Bierhoff gibt klares Ziel vor

EM-Quali: Deutschland will den Gruppensieg

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Oliver Bierhoff hat als Ziel für die verbleibenden Spiele den Gruppensieg ausgegeben.

Frankfurt/Main - Gruppenplatz drei ist nicht der Anspruch von Weltmeister Deutschland. Klares Ziel sei Rang eins auf dem Weg zur EM 2016, betont Manager Bierhoff.

Update vom 12. Juni 2015: Das Ziel der deutschen Nationalmannschaft ist klar formuliert. Man will den Gruppensieg in der EM-Qualifikation. Alles andere wäre für den Weltmeister eine Enttäuschung. Entsprechen sind gegen den Underdog aus Gibraltar drei Punkte fest eingeplant. Ob die DFB-Elf die Erwartungen erfüllen kann, können Sie im Free-TV und via Live-Stream verfolgen.

Update vom 9. Juni 2015: Bevor die deutsche National-Elf in der EM-Qualifikation gegen Gibraltar antritt, geht es im Freundschaftsspiel gegen die USA. Die Partie können Sie natürlich live und in Farbe verfolgen. In unserem TV-Guide haben wir für Sie zusammengefasst, wo das DFB-Spiel im TV und im Stream übertragen wird.

Zurück in die Zukunft: Mit neuem Schwung und neuen Reizen nimmt Fußball-Weltmeister Deutschland nach dem WM-Rausch und einem sportlich grauen Herbst das Projekt EM-Titel in Angriff. Die Freude und die Entschlossenheit waren überall zu spüren, als die Mannschaft um 16 Weltmeister und das Funktionsteam erstmals nach mehr als vier Monaten in Frankfurt/Main zusammenkamen.

„Wir wollen den Schwung wieder aufnehmen“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff am Montag im Tagungsraum „Sepp Herberger“ in der DFB-Zentrale und gab damit die Losung für 2015 aus. Neue Impulse sollen der noch nicht näher erläuterte „Masterplan“ von Bundestrainer Joachim Löw und die Rückkehr der hochmotivierten Langzeitverletzten Ilkay Gündogan und Holger Badstuber bringen.

„Gerade die Spieler, die diesen Triumph nicht miterlebt haben, sind hungrig und wollen attackieren“, betonte der Dortmunder Gündogan, für den sich gegen Asienmeister Australien „ein Kreis schließt“. In Kaiserslautern, wo am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF) das erste Länderspiel des Jahres steigt, verletzte sich der 24-Jährige im August 2013 am Rücken - 588 Tage später hofft er auf ein Comeback im DFB-Trikot, das inzwischen noch einen vierten Stern trägt.

Bierhoff schaut aber auch schon auf Sonntag, wenn in Georgien (18.00 MESZ/RTL) die bisher so holprige EM-Qualifikation fortgesetzt wird. „Das Ziel ist klar eine souveräne Qualifikation als Gruppenerster“, stellte der EM-Held von 1996 klar. Derzeit liegt das DFB-Team drei Punkte hinter Polen (zehn) sowie gleichauf mit Schottland und Irland. Die Georgier haben erst drei Zähler.

„In Georgien zu gewinnen, muss das klare Ziel sein“, betonte Bierhoff: „Das ist nicht immer so selbstverständlich, wie es von außen wirken kann. Das können unangenehme Spiele sein. Aber wir haben den Anspruch und die Qualität, um dort zu gewinnen.“

Nachhaltige mentale Auswirkungen durch die zahlreichen Huldigungen und Ehrungen sowie den Rausch des Erfolges fürchtet DFB-Psychologe Dieter Hermann derweil nicht. „Da immer viele Anfragen und sehr viel öffentliche Beachtung vorhanden sind, ist eine gewisse Steigerung dieser Zuwendung keine lebensverändernde Situation“, sagte Hermann dem SID: „Es ist ein falsches Bild, dass nach einem WM-Titel “plötzlich so viel auf sie einprasselt'. Vor allem auf unsere bekanntesten Spieler prasselt täglich so viel ein, dass sie gelernt haben, sich im Zweifelsfall auch zu schützen.„

Dass im Herbst Elan und Motivation gefehlt hätten, weil der Titel noch nicht abgehakt war, sei eine falsche Schlussforderung, meinte der 54-Jährige. Allenfalls die körperliche Beanspruchung habe ihren Tribut gefordert. Ein demonstratives Hinter-Sich-Lassen des Erfolgs sei deshalb nicht nötig. `Fußball ist schnelllebig, da muss man nicht bis Weihnachten warten, um einen Haken zu machen“, erläuterte Hermann: „Aber die lange Länderspielpause und die Tatsache, dass die EM schon in Sichtweite ist, hilft vielen Spielern, das nächste Ziel mit der Nationalmannschaft konkret ins Visier zu nehmen.“

Dies lautet EM-Titel 2016. Auf dem Weg dahin hat Löw einige Umbaumaßnahmen angekündigt, die ersten davon werden wohl schon in dieser Woche umgesetzt. Bierhoff deutete jedoch an, dass es sich dabei nicht um eine Radikalkur handeln wird. „Systemänderungen bedürfen Zeit, auch im Training, um das Ganze einzustudieren“, erläuterte er: „Bei der Nationalmannschaft ist es besonders schwer, die Spieler in kürzester Zeit auf verschiedene Mechanismen einzustellen.“ Bei der ersten Einheit in Frankfurt standen nur acht Spieler, darunter zwei Torhüter, auf dem Platz.

Die Dreier-Abwehrkette, in der der Manager den Vorteil sieht, „offensiver agieren und früher stören“ zu können, wird Löw wohl schon gegen Australien testen. Sie ist die einzige geplante Variante, die der Bundestrainer bereits verraten hat. Insgesamt brauche man „offensive Lösungen. Weil wir festgestellt haben, dass die Gegner immer defensiver spielen“, sagte er.

Und natürlich personelle Alternativen. In Gündogan oder Badstuber kehren für Löw zwei echte „Stützen“ zurück, die sich ohne Verletzung sicher auch Weltmeister nennen dürften. Die alte Form haben sie aber noch nicht. „Jetzt Ansprüche zu stellen, wäre nicht richtig“, erklärte Gündogan: „Ich merke schon, dass nach zwei, drei guten Spielen immer wieder eines kommt, das nicht so prickelnd ist. `

Das sollte der Mannschaft 2015 nicht mehr passieren.

dpa/SID

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