Positives Echo

Englische Premier League verkürzt Transferperiode

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Wechselte nach Saisonbeginn vom FC Bayern zu Swansea City: Europameister Renato Sanches. Foto: Andreas Gebert

Eine Verkürzung der Transferperiode für Fußballer wird in vielen Ländern diskutiert. In England hat die Premier League als erste europäische Top-Liga nun Fakten geschaffen. Positive Reaktionen kommen bereits aus der Bundesliga.

London (dpa) - Die englische Premier League verkürzt von der kommenden Saison an die Sommer-Transferperiode. Das teilte ein Sprecher der Liga nach einem Treffen der Vorstände der 20 Premier-League-Clubs mit. Von der Neuregelung erhoffen sich die Vereine mehr Planungssicherheit.

Von der Saison 2018/19 an können die Teams nur noch vor dem ersten Spieltag der Liga Transfers tätigen. Das Transferfenster schließt in der kommenden Saison bereits am 9. August 2018, die Saison beginnt am 12. August. Die neue Regelung gilt demnach nur für die Premier League. Verkäufe von Spielern in andere Ligen mit längerer Transferperiode sind auch unter der neuen Regelung möglich.

Der Vorstoß hat in der Bundesliga erste positive Reaktionen ausgelöst. "Ich halte den Beschluss für richtig. Wir müssten allerdings eine einheitliche Regelung für alle großen Ligen in Europa finden", sagte Schalkes Finanzvorstand Peter Peters den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke befürwortete die Initiative der Engländer. "Ich gehe davon aus, dass das auch in Deutschland mehrheitsfähig wäre."

Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl bekräftigte seine Argumente für eine kürzere Transferperiode: "Die bisherige Regelung ist nicht nur eine Wettbewerbsverzerrung, sondern auch Betrug am Fan, der sich Ende Juli das Trikot eines Spielers kauft, der vielleicht Ende August für einen anderen Klub spielt."

Das Thema "Transferfenster" stand auch auf der Agenda der Vollversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit Bundesliga- Vertretern. "In der Diskussion wurde deutlich, dass es dazu bei den Clubs noch kein abschließendes Meinungsbild gibt", sagte ein DFL- Sprecher. Deshalb werde sich die DFL im Austausch mit den anderen europäischen Topligen darüber informieren, "wie sich die jeweilige Situation darstellt und welche Pläne für Veränderungen es ggf. auch dort gibt", teilte er weiter mit.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte sich bereits zuvor für eine Verkürzung der Transferperiode ausgesprochen. "Es ist seltsam, dass die Saison beginnt, du für einen Club spielst und dann wechseln kannst und einfach für den nächsten spielst. Das ist nicht gut für den Wettbewerb", sagte der Slowene www.sportschau.de.

Mit der Entscheidung schafft die Premier League als erste Top-Liga in Europa Fakten und übt damit indirekt Druck auf andere Ligen aus, nachzuziehen. Bislang unterschieden sich die Transferfenster in den europäischen Top-Ligen nur um wenige Stunden.

Auf der Tagesordnung ist das Thema ohnehin auch in anderen Ligen längst angekommen. In der Bundesliga fordern Vereinsvertreter und Funktionäre zum Teil seit Jahren eine Änderung der geltenden Regelungen. "Wenn die Liga losgeht, muss es nur noch um Fußball gehen - und nicht um dieses Affentheater", hatte Watzke Ende August dem Sender Sky gesagt. Zu den Gegnern einer kürzeren Transferperiode in Deutschland gehört der frühere Schalke- und heutige Hannover-Manager Horst Heldt.

The FA Handbook - Regelbuch des englischen Fußballverbands

Interview Ceferin bei www.sportschau.de

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