1:2-Niederlage

Köln-Krise nach Last-Minute-Pleite beim VfB immer schlimmer

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Während die Stuttgarter im Hintergrund feiern, kann der Kölner Leonardo Bittencourt das späte 1:2 nicht fassen. Foto: Deniz Calagan

Bis kurz vor Schluss sieht es immerhin nach einem Punkt für den 1. FC Köln aus. Dann trifft Akolo in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Sieg für den VfB. Für die meisten Diskussionen sorgt jedoch eine Situation kurz vor dem Lucky Punch.

Stuttgart (dpa) - Die sportliche Krise des 1. FC Köln nimmt immer bedrohlichere Formen an. Zum Auftakt des 8. Spieltags der Fußball-Bundesliga verlor der Tabellenletzte selbst bei Lieblingsgegner VfB Stuttgart mit 1:2 (0:1) und damit erstmals seit über 21 Jahren wieder bei den Schwaben.

Anastasios Donis (38. Minute) und Chadrac Akolo in der Nachspielzeit sorgten mit ihren Treffern dafür, dass die Kölner nun mit einem Punkt und einem verheerenden Torverhältnis die schlechteste Mannschaft in der Liga-Geschichte nach acht Spieltagen überhaupt sind. Die Diskussionen um Trainer Peter Stöger dürften damit in den nächsten Tagen immer größer werden.

Die Stuttgarter freuten sich vor 58 716 Zuschauern dagegen nach zuletzt drei sieglosen Spielen über einen kleinen Befreiungsschlag. Dank seines dritten Saisonsiegs rutschte der Aufsteiger vorerst ins gesicherte Mittelfeld der Tabelle.

In den Schlussminuten hatte es schon vor dem Stuttgarter Treffer mächtig Aufregung gegeben, weil Schiedsrichter Benjamin Cortus einen zunächst gegebenen Foulelfmeter für die Kölner nach Rücksprache mit dem Videoassistenten und anschließender eigener Ansicht der Videobilder zurücknahm. "Der Schiedsrichter trifft eine klare Entscheidung und es ist keine klare Fehlentscheidung", sagte der sichtlich verärgerte Kölner Sportdirektor Jörg Schmadtke bei Eurosport. Er verstehe nicht, warum der Assistent dann eingreife.

VfB-Angreifer Simon Terodde sagte zu der heiß diskutierten Szene: "Das war für beide Mannschaften kein schönes Gefühl, minutenlang hier auf dem Platz zu stehen und nicht zu wissen, wie es weitergeht." Der 29-Jährige stellte fest: "Am Ende waren wir die etwas glücklichere Mannschaft."

Dabei hatten die Gäste den besseren Start erwischt und bereits in der fünften Minute eine dicke Chance: Nach einer flachen Hereingabe von Lukas Klünter verfehlte Yuya Osako das Stuttgarter Tor nur um wenige Zentimeter. Auf der Gegenseite vergab Donis mit einem Distanzschuss die erste Gelegenheit für die Schwaben (11.).

Spielerisch präsentierte sich Köln zunächst deutlich stärker als die in der Anfangsphase völlig verunsicherten Gastgeber. Der FC trat keinesfalls wie ein siegloser Tabellenletzter auf und erarbeitete sich zahlreiche Möglichkeiten. Osako scheiterte aus leicht spitzem Winkel an Ron-Robert Zieler im VfB-Tor (17.), Simon Zoller verfehlte sein Ziel freistehend (25.) und ein Versuch von Matthias Lehmann flog nur knapp über die Latte (27.). Der einzige Vorwurf, dem man den Rheinländern machen konnte: Die mangelnde Chancenverwertung.

Bei Stuttgart fehlte dagegen in der ersten halben Stunde die Struktur im Aufbauspiel. Eher zufällig kam Donis zu einem weiteren Abschluss (32.). Der Grieche traf das Tor nicht, rüttelte seine Mannschaft mit seiner Gelegenheit jedoch offensichtlich wach. Holger Badstuber per Kopf (34.) und erneut Donis (36.) verpassten den Führungstreffer noch, ehe der bis dahin agilste Stuttgarter für das vielumjubelte 1:0 sorgte.

Stöger reagierte und brachte nach der Pause Neuzugang Claudio Pizarro für Salih Özcan. Die erhofften Offensiv-Impulse blieben jedoch zunächst aus. Der VfB war dem zweiten Treffer lange Zeit näher, als der Club aus der Domstadt dem Ausgleich. Santiago Ascacibar scheiterte mit einem Schuss aus dem Hintergrund an FC-Keeper Timo Horn (55.), der eingewechselte Akolo brachte den Ball nach schönem Doppelpass mit Terodde nicht kontrolliert Richtung Tor. Fast aus dem Nichts gelang Heintz dann mit einem sehenswerten Fernschuss in den Winkel der Ausgleich, ehe Akolo der Lucky Punch gelang (90.+4).

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