DFL-Boss Seifert sieht Klubs in der Pflicht

Schiri-Boss Fröhlich entkräftet Manipulationsvorwürfe gegen Krug

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DFB-Schiedsrichterchef Lutz-Michael Fröhlich (l) und Hellmut Krug, damaliger Projektleiter Video-Assistent beim DFB und der DFL (Foto vom 06.02.2017).

Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich hat die Manipulationsvorwürfe gegen den abgesetzten Videochef Hellmut Krug entkräftet. DFL-Boss Christian Seifert hat die Klub-Verantwortlichen fordert von den Vereinen mehr Unterstützung.

"Nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten und nach Kontrolle der visuellen und akustischen Dokumentation aus dem Review Center kann ich nichts erkennen, was auf eine Manipulation hindeuten würde", sagte der Elite-Kommissionsvorsitzende des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der Frankfurter Rundschau.

Die Bild hatte berichtet, dass Krug in seiner Rolle als Supervisor während der Bundesliga-Partie zwischen Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg (1:1) am 10. Spieltag unerlaubt eingegriffen habe. Der Gelsenkirchener Krug habe den Video-Assistenten Marco Fritz zweimal bei Strafstoß-Entscheidungen zu Gunsten der Königsblauen überstimmt.

Fröhlich stellt dies anders dar. "Der Video-Assistent Marco Fritz hat fachlichen Rat vom Supervisor gefordert, aber dabei keine Entscheidungsvorgabe von ihm erhalten", erklärte der 60-Jährige: "Er hat seine Entscheidung eigenständig getroffen und dem Schiedsrichter mitgeteilt. An der Entscheidungsfindung gibt es nichts zu beanstanden."

Der DFB hat den früheren FIFA-Schiedsrichter Krug dennoch am Montag als Projektleiter des Videobeweises abgesetzt und damit auf die anhaltende Kritik reagiert. Krugs Aufgaben wurden von Fröhlich übernommen.

Debatte um Videobeweis: DFL-Boss Seifert sieht Klubs in der Pflicht

DFL-Boss Christian Seifert hat die Klub-Verantwortlichen für die Debatte um den Videobeweis mitverantwortlich gemacht und fordert von ihnen mehr Unterstützung für die Neuerung. "Leider stehen bei den derzeitigen Diskussionen vor allem die strittigen Szenen im Vordergrund, wozu manche Kommentare aus der Liga beigetragen haben", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) dem kicker: "Von daher sollten alle Beteiligten inklusive der Klubs und ihrer Protagonisten verantwortungsbewusst genug sein, diesen richtigen Schritt nicht kaputt zu reden."

Seifert verteidigte zudem den DFL-Vorschlag einer strukturellen Neuordnung des Schiedsrichterwesens außerhalb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und nannte die vom Verband ausgegliederten Profi-Schiedsrichter in England als Vorbild. "Eine solche Organisation gibt es in anderen Ländern bereits, etwa in England. Dabei geht es um transparente Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und die Fokussierung auf das Wesentliche", äußerte der 48-Jährige: "Eine eigenständige Schiedsrichter-Organisation wäre zudem auch im Sinne des DFB selbst."

SID

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