Nach dem Jonker-Aus

Schmidt soll Wölfe aus der Krise führen

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Martin Schmidt ist der Neue auf Wolfsburgs Trainerbank.

Andries Jonker ist nach nur 203 Tagen als Trainer beim VfL Wolfsburg schon wieder Geschichte, nun soll Martin Schmidt den Werksklub aus der Krise führen. Der Schweizer sitzt schon am Dienstag gegen Werder Bremen auf der Bank.

Martin Schmidt verlor keine Zeit, schon vor der Vertragsunterschrift schlüpfte er in seinen neuen Trainingsanzug vom VfL Wolfsburg und stürzte sich in die Arbeit. Team kennenlernen, Gespräche führen, das Abschlusstraining vorbereiten. Denn schon am Dienstagabend sitzt der Schweizer gegen Werder Bremen (20.30 Uhr/Sky) als Nachfolger des erst am Montagmorgen entlassenen Andries Jonker auf der Wölfe-Bank.

"Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe, auch wenn jetzt nicht viel Zeit bleibt, sich einzugewöhnen, da zwei wichtige Spiele vor uns liegen", sagte Schmidt, der im Sommer beim FSV Mainz 05 entlassen worden war. Nach der Partie gegen die ebenfalls kriselnden Bremer trifft Schmidt mit Wolfsburg am Freitag auf Bayern München. "Ich musste und konnte auch nicht lange überlegen", sagte der 50-Jährige.

Schon im Winter Kandidat gewesen

Im Winter war Schmidt schon einmal Trainerkandidat in Wolfsburg, doch stattdessen kam damals Jonker. Der Niederländer schaffte mit dem gefallenen Ex-Meister mit Ach und Krach noch den Klassenerhalt über den Umweg der Relegation, verlor aber am Mittellandkanal zuletzt immer mehr an Rückhalt.

Vier Punkte aus den ersten vier Spielen waren zu wenig für die Ansprüche des Klubs, eine wirkliche Entwicklung war trotz der Investitionen von rund 60 Millionen Euro in die neue Mannschaft nicht wirklich zu erkennen. Und so musste Jonker nach nur 203 Tagen im Amt wieder gehen.

"Ausschlaggebend für uns, diesen Schritt zum jetzigen Zeitpunkt zu vollziehen, waren nicht allein die jüngsten Eindrücke des Stuttgart-Spiels, sondern auch die in den zurückliegenden Wochen wahrnehmbare Stagnation in der Entwicklung unserer erst im Sommer in weiten Teilen neu formierten Mannschaft", sagte Geschäftsführer Wolfgang Hotze nach einer Krisensitzung am Morgen.

„Kämpfer“ Schmidt soll eine Mannschaft formen

Nun soll Schmidt aus der Ansammlung von talentierten und teuren Einzelkönnern endlich eine Mannschaft formen. "Ich bedanke mich bei Martin Schmidt, dass er so kurzfristig zugesagt hat. Wir sind davon überzeugt, dass er mit seiner Erfahrung und seinen Stärken sehr gut zum VfL passt", sagte Sportdirektor Olaf Rebbe: "Wir haben in dieser Woche zwei schwierige Spiele vor der Brust und somit keine Zeit zu verlieren, wollten aber auch keine Interimslösung anstreben, sondern sofort den neuen Cheftrainer installieren."

Und am Ende ging wirklich alles ganz schnell. Nur rund dreieinhalb Stunden nach der Trennung von Jonker wurde Schmidts Verpflichtung offiziell bestätigt, der ehemalige Skilehrer und Automechaniker erhält beim Auto-Klub einen Vertrag bis 2019.

Und steht vor einer riesigen Aufgabe, denn seit dem Sieg im DFB-Pokal und der Vizemeisterschaft 2015 konnten weder Dieter Hecking noch Valerien Ismael oder Jonker das Team wieder in die Spur bringen.

Doch Schmidt ist hart im Nehmen - und ein Kämpfer. "Mein Arzt hat mal gesagt, ich stecke Kreuzbandrisse weg wie andere Menschen Erkältungen", berichtete der Mann mit der Prinz-Eisenherz-Frisur einst schmunzelnd. Insgesamt siebenmal krachte es ganz böse im Knie des Eidgenossen, zudem brach er sich einmal zwei Halswirbel.

sid

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