Nagelsmann rotiert kräftig durch

TSG-Talente dürfen ran: Euro-Abschied als Casting-Show

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Auch Eugen Polanski (r.) soll in der Europa League Spielpraxis erhalten.

Die Wochenplanung von Julian Nagelsmann erinnert ein klein wenig an die Tage der legendären "Trainingsgruppe 2".

Sinsheim - "Ich werde mehr oder weniger in zwei Teams aufteilen", kündigte der Trainer von 1899 Hoffenheim mit Blick auf das vorerst letzte Europacup-Spiel des Fußball-Bundesligisten am Donnerstag gegen Ludogorez Rasgrad (19.00 Uhr/Sky) an: "Die eine Hälfte bereitet sich auf das Europa-League-Spiel vor, die andere auf die Partie am Sonntag bei Hannover 96." 

Dabei wird die Europacup-Mannschaft, die gegen den bulgarischen Serienmeister auflaufen wird, nicht viel mit dem Topteam der TSG zu tun haben. Das liegt in erster Linie daran, dass der Bundesliga-Sechste bei seiner internationalen Premierensaison auf ganzer Linie enttäuscht hat und schon vor dem abschließenden Gruppenspiel ausgeschieden ist. 

Nagelsmann sieht Fairness gewährleistet

"Ich werde junge, hungrige Spieler reinwerfen. Die wollen sich zeigen und etwas beweisen, die brennen. Wir möchten uns anständig verabschieden und wir wollen fair bleiben gegenüber den Mannschaften, für die es noch um etwas geht", sagte Nagelsmann: "Ich denke, die Fairness ist eher gewährleistet, wenn wir mit einer richtig motivierten Truppe antreten anstatt mit Spielern, die schon den Sonntag im Kopf haben." 

Vielleicht hätte Nagelsmann diese Maßnahme schon früher ergreifen sollen. Schließlich bekam die ungewohnte Doppelbelastung den Euro-Debütanten aus dem Kraichgau überhaupt nicht. Im Europacup setzte es inklusive der Play-offs zur Champions League fünf Niederlagen in den bisherigen sieben Partien. Und gleichzeitig rutschten die müden TSG-Kicker auch in der Liga ab. 

Angriff in der Bundesliga?

Was frische Hoffenheimer leisten können, zeigte sich am vergangenen Samstag beim 4:0 (1:0) gegen Vizemeister RB Leipzig. "Wir wollen die Europa League nicht als Ausrede anführen. Wir wollten ja in den Europacup und da auch weiterkommen", sagte Sportchef Alexander Rosen: "Aber gegen Leipzig hat man gesehen, wie wichtig geregeltes Training für die junge Truppe ist - und was sie dann auf den Platz bringen kann." 

Tatsächlich ist den ausgeruhten Nagelsmann-Schützlingen zuzutrauen, dass sie nun in der Liga wieder oben angreifen. Auch der Coach baut auf die veränderte Konstellation. "Während des Europacups hat der Konkurrenzkampf im Training gefehlt. Im Grunde mussten die Spieler nur die Positionen ausknobeln - dass sie spielen, war ohnehin klar", betonte der "Trainer des Jahres": "Jetzt ist wieder viel mehr Zug drin." 

Mit diesem Zug könnte es erneut in Richtung Europacup gehen - und dann ist auch der 30 Jahre alte Nagelsmann um wichtige Erfahrungen reicher. "Wir nehmen viele Dinge mit", sagte der Coach: "Wir wissen jetzt, dass es andere Möglichkeiten im Training geben muss, dass man auf den Punkt fokussiert sein muss - und welche Bedeutung Regeneration und Schlaf haben."

SID

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