbot.

Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule hat die Bundesligisten für ihren Umgang mit tätowierten Fußball-Profis kritisiert. "Ich würde Tätowierungen verbieten. Bei den Klubs wird jede Kleinigkeit ernst genommen, da geht dieses Verhalten gar nicht", sagte der 60-Jährige dem SID: "Den Vereinen würde es gut tun, ihrer Verantwortung und der Leistungsfähigkeit ihrer Spieler mehr Beachtung zu schenken."

Laut Froböse belegen diverse Studien, dass die Profis in der ersten Zeit nach einer Tätowierung Leistungseinbußen von drei bis fünf Prozent erleiden würden. "Die Haut ist das größte Organ, das wir haben. Und wir vergiften es", hatte der Wissenschaftler zuvor im ARD-Morgenmagazin gesagt.

Weitere Untersuchungen hätten demnach ergeben, dass 60 bis 70 Prozent der Tinte nicht in der Haut blieben, sondern in die Blutbahn gingen. "Die Regeneration leidet darunter, die Frische ist nicht mehr voll da", sagte Froböse und verwies auf "grüne und blaue Lymphknoten". Zudem würden großflächige Tattoos die Fähigkeit zu Schwitzen sowie die Thermoregulation beeinflussen.

Kurz vor dem DFB-Pokalfinale im Mai hatte es bei Bundesligist Eintracht Frankfurt Ärger um ein Tattoo gegeben. Abwehrspieler Guillermo Varela wurde für das Finale gegen Borussia Dortmund (1:2) suspendiert. Er hatte sich entgegen der Anweisung von Trainer Niko Kovac und des Rats der Ärzte ein Tattoo stechen lassen, das sich im Anschluss entzündete. In der Sommerpause präsentierten unter anderem Nationalspieler Leroy Sané und Kölns Torwart Timo Horn großflächige Rücken-Tattoos.

SID

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