Champions League

Duell der Sieglosen: BVB in Nikosia unter Zugzwang

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Dortmund muss in Nikosia gewinnen, um sich die Chance aufs Weiterkommen zu erhalten.

Verlieren verboten! Der BVB steht bereits vor dem dritten Champions-League-Gruppenspiel mit dem Rücken zur Wand. Nur bei einem Sieg bei Außenseiter Apoel Nikosia darf der Bundesliga-Tabellenführer auf einen Verbleib im Wettbewerb hoffen.

Nikosia - Rückschlag in der Bundesliga, Trendwende in der Champions League. Nur drei Tage nach dem 2:3 gegen Leipzig will sich der BVB den Frust von der Seele schießen.

Ein Sieg bei Apoel Nikosia am Dienstag (20.45 Uhr - verfolgen Sie das Spiel im Live-Ticker auf wa.de*) soll verhindern, dass der Traum vom Überwintern in Europa nicht schon zur Halbzeit der Gruppenphase zu Ende geht. Zwei Niederlagen gegen Tottenham und Real Madrid bescherten den bisher schlechtesten Start in den Wettbewerb. Julian Weigl sehnt das erste Erfolgserlebnis herbei: "Ziel ist es, auch in der Königsklasse in die Spur zu kommen. Auch wenn wir wissen, dass es schwierig wird."

Sieg ist Pflicht fürs Weiterkommen

Zwei Siege in den kommenden beiden Gruppenspielen gegen das bisher ebenfalls erfolglose Schlusslicht aus Zypern am Dienstag und am 1. November sind Pflicht, um noch in den Kampf um einen der ersten beiden Plätze in der Gruppe H eingreifen zu können. Sportdirektor Michael Zorc schrieb den Stars ins Stammbuch: "Wir brauchen mehr Aggressivität, mehr Robustheit in den Zweikämpfen, mehr Aktivität bei eigenem Ballbesitz, und wir müssen mutiger spielen." Der Ex-Nationalspieler sprach von einem "nicht überzeugenden Spiel von uns gegen Leipzig", aber wir "hatten trotzdem mehr Torchancen, die müssen wir nutzen. Gerade in der Champions League musst du die nutzen." Trainer Peter Bosz fasste es kurz zusammen: "Wir müssen gewinnen. Dafür sind wir hier." 

Die höhere Mathematik der Königsklasse zeigt zudem: Zwei Siege gegen Nikosia, den direkten Vergleich gegen Tottenham Hotspur (1:3) umkehren, zum Schluss das Bonusspiel bei Real Madrid (Hinspiel 1:3) - dann kann es reichen. "Es geht noch einiges", betonte Weltmeister Mario Götze. Gegen Tottenham und Madrid ging wenig, besonders in der Abwehr - wie auch gegen Leipzig. "Wir waren defensiv sehr schlecht, das war nicht das Niveau von Borussia Dortmund", urteilte Bosz streng. Die BVB-Identität ist eher das Angreifen ohne Rücksicht auf Verluste, das Überpowern des Gegners mit individueller und mannschaftlicher Klasse. Gegen Nikosia könnte es die richtige Wahl sein. "Das ist unser Spiel", sagte Abwehrchef Sokratis eindringlich, "so sind wir, das ist unser Spiel." Besonders gegen Madrid ist laut Torhüter Roman Bürki aber "einiges schiefgelaufen". 

Bilanz mach dem BVB Mut

Die Bilanz der vergangenen vier Jahre, in denen der BVB stets in die K.o.-Phase eines europäischen Wettbewerbs vorstieß, macht Mut. Doch in der Fremde tat sich der BVB in der jüngsten Vergangenheit bedenklich schwer. Der letzte Erfolg datiert vom 3. Gruppen-Spieltag der vorigen Saison, als ein 2:1-Sieg bei Sporting Lissabon gelang.

Gleichwohl geht der Bundesliga-Tabellenführer als haushoher Favorit in das Duell der bisher Sieglosen im knapp 23 000 Zuschauer fassenden GSP-Stadion - trotz anhaltender Personalprobleme in der Abwehr. Dafür spricht die schwache Bilanz des Gegners in Heimspielen gegen deutsche Clubs. In sieben von acht Spielen gab es für Apoel eine Niederlage. Der einzige Sieg der zurzeit von dem in Frankfurt geborenen Giorgos Donis trainierten Zyprer gelang 1980/81 in der ersten Runde des Pokals der europäischen Meistervereine gegen den Berliner FC Dynamo.

Schmelzer vor Comeback

Immerhin zeichnet sich beim BVB in der Abwehr leichte Entspannung ab. Trainer Peter Bosz muss zwar weiterhin in der Viererkette improvisieren, weil Raphael Guerreiro, Lukasz Piszczek und Erik Durm ausfallen. Dafür könnte Marcel Schmelzer ein überraschendes Comeback feiern. Der Kapitän trat nach wochenlanger Verletzungspause die Reise nach Zypern mit an. "Ich werde mittrainieren und dann werden wir sehen, ob ich spielen kann", sagte der 29-Jährige.

Dennoch dürfte erneut der gegen Leipzig indisponierte Jeremy Toljan auf der rechten Seite beginnen, Schmelzer könnte wieder den linken Part für den im Sommer eigentlich als Innenverteidiger eingekauften Dan-Axel Zagadou übernehmen.

Anders als in den bisherigen Champions-League-Duellen mit Tottenham und Real Madrid dürfte die mutige Taktik von Bosz mit einer hoch stehenden Viererkette und intensivem Pressing der Borussia in Nikosia zum Vorteil gereichen. In ähnlich forscher Manier setzte sich Tottenham Hotspur im vergangenen Gruppenspiel souverän mit 3:0 an gleicher Stätte durch.

Der negative Start der Borussia in den Wettbewerb bedeutet nicht zwangsläufig das Aus. Nach zwei Auftaktniederlagen schafften immerhin noch zehn Clubs den Sprung in die nächste Runde, zuletzt der FC Arsenal in der Saison 2015/2016. "Unsere ersten beiden Gegner waren sehr stark", räumte Schmelzer ein. "Wir wollen jetzt zeigen, dass wir auch drei Punkte holen können."

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Apoel Nikosia: Wateman - Vouros, Merkis, Jesus Rueda, Alexandou - Vinicius, Nuno Morais - Zahid, Ebecilio, Aloneftis - de Camargo

Borussia Dortmund: Bürki - Toljan, Sokratis, Bartra, Zagadou - Dahoud, Weigl, Götze - Jarmolenko, Aubameyang, Pulisic

Schiedsrichter: Aleksei Kulbakov (Weißrussland)

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sid

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