„Nicht allzu viele Titel“

Löw: Deutscher Fußball in „alarmierendem Zustand“

+
DFB-Nationaltrainer Joachim Löw äußert sich zur Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fußballs.

Joachim Löw ist aufgrund der jüngsten Entwicklung speziell im Europacup besorgt: „Bundesliga ist die beste Liga? Man sollte sich hinterfragen.“

München - Bundestrainer Joachim Löw betrachtet die jüngste Entwicklung im deutschen Fußball mit Sorge. "Die sechs Spiele, die in der letzten Woche verloren wurden im internationalen Vergleich, sind schon ein wenig alarmierend, da muss man sich sicherlich Gedanken machen", sagte Löw im Vorfeld des WM-Qualifikationsspiels in Belfast gegen Nordirland am Donnerstag (20.45 Uhr/hier erfahren Sie, wie und wo Sie das Spiel live sehen*).

"Wenn man ein bisschen zurückgeht in diesem Jahrhundert, muss man sagen, dass wir in Deutschland im internationalen Vergleich nicht allzu viele Titel geholt haben die letzten 16, 17 Jahre. Wenn gesagt wird, die Bundesliga ist die beste Liga überhaupt, sollte man sich ein bisschen hinterfragen, ob das tatsächlich stimmt." Die spanischen Vereine hätten in der gleiche Zeit „eine ganze Reihe an Titeln geholt“. In Spanien, England und Frankreich gäbe es eine Vielzahl an Talenten. Kürzlich hatte bereits Ex-DFB-Sportdirektor Matthias Sammer die Leistungsfähigkeit der Bundesliga im internationalen Vergleich infrage gestellt.

Nachwuchsarbeit in der Bundesliga noch ausbaufähig?

Löw macht sich "nicht erst seit letzter Woche Gedanken darüber, was man in Deutschland besser machen kann, vielleicht auch in der Nachwuchsarbeit. Die, die immer behaupten, es gibt in Deutschland die allerbesten Talente überhaupt und es gibt nur in Deutschland Talente, sind fehl am Platz, weil es nicht stimmt."

Spanische Dominanz: Toni Kroos konnte mit Real Madrid 2017 die Champions League gewinnen. Mit dem FC Bayern gewann letztmals 2013 ein deutsches Team einen Europacup-Wettbewerb.

Angesichts der schwachen vergangenen Woche wollte der 57-Jährige für die aktuelle Saison aber noch nicht von einer Tendenz sprechen. "Ein Fazit zu ziehen ist verfrüht, Dortmund und Bayern haben noch gute Möglichkeiten weiterzukommen, Leipzig muss man sehen, die Europa League auch."

Eingedenk der Probleme der Klubs sieht Löw die DFB-Elf umso mehr in der Pflicht. "Für uns ist immer die Aufgabe, Deutschland so zu vertreten, dass es den Menschen zu Hause und den Fans Freude und Spaß macht, uns zu sehen. Wir haben die Verantwortung, uns direkt für Russland zu qualifizieren und bestmöglich auf die WM im nächsten Jahr vorzubereiten", sagte der Bundestrainer weiter.

sid/dpa/pf

*tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Redaktionsnetzwerkes

Kommentare

Meistgelesen

Nach 0:0 in Freiburg: Sammer-Kritik perlt am HSV ab
Nach 0:0 in Freiburg: Sammer-Kritik perlt am HSV ab
WM-Basiscamp: Löw hat noch zwei Wochen Zeit
WM-Basiscamp: Löw hat noch zwei Wochen Zeit
Ticker: Südkorea hat keine Angst vor Hammer-Los Deutschland
Ticker: Südkorea hat keine Angst vor Hammer-Los Deutschland
3:1-Sieg in Mainz: Augsburg setzt starke Saison fort
3:1-Sieg in Mainz: Augsburg setzt starke Saison fort
Bosz bleibt BVB-Trainer - Zorc: "Wollen Turnaround schaffen"
Bosz bleibt BVB-Trainer - Zorc: "Wollen Turnaround schaffen"