Fifa-Skandal weitet sich aus

Blatter-Vertrauter Valcke soll Millionen gezahlt haben

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Jérôme Valcke ist ein enger Vertrauter von Joseph Blatter.

Zürich - Der Schmiergeldskandal bei der FIFA nimmt neue Dimensionen an. Medienberichten zufolge, soll FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke eine Millionenzahlung an Jack Warner getätigt haben.

Im Fifa-Korruptionsskandal kommen immer mehr schmutzige Details ans Licht: Wie die "New York Times" in ihrer Dienstagsausgabe berichtet, haben US-Ermittler nun den FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke im Visier. Valcke, der auch als ein enger Vertrauter von Joseph Blatter gilt, soll für Zahlungen in Höhe von zehn Millionen Dollar verantwortlich sein. Das Geld ging dem Bericht zufolge im Jahr 2008 an Jack Warner, der zusammen mit 13 anderen FIFA-Funktionären in der vergangenen Woche verhaftet worden war. Die Ermittler vermuten, Warner habe sich im Gegenzug für die Vergabe der Weltmeisterschaft an Südafrika eingesetzt.

Die FIFA erklärte in einer Stellungnahme an die „New York Times“, die Überweisung der zehn Millionen Dollar sei vom damaligen Vorsitzenden des Finanzkomitees genehmigt und gemäß der eigenen Regularien vorgenommen worden. Zahlungen in dieser Höhe bedürften der Zustimmung des FIFA-Finanzkomitees.

Die US-Behörden ermitteln gegen Jack Warner wegen des Verdachts des Betruges, der Geldwäsche und der Bestechung. Warner selbst bezeichnete die Anschuldigungen wiederholt als Revanche der USA für die Niederlage des Landes bei der Abstimmung über die Vergabe der WM-Endrunde 2022 gegen Katar.

Die "New York Times" bezieht sich bei ihren Enthüllungen auf die Anklageschrift. Valcke wird darin aber nicht als Mitbeschuldigter namentlich genannt: Dort ist lediglich die Rede von einem "hochrangigen FIFA-Funktionär". Dass es sich dabei um Valcke handeln soll, will die Zeitung von einer vertrauten Person erfahren haben.

Am Montagabend hatte der Fußball-Weltverband mitgeteilt, dass Generalsekretär Jérôme Valcke nicht wie geplant am kommenden Wochenende zum Eröffnungsspiel der Frauen-WM nach Kanada reisen werde. Aufgrund der "aktuellen Situation", sei es wichtig, dass er am FIFA-Sitz in Zürich anwesend sei, sagte eine Sprecherin.

Angesichts der vielen Enthüllungen und Korruptionsvorwürfe haben die Deutschen kein Vertrauen mehr in die FIFA. 88 Prozent halten Korruption im Fußball-Weltverband für „wahrscheinlich“.

vh/dpa/sid

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