Keine zwei Monate im Amt

Erfuhr er es erst nach den Medien? HSV-Coach Hollerbach gefeuert

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Nach weniger als zwei Monaten schon wieder arbeitslos: Bernd Hollerbach.

Bernd Hollerbach wurde beim HSV schon wieder entlassen. Kurios: Er soll es erst erfahren haben, als es im Internet schon alle wussten.

Hamburg - Der abstiegsbedrohte Hamburger SV trennt sich nach wie erwartet von Trainer Bernd Hollerbach. Der kommissarische Vorstand Frank Wettstein teilte Hollerbach am Telefon das Aus mit. Zwei Tage nach der 0:6-Pleite beim FC Bayern München bestätigte der Verein auch entsprechende Medienberichte. Der Tabellenvorletzte setzt bis zum Saisonende auf Nachwuchscoach Christian Titz. Gegenüber demHamburger Abendblatt kommentierte Hollerbach die Meldung: "Ich bin natürlich sehr enttäuscht“, sagte er. Wettstein sagte: „Wir haben die sportliche Gesamtlage nach der 0:6-Niederlage in München intensiv analysiert und diskutiert. Am Ende sind wir zur Überzeugung gelangt, dass wir im Hinblick auf unsere Chancen im Kampf um den Klassenerhalt handeln mussten.“

Kurios und bezeichnend: Hollerbach erfuhr nach DPA-Informationen von seinem Rauswurf angeblich erst, als die Nachricht im Internet längst die Runde machte. 

Der Klub übertrug außerdem Thomas von Heesen eine neue Aufgabe: Er wird Interims-Sportdirektor. „Mit von Heesen erhält das Trainerteam interimistisch erfahrene Unterstützung, wird viele der Aufgaben des in der vergangenen Woche beurlaubten Direktors Profifußball übernehmen und die operative Sportkompetenz gewährleisten“, twitterte der HSV.

Der ehemalige HSV-Profi Hollerbach war als Nachfolger von Markus Gisdol erst seit 49 Tagen im Amt. In sieben Spielen unter seiner Leitung gelang dem Team kein Sieg. Er holte lediglich drei Punkte und belegt mit dem Club einen direkten Abstiegsrang.

Auch Bruchhagen und Todt beurlaubt

Vier Tage zuvor waren bereits Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt beurlaubt worden. Die Personalwechsel sind auf Bestreben des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Bernd Hoffmann vorgenommen worden. Der 55 Jahre alte Präsident des Gesamtvereins fordert die Neuausrichtung der Fußball-AG.

Die Hamburger sind nach 26 Spielen mit lediglich 18 Punkten Tabellenvorletzter und haben schon sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. Seit 13 Spielen haben sie nicht mehr gewonnen. Der erstmalige Abstieg des Bundesliga-Gründungsmitgliedes scheint kaum noch zu verhindern zu sein. In acht ausstehenden Saisonspielen besteht für die Hanseaten aber rechnerisch noch die Chance auf den Klassenverbleib.

Nachwuchscoach Titz ist mit der U-21-Mannschaft des HSV Tabellenführer in der Regionalliga Nord. Der 46-Jährige muss nun versuchen, die schwache Offensive zu beleben. Mit lediglich 18 Toren sind die Hamburger das mit Abstand harmloseste Team der Bundesliga.

Das ist Christian Titz

Christian Titz ist gelernter Betriebswirt. Als Spieler war der neue HSV-Trainer eher unauffällig, immerhin stehen aber sechs Regionalliga-Partien für Titz zu Buche. Als Coach begann er im Nachwuchsbereich von Alemannia Aachen. 2002 gründete er in den USA mit dem früheren Bundesliga-Profi und US-Auswahlkicker Thomas Dooley die Dooley Soccer University. Danach trainierte der heute 46-Jährige den 1. FC Passau (2005/06), Viktoria Köln (2009) und den FC Homburg (2011-2014). Dann wechselte Titz als U17-Chefcoach nach Hamburg. 2017 übernahm er den HSV II und führte das Team in dieser Saison an die Spitze der Regionalliga Nord.

cg/dpa

Lesen Sie auch: Nach Pleite gegen FC Bayern: Grabkreuze und Drohplakat am HSV-Stadion

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