Bayern-Coach muss jetzt liefern

Hoeneß schweigt, Ancelotti gelassen: „Alles gut“ mit Ribéry

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Carlo Ancelotti gibt sich ganz entspannt.

Der Druck auf Carlo Ancelotti wächst. Der Trainer des FC Bayern muss liefern, sonst könnte es ein ungemütlicher Herbst für ihn werden. Öffentlich gibt sich der Italiener sehr entspannt.

München - Uli Hoeneß plauderte gut gelaunt über einen neuen Sponsor und über die Saison-Ziele - bei den Basketballern. Zu den aktuellen Brandherden bei seinen Fußballern sagte er - nichts. Der Präsident des FC Bayern wollte am Freitag wohl nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Schon so ist die Lage beim deutschen Rekordmeister vor dem Ligaspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zum Wiesn-Auftakt gegen den FSV Mainz 05 explosiv genug.

Trainer Carlo Ancelotti gab sich aber trotz der vielen Probleme gewohnt gelassen. "Die Situation ist aktuell nicht top, aber auch nicht ganz unten", sagte der 58 Jahre alte Italiener am Freitag (bei tz.de* die gesamte Pressekonferenz mit Ancelotti im Ticker zum Nachlesen). Er wisse, "dass mir viele Menschen Ratschläge geben. Aber ich muss nicht jedem einzelnen Kritiker antworten." Er versprach diesen aber mit einem Schmunzeln, "am Saisonende eine große Party zu veranstalten, mit gutem Wein und guten Essen. Dann können wir über alles reden."

Ein Anliegen war es ihm jedoch, Gerüchte über eine angebliche Ausstiegsklausel im kommenden Sommer zurückzuweisen. "Ich rede normalerweise nicht über meinen Vertrag. Ich kann aber sagen, dass mein Vertragsende am 30. Juli 2019 ist", betonte er. Der amerikanische TV-Sender ESPN hatte berichtet, dass der FC Bayern den Kontrakt bereits 2018 kündigen kann. Das einzige, "was mich beschäftigt", fügte er an, sei, "dass ich meinen Job so lange wie möglich mache. Ich bin glücklich, hier zu sein."

Problem mit Ribéry? „Alles ist geklärt“

Dabei gibt es aktuell genügend Baustellen. Eine hat Ancelotti zumindest vorübergehend geschlossen. "Es ist alles gut, kein Problem", sagte er nach einem Gespräch mit Franck Ribéry nach dessen Ausraster zum Champions-League-Auftakt gegen den RSC Anderlecht (3:0).

In der französischen Zeitung Le Figaro hatte sich Ancelotti zuvor schon etwas ausführlicher geäußert: "Franck ist ein offener und ehrlicher Junge. Mit ehrlichen Menschen hat man keine Probleme. Ich war auch sauer nach dem Spiel, dann ist der Ton mal rauer geworden, aber jetzt ist alles geklärt. Wir blicken nach vorne."

Fünf Spiele stehen in den nächsten gut zwei Wochen an, darunter der Knaller in der Königsklasse bei Paris St. Germain. Es könnte ein "heißer Herbst" werden, sollten Ancelotti und seine Stars nicht liefern. Der Druck ist schon jetzt groß, obwohl die Saison noch nicht richtig begonnen hat. Deshalb helfen nur Siege, damit die Lage nicht noch unruhiger wird.

Rotation gegen Mainz

Es drohen aber schnell weitere Konflikte. Auch gegen Mainz muss Ancelotti wieder den einen oder anderen Star enttäuschen. Erneuter Stunk wie zuletzt mit Thomas Müller oder Ribéry ist programmiert. Zumal mit Abwehrboss Jerome Boateng ein weiterer Weltmeister in die Startelf drängt. Auch Arturo Vidal hat sich nach kleineren Blessuren zurückgemeldet.

Ancelotti kündigte für Samstag schon an, "dass einige Spieler eine Pause bekommen. Einige, die gegen Anderlecht nicht gespielt haben, spielen dafür", sagte er, "aber es gibt keine große Rotation".

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus fühlt sich zumindest "schon ein bisschen" an den FC Hollywood der 90er-Jahre erinnert. Es habe jedenfalls "lange nicht mehr so viel Unruhe gegeben", sagte er der Bild. Ancelotti müsse jetzt mehr als in den letzten eineinhalb Jahren durchgreifen, "sonst hat er bald totales Chaos".

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

sid

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