96-Sportchef Heldt findet Gedanken gut

Nach Pistorius-Vorschlag: Politik-Kollegen gegen Pyro-Zonen

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Heiße Angelegenheit: Ultras schrecken immer wieder mit Pyrotechnik im Stadion auf.

Der Vorschlag von Boris Pistorius zur Legalisierung von Pyrotechnik in einigen Stadionabschnitten ruft geteiltes Echo hervor. Aus der Politik hagelt es Kritik.

Dresden - Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Sachsens Innenminister Markus Ulbig, hat sich strikt gegen eine begrenzte Zulassung von Pyrotechnik in Fußballstadien ausgesprochen. In einer schriftlichen Stellungnahme teilte der CDU-Politiker dem MDR mit, dass ihn der Vorschlag seines niedersächsischen Amtskollegen Boris Pistorius (SPD) "sehr überrascht" habe. Bisher habe es in der Innenministerkonferenz immer die einheitliche Meinung gegeben, dass Pyrotechnik in den Stadien nichts zu suchen habe.

"Feuerwerkskörper und Bengalos mögen bei speziell gesicherten Freilichtveranstaltungen und fachmännischer Bedienung schön anzuschauen sein", sagte Ulbig: "In einem Fußballstadion, wo viele tausend Menschen, Familien mit Kindern eng beisammen stehen, sind diese bis zu 1000 Grad heißen Brennsätze einfach nur extrem gefährlich. Sie können nicht nur schwere Verbrennungen auslösen, sondern auch eine Massenpanik."

Pyrotechnik in der Kurve: Solche Bilder gibt es mittlerweile immer häufiger in deutschen Stadien zu sehen.

Ulbig: „Echte Fußballfans nicht bestrafen“

Ulbig kündigte zugleich an, dass er sich demnächst mit Vertretern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der Innenressorts zusammensetzen und über das Thema Fangewalt beraten werde. Man müsse sich eng abstimmen und "gemeinsam auf Sanktionsmaßnahmen einigen, die die wenigen Chaoten treffen und die echten Fußballfans nicht bestrafen". Erst dann "sollten wir öffentlich, auch mit den Fangruppen, darüber diskutieren".

Fans und Forscher loben Grindel-Vorstoß: „Positives Signal“

Wie Ulbig lehnt auch CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach den Einsatz von Pyrotechnik ab. "Was für ein Gedankengang steht denn dahinter, zu sagen, Pyro ist sehr gefährlich und kann sogar lebensgefährlich sein, in einem Block dann lassen wir das allerdings zu", sagte Bosbach im rbb-Inforadio: "Das wäre doch ein ganz widersprüchliches Verhalten. Man kann doch nicht sagen, in dem einen Block erlauben wir es, in dem anderen Block verbieten wir es. Entweder, etwas ist erlaubt, oder etwas ist verboten."

Hannovers Sportchef Horst Heldt begrüßt dagegen den Vorschlag von Pistorius. Es müsse einen Dialog geben. „Ich finde es mutig und auch erstmal richtig, überhaupt das zu einem öffentlichen Thema zu machen“, versicherte der Ex-Profi. „Ob dann alles haltbar ist, wird sich zeigen.“

dpa

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