Trainerfrage in Wolfsburg

Bleibt er oder geht er? Thema Labbadia überlagert alles

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Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia (l) und Geschäftsführer Sport Jörg Schmadtke. Foto: Peter Steffen

Bruno Labbadia werde den VfL Wolfsburg nach dieser Saison verlassen - so viel schien nach den Aussagen der vergangenen Woche klar. Nach dem 1:1 gegen Bremen betonten der Trainer und vor allem Sportchef Jörg Schmadtke jedoch: So sicher ist das noch nicht.

Wolfsburg (dpa) - Bruno Labbadia schüttelte kurz den Kopf und verschwand in der Kabine. "Ein bisschen traurig fühlt sich das an", sagte der Trainer des VfL Wolfsburg nach dem 1:1 (0:0) gegen Werder Bremen.

Man muss an dieser Stelle extra betonen: Labbadia meinte damit nur das Spiel und die verpasste Rückkehr auf einen der Europa-League-Plätze der Fußball-Bundesliga. Über seine eigene Zukunft und über die rund um dieses Thema entstandene Unruhe in Wolfsburg sprach der 53-Jährige deutlich weniger offen.

Inner- und außerhalb des VfL dreht sich alles im Moment nur um zwei Fragen: Ist Labbadia auch in der nächsten Saison noch Trainer in Wolfsburg oder nicht? Und kann Labbadia in der nächsten Saison überhaupt noch Trainer in Wolfsburg sein, wenn er sich mit seinem Vorgesetzten Jörg Schmadtke persönlich überhaupt nicht versteht?

Nahezu alle Beobachter rund um die Volkswagen-Arena beantworten beide Fragen mit einem klaren Nein, seitdem der Geschäftsführer Sport sein angespanntes Verhältnis zu Labbadia in der vergangenen Woche öffentlich gemacht hat. Schmadtke selbst sagte dazu allerdings nach dem Werder-Spiel: "Damit wäre ich vorsichtig."

Der Wolfsburger Sportchef legt wert auf die Feststellung, dass der Weggang von Labbadia bislang nur eine Interpretation, aber keine beschlossene Sache sei. "Es gibt keine Aussage von mir, dass es nicht weitergeht", sagte Schmadtke. "Das private Verhältnis spielt überhaupt keine Rolle, was irgendwelche Entscheidungen und die tägliche Arbeit angeht." Er könne das eine von dem anderen trennen.

Fakt ist also vorerst nur: Es wird im April ein Gespräch zwischen beiden über die mögliche Verlängerung des auslaufenden Trainervertrags geben. Bis dahin sprechen Schmadtke und Labbadia im Alltag weiterhin nur über das Nötigste. In strategischen Fragen wie der Kaderplanung und der Investitionsbereitschaft des Vereins waren beide schon im Januar unterschiedlicher Meinung. Der Trainer hätte nach der Verletzung von Daniel Ginczek gern noch einen weiteren Stürmer verpflichtet. Der Geschäftsführer Sport lehnte ab.

Trotzdem ist Labbadia aktuell in einer starken Position. Er hat aus dem Beinahe-Absteiger VfL Wolfsburg einen Europa-League-Kandidaten geformt. Seine weitere Trainerkarriere hängt nicht davon ab, ob er bei dem Volkswagen-Club einen neuen Vertrag unterschreibt oder nicht.

Schon in der vergangenen Woche wurde er von wem auch immer mit dem FC Schalke 04 in Verbindung gebracht. In einem "Bild"-Podcast sprach er über seine Lust auf ein "Abenteuer" in China oder Japan. Hinzu kommt: In der Öffentlichkeit steht Schmadtke als derjenige da, der die Unruhe in Wolfsburg mit seinen Aussagen entfacht hat. Labbadia sagte auch am Sonntag nur: "Ich arbeite so, als wenn ich die nächsten zehn Jahre hier bin. Das ist mein Anspruch. Ich kann noch nicht sagen, wie es ausgeht, weil ich mir im Moment darüber Gedanken mache."

Schmadtke dagegen hat in dieser komplexen Angelegenheit mehr zu verlieren. Ihm droht der Verlust eines erfolgreichen Trainers - und zumindest öffentlich der Makel, daran nicht ganz unschuldig zu sein. Und auch wenn sich alle drei Fälle nicht miteinander vergleichen lassen: Das persönliche Verhältnis dieses erfahrenen Fußball-Managers zu den jeweiligen Trainern war auch bei seinen beiden vorangegangenen Stationen ein Thema. Hannover 96 erreichte 2011 und 2012 die Europa League, obwohl sich Schmadtke und Mirko Slomka nicht mochten. Beim 1. FC Köln begann der Absturz 2017 in dem Moment, in dem sich auch die Zusammenarbeit zwischen Schmadtke und Peter Stöger verschlechterte.

Der einzige, der die Unruhe in Wolfsburg am Sonntag ganz entspannt weglächelte, war der dienstälteste Spieler Robin Knoche. Der Verteidiger hat in den vergangenen drei Jahren vier Trainer, drei Sportchefs und zwei Abstiegsrelegationen erlebt. Er sagte nur: "Wir hatten hier in den letzten Jahren schon genug andere Turbulenzen."

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