Bundesliga

BVB-Chef: Bosz-Verpflichtung "in der Retrospektive" falsch

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BVB-Präsident Reinhard Rauball im Gespräch mit Peter Bosz. Foto: Guido Kirchner

Borussia Dortmunds Präsident Reinhard Rauball fürchtet, dass die Auswirkungen des Bombenanschlags im April noch nicht beendet sind. Der Clubchef verteidigte den Trainerwechsel und glaubt, dass Peter Stöger die Mannschaft weiterbringen wird.

Dortmund (dpa) - BVB-Präsident Reinhard Rauball hat die Verpflichtung des Niederländers Peter Bosz als Fehler bezeichnet.

"Für uns war es unter dem Strich in der Retrospektive eine falsche Entscheidung, sonst hätten wir sie nicht korrigiert. Es hat einfach nicht gepasst, auch wenn mir das menschlich sehr leidtut", sagte Rauball in einem Interview des Fachmagazins "Kicker".

Der Fußball-Bundesligist aus Dortmund hatte sich am 10. Dezember nach nur sechsmonatiger Amtszeit von dem ehemaligen Trainer von Ajax Amsterdam getrennt und den kurz zuvor beim 1. FC Köln beurlaubten Peter Stöger als Coach verpflichtet.

"Ich glaube, dass Stöger die Mannschaft weiterbringen wird", sagte Rauball. Der Österreicher gehe auf die Leute zu und wecke bei Spielern oder Verantwortlichen Vertrauen. "Was er sagt, ist ehrlich gemeint. Weil auch die Fans das so sehen, hat er gute Startvoraussetzungen in Dortmund", sagte der 71-Jährige.

Um beim BVB dauerhaft einen Status zu bekommen wie einst Jürgen Klopp oder Ottmar Hitzfeld, sei es aber auch erforderlich, "dass sich eine klare Tendenz nach oben zeigt. Möglichst mit Abschluss eines Erfolges, der durch einen Pokal messbar ist", sagte Rauball.

Der Bombenanschlag am 11. April sei mit keinem anderen Vorfall vergleichbar, meinte der BVB-Chef. "Dieser Anschlag erreichte eine Dimension, mit der der Fußball in Deutschland vorher nicht konfrontiert worden war", sagte Rauball.

Vor allem für die jungen Leute sei es schwer, so etwas ohne Weiteres wegzustecken. "Ein derartiges Ereignis kann sich so festsetzen, dass es unkontrolliert wieder eine große Rolle im Kopf spielen kann, ohne dass man es will. Dazu kommt, dass der ein oder andere Spieler auch als Zeuge gehört werden wird."

Dortmunds Präsident fürchtet, dass sich der Prozess bis deutlich in die Rückrunde erstreckt und die Spieler immer wieder damit konfrontiert werden. "Das ist eine ganz schwierige Situation, zumal sie möglicherweise durch die Entscheidung des Landgerichts Dortmund noch nicht ihr Ende finden wird", meinte Rauball. "Es könnte ja eine Revision erfolgen."

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