Stimmen zum Sieg gegen Tschechien

DFB-Team selbstkritisch: „Das war nicht so, wie wir können und wollen“

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Mats Hummels machte in der 88. Minute den entscheidenden Kopfball.

Dank eines späten Tores von Mats Hummels hat Deutschland in der WM-Qualifikation gegen Tschechien gewonnen. Nach dem Spiel gaben sich die Beteiligten selbstkritisch. Die Stimmen zum Spiel.

Prag - Timo Werners viertes Tor im siebten Länderspiel (4.) und Mats Hummels' später Treffer (88.) sicherten der zunächst souveränen, dann aber viel zu lässig-arroganten DFB-Elf den zwölften Auswärtssieg in der WM-Quali nacheinander seit März 2009. Vladimir Darida von Hertha BSC hatte zwischenzeitlich ausgeglichen (78.). Die Stimmen zum Spiel.

Bundestrainer Joachim Löw: „Mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben können, wir nicht zufrieden sein. Wir haben gewonnen, aber sehr viel Glück benötigt. Wir hatten viel Ballbesitz, haben es aber nicht geschafft, hinter die Linien zu kommen. Es gab wenig zwingende Aktionen. Dazu haben wir oft den Ball verloren. Das Spielfeld war offen, dadurch hatte Tschechien einige Konterchancen. Über das ganze Spiel hatten wir keine wirklichen Torchancen.“

... zum Ergebnis: „Wir hätten auch mit einem Unentschieden zufrieden sein müssen. Das Tor war etwas glücklich. Im Spiel nach vorne hatten wir Probleme.“

... zur offensiven Startelf: „Ich wollte schon viele offensive Leute auf dem Platz bringen um Chancen zu kreieren. Aber es war schon so, dass wir mit nur einem Sechser Probleme hatten. Defensiv war das nicht optimal. Ich wollte bewusst mit zwei Stürmern und zwei Zehnern - Mesut Özil und Thomas Müller - spielen. Da wir aber wenige Chancen hatten, hatten wir defensiv Probleme.“ 

Deutschland siegt glücklich gegen Tschechien: Der Ticker zum Nachlesen.

Hummels: Waren zu ungeduldig

Mats  Hummels: „Wir hatten heute mehrere Probleme. Das größte waren leichte Ballverluste. Das kenne ich so von der deutschen Nationalmannschaft seit zehn Jahren nicht mehr. Wir waren zu ungeduldig und die Tschechen haben gut gestört. Die Konter waren brandgefährlich, weil wir auch offensiv verteidigt haben. Das war heute nicht so, wie wir es können und wollen.“

... über die Situation vor dem Gegentor durch Darida: „Das kann ich so nicht sagen. Das war aber nicht nur beim Ausgleichstor so, sondern auch in anderen Situationen.“

... über das Gefühl nach dem entscheidenden Kopfball: „Das war natürlich sehr gut. Wichtiger ist aber, dass wir überhaupt gewonnen haben und dass wir die richtigen Schlüsse aus dem Spiel ziehen.“

Müller: „Das brauchen wir nicht thematisieren“

Thomas Müller: „Wir haben eindeutig zu viele Fehler gemacht, die Tschechen waren lauffreudig. Sie standen mit dem Rücken zur Wand. Wir haben im Spielaufbau oftmals den Tschechen den Ball serviert. In der zweiten Halbzeit mussten wir viel nach hinten laufen und haben und uns das Leben selbst schwer gemacht.

... über die Probleme beim Sieg: „Wir hätten in der ersten Hälfte ein Tor mehr machen müssen. Wir haben nicht immer die Lücken gefunden. Wir haben zu viele Bälle hergeschenkt.“

... über seine Reservistenrolle beim FC Bayern: „Das brauchen wir nicht thematisieren, da haben wir genug geredet. Es zählt, was auf dem Platz passiert.“

Bilder: DFB-Team erkämpft sich Sieg in Tschechien

Am Montag geht es für das DFB-Team schon wieder weiter. In Stuttgart empfängt der amtierende Weltmeister dann Quali-Gegner Norwegen. Wir erklären Ihnen auf tz.de*, wie Sie das Spiel Deutschland gegen Norwegen live im TV und Live-Stream sehen.

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bix

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