Warten auf die WM-Gegner

Gegen Frankreich plant Löw den perfekten Jahresabschluss

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Bundestrainer Joachim Löw wird seine Startelf im Vergleich zum Spiel in England gleich auf einigen Positionen umstellen. Foto: Marius Becker

Kevin Trapp bekommt sein zweites Länderspiel. Im Verlauf der Partie gegen die starken Franzosen plant der Bundestrainer einige Wechsel. Löw schließt in Köln seine Experimentierphase ab. Dann wird es spannend: Deutschland bekommt seine WM-Gegner zugelost.

Köln (dpa) - Die weiße Weste will Joachim Löw mit zur WM-Auslosung und in die Weihnachtsferien nehmen. Seit 20 Länderspielen ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft unbezwungen - das soll auch zum Jahresabschluss gegen Frankreich so bleiben.

"Die Franzosen haben nicht nur Weltklasse in der vordersten Reihe. Auch aus dem Mittelfeld und der Abwehr heraus sind Spieler ständig im Vorwärtsgang und torgefährlich", warnte der Bundestrainer vor der Partie in Köln.

Löw wird seine Startelf im Vergleich zum jüngsten 0:0 in England gleich auf einigen Positionen umstellen. Dass Kevin Trapp von Paris Saint-Germain sein zweites Länderspiel bestreiten darf steht ebenso fest wie die Besetzung des zentralen defensiven Mittelfeldes durch die Routiniers Toni Kroos (Real Madrid) und Sami Khedira (Juventus Turin). Der DFB-Chefcoach kündigte für den WM-Test zudem einige Wechsel zur Halbzeit und im Laufe der zweiten Hälfte an.

GEGNER: Die Franzosen stellten das DFB-Team in Deutschland zuletzt immer vor große Probleme. Die DFB-Elf konnte letztmals im August 1987 ein Heimspiel gewinnen, als in Berlin ein früher Tore-Doppelpack von Rudi Völler zum 2:1 reichte. Auch dieses Mal wird es für die Gastgeber eine schwere Aufgabe. "Ich finde die Offensive von Frankreich sehr stark, sehr flexibel mit Coman, Mbappé und Griezmann. Wir werden im Defensivbereich gut gefordert sein", bemerkte Mittelfeldmann Julian Draxler, der seit knapp einem Jahr bei Paris Saint-Germain spielt. Der Ex-Schalker sagte aber auch: "Das ist nichts, was wir nicht auch können."

REVANCHE: Im EM-Halbfinale 2016 verlor das deutsche Team gegen den Europameisterschafts-Gastgeber in Marseille durch zwei Tore von Antoine Griezmann mit 0:2. "Man denkt schon ab und zu noch dran. Wir haben uns sehr geärgert, dass wir da ausgeschieden sind", erklärte Draxler. Allerdings: "Es wird nicht die große Revanchelust freigesetzt. Ich denke, generell ist das ein Superspiel." Besser hatte es das Löw-Team im WM-Viertelfinale in Rio 2014 gemacht, als Mats Hummels für den späteren Weltmeister das 1:0 gesichert hatte.

EXPERIMENTE: Die personellen Wechselspiele von Löw in den Freundschaftsspielen der vergangenen Jahre haben die Attraktivität ein wenig eingeschränkt. "Testspiele haben nicht mehr den ganz hohen Stellenwert", gab der Bundestrainer selbst mit Blick auf ein erneut nicht ausverkauftes Stadion zu. "Man muss die Zuschauer verstehen. Es gibt viele Spiele", sagte Low: "Unter der Woche um 20.45 Uhr ist auch nicht ganz perfekt, zum Beispiel für Leute mit Kindern."

REKORDJAGD: 20 Länderspiele ohne Niederlage sind bereits Bestwert in der Ära Löw, der seit 2006 als Bundestrainer arbeitet. Wenn auch die nächsten drei Partien gegen Frankreich sowie im März gegen Spanien und Brasilien nicht verloren werden, würde der Rekord in der gesamten DFB-Geschichte eingestellt. In den Jahren 1978 bis 1980 gab es unter Jupp Derwall 23 Spiele nacheinander ohne Niederlage. Berti Vogts brachte es mit seinem Team von 1996 bis 1998 auf 22 Spiele.

AUSBLICK: Die Partie gegen die Équipe Tricolore schließt das Länderspieljahr ab. Bisher gab es elf Siege und drei Remis. Löw fliegt zur WM-Gruppenauslosung am 1. Dezember nach Moskau - danach kann der DFB auch seine organisatorischen WM-Planungen vorantreiben. Im WM-Jahr geht es mit Tests am 23. März in Düsseldorf gegen Spanien und am 27. März in Berlin gegen Brasilien prominent weiter.

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