Kein Rücktritt nach WM 2018

Boateng über Druck: „Man spielt auch mal, wenn man noch nicht spielen sollte“

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Jerome Boateng beschwert sich über die Extrembelastungen in den letzten Jahren.

2016 noch war er der beste Innenverteidiger der Welt, doch in diesem Jahre bremsten Boateng diverse Verletzungen aus. Der Abwehr-Star kennt auch die Gründe dafür.

München - Nationalspieler Jerome Boateng sieht seine Generation für die WM 2018 vor besonderen Herausforderungen. „So viele Jahre in diesem Rhythmus: Das kann nicht komplett spurlos an einem vorbeigehen. Wir spielen ja nicht nur, wir fliegen zwischendurch mal eben nach China. Wir sind ständig auf Tour, und dann sagt der Körper halt mal: Ich bin auch noch da!“, sagte der zuletzt oft verletzte Verteidiger des FC Bayern München in einem Interview der Süddeutschen Zeitung.

Trotz der hohen Belastung will der 29-Jährige aber auch nach dem Turnier in Russland weiter im DFB-Trikot spielen. „Also 2020 sollte schon noch gehen. Hoffe ich jedenfalls“, sagte Boateng.

Im Testspiel der Weltmeister-Auswahl am Freitagabend in Wembley gegen England fehlt Boateng wegen muskulärer Probleme. „Wir haben gemeinsam entschieden, dass ich in London mal draußen bleibe, aber eher aus Vorsicht. Nicht, dass ich gleich wieder in die nächste Verletzung rein renne. Davon habe ich zuletzt wirklich genug gehabt.“ Der gebürtige Berliner hatte erst im Oktober in Nordirland (3:1) nach einem Jahr Zwangspause wieder im DFB-Trikot gespielt.

„Das will ich nicht mehr“

Boateng übte auch Kritik am Profigeschäft. „Man hat ja immer Druck, vom Verein, aber auch von sich selbst, und dann spielt man auch mal, wenn man eigentlich noch nicht spielen sollte. Ich habe gelernt, mir Pausen zu nehmen. Also nicht mehr zu sagen: Okay, ich bin jetzt seit einem Tag offiziell wieder fit, also los geht's - sondern eher zu sagen: Ich bin jetzt fit, und jetzt baue ich noch mal zwei Wochen auf, bevor ich wieder spiele. Zu schnell zu viel wollen: Das will ich nie mehr machen.“

Aus Boatengs Generation, die 2010 erstmals ein WM-Turnier in Südafrika spielte und 2014 Weltmeister wurde, fehlen in London auch dessen Münchner Teamkollegen Manuel Neuer wegen seines Fußbruchs und Thomas Müller wegen einer Muskelverletzung. Im Kader von Bundestrainer Joachim Löw stehen hingegen Toni Kroos, Mesut Özil und Sami Khedira. Mario Gomez wurde nicht nominiert.

dpa

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