Design-Hochschule urteilt

Ranking: Leipzig hat das schönste Trikot - FCB im Mittelfeld

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Naby Keita im Trikot von RB Leipzig.

Eyecatcher oder modischer Fehltritt: Die Mediadesign Hochschule Düsseldorf hat ganz genau hingeschaut und RB Leipzig zum Trikotmeister gekürt. Der FC Bayern landet nur im Mittelfeld.

Düsseldorf/Frankfurt (SID) Schnickschnack? Nein, danke! Die Leidenschaft der Farbe ist en vogue in dieser Saison. Und geht es nach der Mode-Polizei, dann ist auf dem Laufsteg Fußball-Bundesliga vor allen Dingen der "explosionsartige Schulterdruck" angesagt, mit dem RB Leipzig punkten möchte.

"Dieser spiegelt die Kraft und den Optimismus der jungen Mannschaft wider", befand die Mediadesign Hochschule Düsseldorf (MD.H) über die roten Farbtupfer und kürte die Sachsen kurz vor dem Anpfiff der Punktspielrunde zum "Trikot-Meister 2017/2018". Platz zwei ging an Borussia Dortmund, Bronze gewann Eintracht Frankfurt.

Trikot von Mönchengladbach: „Sehr unfertig“

Prickelnd wie Brause kommt das Heim-Jersey der Leipziger daher. Preislich liegt der Eyecatcher im Mittelfeld (84,95 Euro). Fad wie abgestandener Champagner mutet dagegen das Outfit von Schlusslicht Borussia Mönchengladbach an. "Sehr unfertig, hier fehlt absolut der Kick!", urteilte die Jury unter Vorsitz von Professor Martina Becker über "das sehr reduzierte Design" in Schwarz-Weiß: "So kommt das fette gelbe Sponsorenlogo auf der Brust noch mehr zur Geltung." Die Quittung: Letzter Platz im Ranking - setzen!

Neben Kriterien wie Gesamteindruck, Visualität, Funktionalität des Materials sowie der Details wurde diesmal auch das Preis/Leistungsverhältnis bestimmt, miteinander verglichen und ausgewertet. Die Mediadesign Hochschule vergibt die Auszeichnung des schönsten Heimtrikots der Bundesliga bereits seit 2007.

Auch Dortmund und Frankfurt überzeugen

Hoch in der Fashion-Gunst lag auch Pokalsieger Dortmund mit den "von Schwarz nach Gelb gegengleich verlaufenden Blockstreifen" auf dem Jersey. "Eine neue Interpretation von Streifen", urteilten die Studenten des 4. Semesters der MD.H, die dem Shirt auch eine "überzeugende TV-Wirkung" attestierten. Mit 79,95 Euro ist der BVB-Dress der billigste aus den Top 3.

Dass in den Augen der Fachleute weniger manchmal mehr ist, beweist das schwarz-weiße Frankfurt-Trikot "mit Nadelstreifen". "Elegant wie immer. Rote Steppnähte als Akzent im Seiteneinsatz peppen die Schlichtheit auf", meinten Becker & Co. über die Hessen-Kluft.

Bayerns Retro-Optik überzeugt nicht im TV

Ein wenig abgewatscht wurde in Sachen Style Aufsteiger VfB Stuttgart, der auch nach der Rückkehr ins Oberhaus traditionell auf den roten Brustring setzt. "Schwarze Akzente an Rundhalsausschnitt, Ärmelabschluss und Logos wirken traurig. Wo ist die Innovation?", fragten sich die Spezialisten und meinten über die Knopfleiste und die Waffelstruktureinsätze "Zu altbacken!" Am Ende reichte es nur zu Relegationsplatz 16 vor "Direktabsteiger" FC Augsburg. Verdesignt, heißt das im Fachjargon.

Mit seiner Retrooptik schaffte es Bayern München nur auf Rang acht. Lobende Worte blieben für den Rekordchampion, der noch auf seinen ersten Trikot-Meistertitel der Düsseldorfer Hochschule wartet, trotzdem. "Die weißen, schmalen Netzstreifen auf rotem Grund und die farblich sehr gut integrierten Logos überzeugen auf alle Fälle - nicht nur im TV."

Hoffenheimer Trikot: „Sehr feminin wirkender Strickstehkragen“

Das preiswerteste Trikot (69,95 Euro) landete im Ranking der Mode-Spezialisten immerhin auf Platz vier: Die Brust der Profis des SC Freiburg ziert "Ton in Ton die Silhouette des Schwarzwaldes und schafft somit eine Story zum großen Brustlogo des Sponsors (Schwarzwaldmilch, Anmerk. d. Redaktion)", lautete die Bewertung.

Modisch top, aber wenig TV-tauglich kommen aus Sicht der Jury die Wolfsburger Streifenhörnchen daher. Dieser Look sei "in keiner Weise" fernsehtauglich, "da die Streifen auf dem Rasen wenig Kontrast zeigen und vor dem Fernseher eher flimmern".

Ein wenig an ein Herren-Sakko erinnert das blaue Trikot der Hoffenheimer. Überhaupt nicht gut kam bei den angehenden Modedesignern aus dem Rheinland allerdings "der sehr feminin wirkende Strickstehkragen" der Kraichgauer an. Keine Chance gegen den "explosionsartigen Schulterdruck" aus Leipzig.

SID

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