Endspiel in Cardiff

Kampf der Kelten: Wales und Irland im Clinch um das WM-Ticket

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Die Waliser hoffen gegen Irland auf einen weiteren Sieg.

Wales gegen Irland - das klingt nach Kampf und Rugby. Am Montag aber steht in Cardiff der Fußball im Vordergrund, wenn beide Nationen im direkten Duell nach dem WM-Ticket greifen.

Cardiff/Berlin - Wenn Iren und Waliser aufeinanderprallen, wird es laut. Und dreckig. Meist bekämpfen sich die keltischen Brüder beim legendären Six-Nations-Turnier auf dem Rugbyfeld, pflügen wie Derwische über den Acker. Dann steht an beiden Ufern der Irischen See kurz die Zeit still. Das kann auch am Montag (20.45 Uhr/DAZN) passieren. Zwar rollt diesmal der Fußball und nicht das Rugby-Ei, doch der Kelte an sich liebt ihn einfach so sehr, den Clinch mit dem Rivalen. Und ganz nebenbei geht es ja auch noch um das WM-Ticket.

"Ich glaube, es wird eine sensationelle Atmosphäre in Cardiff, das sind die Spiele, die du haben willst", sagte Wales' Teammanager Chris Coleman. Der Sieger von Cardiff ist in jedem Fall Zweiter der WM-Qualifikationsgruppe D. Vielleicht sogar Erster und sicher bei der Weltmeisterschaft in Russland, wenn Tabellenführer Serbien sein Heimspiel gegen Georgien verpatzt. Wales ist mit 17 Punkten leicht im Vorteil und hat nach dem überraschenden Ritt ins EM-Halbfinale (0:2 gegen Europameister Portugal) im Vorjahr kein Spiel mehr verloren. Bei einem Unentschieden liegt Colemans Team auf jeden Fall vor den Iren (16) und geht in die Play-offs, sofern es unter den acht besten Gruppenzweiten landet. Darauf will sich Coleman aber gar nicht erst einlassen. "Wir sind schlecht beraten, wenn wir nur versuchen, 90 Minuten lang den Druck aufzusaugen", sagte der 47-Jährige.

Wales auch gegen Irland ohne Superstar Gareth Bale

Stattdessen wolle er "attackieren, marschieren und Tore schießen". Aus gutem Grund. Schier ewig ist es her, dass eine walisische Nationalmannschaft an einer WM teilnahm. Letztmals 1958 in Schweden. Die Iren warten nicht ganz so lange. Sie waren seit der WM 2002 in Südkorea und Japan nicht mehr dabei. Und sie sind frohen Mutes. "Wenn man mir bei der Auslosung gesagt hätte, dass wir nach Wales fahren und gewinnen müssen, hätte ich eingeschlagen", sagte Irlands Coach Martin O'Neill. Coleman fehlt indes sein wichtigster Legionär. Superstar Gareth Bale von Champions-League-Sieger Real Madrid plagt sich immer noch mit einer Wadenzerrung herum, er wird aber immerhin als "Cheerleader" zum Team stoßen.

"Die Verletzung war eine Enttäuschung, aber er ist ein solch großer Charakter, den es wichtig ist, um uns zu haben", sagte Nationalspieler David Edwards. Für mögliche Play-offs im November soll Bale wieder zur Verfügung stehen. Ohne den Weltklasse-Stürmer setzt Coleman auf kleine Tricksereien. Auf seinen Wunsch richtet der walisische Verband das Spiel nicht im knapp 75.000 Zuschauer fassenden Millennium Stadium, sondern im gut 40.000 Plätze kleineren Cardiff City Stadium aus. Alles für die Stimmung, alles für das keltische Finale.

sid

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