Rummenigge spricht über Diskussion mit Hoeneß

100-Millionen-Transfer für den FC Bayern? Fans dürfen auf Megastar hoffen

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Karl-Heinz Rummenigge hat sich im Interview zu verschiedenen Themen geäußert.

Die nationale Dominanz des FC Bayern, die internationale Konkurrenz, Transfers junger Spieler und hohe Ablösesummen - Karl-Heinz Rummenigge hat sich in einem Interview zu vielen Themen geäußert.

München - Karl-Heinz Rummenigge würde ein Ende der viel diskutierten 50+1-Regel im deutschen Fußball begrüßen. „Ich hoffe, dass die Deutsche Fußball Liga die 50+1-Regel freigeben wird. Wahrscheinlich würden Leitplanken eingebaut, welcher Natur auch immer, der Übergang soll sanft gestaltet werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Fußball-Meisters FC Bayern München in einem Interview des Magazins „GQ“ (April-Ausgabe).

„Ich denke, jeder Verein sollte für sich selbst entscheiden, ob er sich für Investoren öffnet, wie weit er sich für Investoren öffnet oder ob er sich gar nicht öffnet“, sagte Rummenigge. Die 50+1-Regel soll den Einfluss externer Investoren auf einen Verein begrenzen.

Wenig hält der Bayern-Vorstand von langfristiger Planung im Fußball; zumindest in den meisten Fällen. „Ich glaube, in der heutigen Welt, und erst recht im Fußball, ist immer weniger langfristig planbar“, sagte Rummenigge. „Du musst im Fußball einen Mittelweg finden zwischen Vision und Daily Business.“ Er zog hier einen Vergleich mit der Planwirtschaft in der Sowjetunion. „Dort gab es die berühmten Fünf-Jahres-Pläne, die dann nach zwei Jahren Makulatur waren - spätestens.“

„Vielleicht haben wir die höchste Qualität aller Zeiten“

Auch zum FC Bayern der Saison 2017/18 äußerte sich der Bayern-Boss. Ob es gefährlich für die Liga sei, dass Bayern zum sechsten Mal hintereinander Meister wird? „Mir wäre auch mehr Konkurrenz lieber, aber es ist für die anderen Verein in der Liga nicht leichter geworden“, so Rummenigge. „Wir haben vielleicht die höchste Qualität in der Mannschaft, die der FC Bayern jemals auf den Platz brachte.“ Für die anderen Klubs sei es nicht einfach, da mitzuhalten.

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Die Transfersummen, die für diese Qualität bezahlt werden müssen, wachsen immer weiter. Wann der FC Bayern seinen ersten 100-Millionen-Transfer tätigen würde, wurde Rummenigge gefragt. „Dann, wenn es notwendig ist.“ Der globale Markt bestimme den Preis und „wenn du weiterhin qualitativ auf dem Niveau spielen willst, auf dem wir spielen, dann werden wir auch darüber nachzudenken haben.“ Mit Uli Hoeneß, der ja bekanntermaßen nicht als Fan solcher Transfers gilt, habe er erst vor kurzem eine Diskussion zu diesem Thema geführt. „Wir kommen ja aus Zeiten, wo das alles unvorstellbar war.“

Jeden Trend will Rummenigge aber nicht mitmachen. Dass Verein immer jüngere Spieler verpflichten, um ihren Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein, ist für den Vorstandsvorsitzenden eine Grenze. „Jeder ist auf der Suche nach Messis Nachfolger. Jeder ist bereit, dafür auch verrückte Wege zu gehen. Auch wir“, so Rummenigge. „Doch diese verrückten Wege müssen trotzdem noch ein Stück weit rational und vor allem moralisch vertretbar bleiben.“

Karl-Heinz Rummenigge (l., daneben Uli Hoeneß) sitzt nach wie vor bei jedem Spiel des FC Bayern auf der Tribüne - und liebt es.

Dass manche Vereine Zehn-, Zwölfjährige scouten, findet Rummenigge „bedenklich. Das ist eine interessante Diskussion, die wir auch intern geführt haben. Wie jung darf ein Spieler sein, wenn wir ihn holen?“ Rummenigge sagt deshalb, dass „wir bereit sind, einiges mitzumachen, aber nicht alles.“

Rummenigge: Erträge aus TV-Verträgen „werden explodieren“

Bei künftigen TV-Verträgen erwartet Rummenigge deutlich höhere Summen als in der Vergangenheit. „Sie werden noch explodieren“, sagte der 62-Jährige. „Die wichtigsten Player sind noch gar nicht im Spiel. Die amerikanischen Unternehmen wie Apple, Amazon, Netflix, die kommen alle noch“, sagte Rummenigge. „Denn für diese Unternehmen ist es doch nicht entscheidend, ob das Recht 500 Millionen oder eine Milliarde Euro kostet. Für die ist doch nur entscheidend: Ist das Recht exklusiv und hilft es bei meiner Verbreitungsstrategie?“

tz.de* berichtet: Das sagt Karl-Heinz Rummenigge über eine feste Verpflichtung von James

Kritik übte Rummenigge an der Umsetzung des Financial Fairplay. „Es war eigentlich ein gutes Finanzkontrollwerkzeug, das da erfunden wurde. Man hätte es bloß strikt und stringent einsetzen müssen. Strikt und stringent heißt: Jeder, der dagegen verstößt oder mit Tricksereien anfängt, ich sage es jetzt drastisch, kriegt auf die Hörner“, sagte Rummenigge. „Das ist leider nie passiert. Diesen Vorwurf muss sich die UEFA gefallen lassen. Sie hat einfach nie den richtigen Mut und Willen gezeigt, dagegen konsequent vorzugehen.“

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dpa/sh

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