ECA-Rücktritt

Rummenigge: So steht es um die Superliga

Der scheidende ECA-Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge schließt eine europäische Superliga unter Abspaltung der großen Fußball-Vereine zumindest für die nähere Zukunft aus.

München - „Bayern München würde das nicht mitmachen“, sagte Vorstandschef Rummenigge in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag).

„Zumindest bis zum Jahr 2024“ sei nach der jüngsten Reform der Champions League sowie weiteren Abmachungen mit dem Dachverband UEFA die Gründung einer Superliga kein Thema für die Vereine. Von der Saison 2018/19 an erhalten die vier großen Ligen inklusive der Bundesliga jeweils vier fixe Startplätze für die Gruppenphase. In dieser Saison muss 1899 Hoffenheim als Vierter noch in den Playoffs gegen den FC Liverpool aus der englischen Premier League antreten.

Rummenigge gibt ECA-Rücktritt bekannt

Rummenigge hat am Donnerstag bekanntgegeben, dass er im kommenden Monat nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden der europäischen Clubvereinigung ECA kandidieren werde. „Ich wollte nie zu denen gehören, die an einem Posten kleben“, begründete er. Die ECA sieht der 61-Jährige neun Jahre nach ihrer Gründung „quasi auf Augenhöhe mit den Verbänden“.

Seinen Rückzug vom ECA-Führungsposten begründet Rummenigge auch mit einem notwendigen verstärkten Engagement für den FC Bayern. Der Verein habe sich in den letzten Jahren so entwickelt, dass seine Führung eine große Herausforderung geworden sei. „Wir müssen auch die nächste Generation an der Spitze vorbereiten, sie zunächst begleiten, damit es ein fließender Übergang wird“, sagte er der FAZ.

Für eine größere internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga könnte sich Rummenigge auch die Abschaffung der 50+1-Regel in Deutschland vorstellen: „Vielleicht sollte man jedem Club selbst in Zukunft überlassen, ob ein Investor als Mehrheitseigner eintritt.“

FIFA-Präsident Infantino bedauert Rummenigges Rücktritt als ECA-Chef

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat mit Bedauern auf den Rücktritt von Karl-Heinz Rummenigge als Chef der europäischen Fußball-Clubvereinigung ECA reagiert. „Es war mir ein Vergnügen und eine Ehre, mit „Kalle“ seit vielen Jahren zusammen zu arbeiten, und ich habe seine Loyalität und Aufrichtigkeit immer geschätzt“, sagte Infantino in einer Pressemitteilung des Fußball-Weltverbandes FIFA am Donnerstag und dankte dem Bayern-Vorstandschef für sein Engagement.

Rummenigge sei einer, der immer konstruktive Lösungen für den Fußball zu finden versuche und unter Berücksichtigung der Interessen aller Stakeholder immer die richtige Balance finde. „Seit der Gründung der ECA im Jahr 2008 hat er die Clubvereinigung geführt und sie zu einer hoch angesehenen Organisation entwickelt“, sagte Infantino.

dpa

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