„Es war unerbittlich“

Götze erklärt seinen FCB-Wechsel: „Du verstehst nicht, wie die Welt funktioniert“

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Mario Götze hat sich zu seiner Bayern-Zeit geäußert.

Mario Götze hat einen ausführlichen Aufsatz über seine Karriere geschrieben und darin unter anderem seinen Wechsel zum FC Bayern München erklärt. 

Dortmund - Noch heute fragt man sich, wie die Karriere von Mario Götze verlaufen wäre, hätte sich der offensive Mittelfeldspieler nie für einen Wechsel von Dortmund nach München entschieden. So offenbar auch Götze selbst. In einem längeren Aufsatz für The Players‘ Tribune erklärt er seinen Transfer zum deutschen Rekordmeister und gibt darin den damaligen FCB-Trainer Pep Guardiola als Hauptgrund an. 

„Im Alter von zehn bis 20 Jahren habe ich in dem gleichen Reihenhaus mit meinen Eltern gelebt, für meinen Heimatverein gespielt und hatte nie Probleme. Dann war ich 20 und hab mich entscheiden, zu gehen“, so Götze. 

Götze: „Ich wusste nicht, was ich tun sollte“ 

Die Entscheidung habe er nicht mitten in der Nacht getroffen, sondern es sei die schwierigste Entscheidung seines Lebens gewesen und dafür habe er sich viel Zeit genommen. „Bayern hat schon im Vorjahr um mich geworben, da habe ich mich gegen einen Wechsel entschieden. Aber als Pep Guardiola als neuer Trainer vorgestellt wurde, haben sie erneut um mich geworben und ich wusste nicht, was ich tun sollte.“

Der 26-Jährige führt aus: „Man muss verstehen, wie ein 20-Jähriger tickt. Erinnerst du dich an die Zeit, in der du 20 warst? Du verstehst noch nicht, wie die Welt funktioniert. Ich hatte nicht die Möglichkeit wegzuziehen, um auf eine Uni zu gehen. Ich habe bis dahin noch nie selbstständig gelebt. Also dachte ich, dass ich eine Veränderung in meinem Leben brauchte und rein-fußballerisch war ich der Meinung, dass mich die Herausforderung unter Pep zu spielen, spielerisch weiterentwickeln würde.“ 

Götze-Wechsel zum FC Bayern kein Fehler

Trotz einer schwierigen Zeit würde Götze allerdings nicht sagen, dass sein Wechsel zu Bayern ein Fehler war. So gibt er an, viel von Pep Guardiola gelernt zu haben. Mit Guardiola hätte man sich stundenlang über verschiedene Taktiken unterhalten können und Götze habe gelernt, den Fußball aus einer komplett neuen Perspektive zu sehen. Noch nie habe er so intensiv und akribisch trainiert wie unter Guardiola. „Ich bin also zwiegespalten, wenn ich über diese Zeit nachdenke. Es war extrem schwer, Dortmund zu verlassen, aber hätte ich diese Erfahrung nicht gemacht und wäre nicht zu Bayern gegangen, wäre die Weltmeisterschaft 2014 dann genau gleich abgelaufen?“ Diese Gedankenspiele über neue Herausforderungen könnten auch für Bayern-Urgestein Thomas Müller interessant werden. Der ehemalige Nationalspieler wird angeblich ebenfalls von Guardiola umworben. 

Götze über die Erwartungshaltung beim FC Bayern: „Es war unerbittlich“

Götze erzählt außerdem über seine Bayern-Zeit nach der gewonnenen Weltmeisterschaft und spricht über den Druck. „Wir sind nach der Weltmeisterschaft für drei Wochen in den Urlaub gefahren und als wir zurückgekommen sind, war es, als wäre nie etwas passiert. Mehr Erwartungen, mehr Titel, mehr Tore. Bei den Bayern war es unerbittlich.“ 

Im Sommer 2016 ist der Siegtorschütze des WM-Finals 2014 zurück zum BVB gewechselt. Bis dahin absolvierte er drei Saisons für den FCB, kam dabei aber nur unregelmäßig zum Einsatz. Der Nationalspieler hatte unter anderem mit einer Stoffwechselerkrankung zu kämpfen. Nun steht er vor einer Vertragsverlängerung im Ruhrgebiet. 

Erst kürzlich, als der Meisterschaftskampf in der Bundesliga noch nicht entschieden war, sorgte Götze für viel Unmut unter den BVB-Fans. Das alles nur wegen eines Fotos, das er auf Instagram veröffentlichte. Die Bundesliga befindet sich seit Samstag in der Sommerpause - und trauert nun um eine Legende: Manfred Burgsmüller ist tot

ta

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