Schalker Nationalspieler

Goretzka als neue Bayern-"Attraktion" - Vertrag bis 2022

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Nationalspieler Leon Goretzka wird im Sommer vom FC Schalke 04 zum FC Bayern München wechseln. Foto: Tim Rehbein

Der FC Bayern schnappt sich den nächsten deutschen Nationalspieler, der FC Schalke muss mal wieder den Abgang einer Schlüsselfigur verkraften. Bayern-Trainer Heynckes stuft den Transfercoup aus mehreren Gründen als wichtig ein.

München (dpa) - Der FC Bayern treibt mit dem Transfercoup von Leon Goretzka weiter die Zukunftsplanung voran, der FC Schalke muss sich nach dem Verlust der Schlüsselfigur neu sortieren.

Der 22 Jahre alte Fußball-Nationalspieler wechselt wie erwartet nach dem Ende der Saison ablösefrei aus Gelsenkirchen zum deutschen Rekordchampion. Dort unterschrieb er einen Vierjahresvertrag, der ihm ein üppiges Millionen-Gehalt einbringt.

"Die Zuschauer und Fans können sich freuen. Das ist doch eine Attraktion, einen jungen, deutschen und hochtalentierten Fußballer zu sehen", sagte Bayern-Coach Jupp Heynckes. Auf die Frage in der ewigen Dauer-Thematik über seine Zukunft, ob er sich auf den Trainingsstart mit Goretzka freue, musste der 72-Jährige lachen.

Nach Niklas Süle, Sebastian Rudy und den gleich weiter verliehenen Serge Gnabry im Sommer sowie Sandro Wagner in der Winterpause verpflichteten die Bayern den nächsten deutschen Nationalspieler. "Wir sind sehr froh, dass sich mit Leon Goretzka ein deutscher Nationalspieler mit großer Perspektive trotz namhafter Konkurrenz aus dem Ausland für den FC Bayern entschieden hat", hob Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hervor. Der Spieler passt perfekt in das "stark deutsch ausgerichtete Profil im Transfermarkt", wie Rummenigge die Strategie umrissen hatte.

Der hochbegabte Mittelfeldakteur soll beim längst eingeleiteten Umbau im Bayern-Kader eine wichtige Rolle einnehmen. "Er ist ein sehr junger Spieler und der Verjüngungsprozess des FC Bayern wird dadurch fortgesetzt", sagte Heynckes zwei Tage vor dem angesichts der großen Personalie in den Hintergrund gerückten Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen. "Es gab internationale Konkurrenz aus Spanien, aus England und Italien - und letztendlich hat er sich für den FC Bayern entschieden. Das ist für die Bundesliga und den FC Bayern München sehr positiv." Der FC Barcelona, Juventus Turin oder Manchester United waren schon als Mitbewerber genannt worden.

Goretzka war nach seiner ersten Profispielzeit 2012/2013 beim VfL Bochum zum FC Schalke 04 gewechselt. Der Mittelfeldakteur geht nun seinen nächsten Karriereschritt und will mit dem Champions-League-Topclub FC Bayern reichlich Titel gewinnen. Seine Entscheidung mochte der 22-Jährige am Freitag nicht begründen, doch er versprach den Fans vollen Einsatz bis zum Vertragsende am 30. Juni dieses Jahres. "Ich will Schalke 04 wieder in die Champions League zurückführen und möchte am 19. Mai in Berlin den DFB-Pokal gewinnen", erklärte Goretzka in einem sozialen Netzwerk.

"Wir verlieren einen sehr, sehr guten Spieler", sagte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel vor dem Heimspiel gegen Hannover. "Wir haben alles versucht, was machbar ist. Aber im Endeffekt hat es nicht ausgereicht." Sieben Jahre nach dem Abgang von Manuel Neuer wechselt wieder ein Gelsenkirchener Hoffnungsträger nach München. "Wir können mit der Situation umgehen, so überraschend kam es nicht", sagte Heidel.

Verstimmt waren die Schalker trotzdem. Vor dem Confed-Cup im vergangenen Sommer sei man sich mit Goretzka bereits mündlich über eine Vertragsverlängerung in Gelsenkirchen einig gewesen, sagte Heidel. Nach dem Titelgewinn mit Deutschland und seiner Rückkehr hätte sich der Mittelfeldstratege jedoch nochmal Bedenkzeit erbeten. Einen Vierjahresvertrag mit einem spekulierten jährlichen Verdienst von bis zu zehn Millionen Euro soll der Leistungsträger ausgeschlagen haben.

"Wir sind traurig und enttäuscht, dass wir Leon als Spieler und Typen verlieren, aber haben die Entscheidung zu akzeptieren. Es steht außer Frage, dass Leon ein wichtiger Baustein ist", sagte Schalke-Trainer Domenico Tedesco. Schalke muss nun kreativ werden. "Wir werden als Ersatz keinen Leon Goretzka verpflichten können, sonst wäre er ja hier geblieben. Aber wir werden das kompensieren, haben die Rückrunde Zeit, um uns Lösungen zu überlegen", sagte Heidel.

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