„Finde die Vergabe an Katar nicht gut“

Wut-Monolog! DFB-Star kritisiert WM-Gastgeber Katar deutlich - „Punkte, die absolut inakzeptabel sind“

Toni Kroos (l.) sprach deutlich wie kein anderer aus seinem Team über die Lage in Katar.
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Toni Kroos (l.) sprach deutlich wie kein anderer aus seinem Team über die Lage in Katar.

Die Kritik an der WM in Katar wird immer lauter. Nun sprach ein DFB-Star als erster prominenter Fußballer offen und konkret über die Missstände beim Ausrichterland.

Madrid - So deutlich wurde bisher noch kaum ein Profi, geschweige denn ein Nationalspieler. Toni Kroos*, Mittelfeld-Star von Real Madrid und Weltmeister von 2014, äußerte sich in eindringlicher und bislang nicht vernommener Deutlichkeit zum kommenden WM-Ausrichter Katar. Dabei übte der vierfache Champions-League-Sieger* nicht nur Kritik an den menschenunwürdigen Bedingungen der Gastarbeiter im Emirat.

DFB: Toni Kroos mit Wut-Monolog über Katar - „Das eine sind die Arbeitsbedingungen, ...“

Im gemeinsamen Podcast „Einfach mal luppen“ mit seinem Bruder Felix kommt der 101-fache Nationalspieler auf das anstehende Turnier seines DFB*-Teams zu sprechen und kritisiert die Umstände im Land massiv. „Die Gastarbeiter haben da ein pausenloses Arbeiten bei 50 Grad Hitze, sie leiden unter mangelnder Ernährung, fehlendem Trinkwasser, was bei den Temperaturen ein Wahnsinn ist“, so der 31-Jährige während eines mehrminütigen Monologs.

Kroos bemängelte zudem den Umgang mit den Arbeitern, an denen „eine gewisse Gewalt“ ausgeführt werde. „Die Sicherheit ist überhaupt nicht gewährleistet, es gibt keine medizinische Versorgung“, fuhr er fort. „Ich finde die Vergabe an Katar nicht gut. Das eine sind die Arbeitsbedingungen, das andere, dass Homosexualität dort unter Strafe steht und verfolgt wird“, so Kroos. Das sind Punkte, die absolut inakzeptabel sind."

DFB: Ex-Bayern-Star Toni Kroos thematisiert einen WM-Boykott - und sieht den Fußball in der Pflicht

Auch einen Boykott thematisiert der ehemalige Profi des FC Bayern. „Was bringt ein Boykott? Ändern sich dann die Arbeitsbedingungen: Ich denke, nein“, so der Real-Star. Auch er befürworte die Meinung, dass das Turnier die Aufmerksamkeit auf die großem Probleme des Golfstaats lenken und damit auch Entwicklungen vorantreiben könnte.

„Der Fußball kann und muss darauf extrem aufmerksam machen, immer wieder. Vielleicht auch im Vorfeld oder während so eines Turniers.“ Der Star fordert also Aktionen während der umstrittenen Winter-WM und will scheinbar auch während der Endrunde seine Stimme für Menschenrechte erheben. Nach Recherchen des Guardian starben in den letzten zehn Jahren über 6500 Arbeiter aus fünf asiatischen Ländern in Katar.

Vor ihrem ersten WM-Qualifikationsspiel gegen Island setzte die Nationalelf mit selbst bemalten T-Shirts die Botschaft „HUMAN RIGHTS“, wie es das norwegische Team am Abend zuvor getan hatte. Allerdings setzte es nur kurz drauf angesichts des im Werbe-Stil inszenierten DFB-Internetvideos „Making of: Human Rights“ massive Kritik* von den Fans. Kroos fehlt während der derzeitigen Länderspielpause verletzt. (ajr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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