Bundesliga-Spitzenreiter

Borussia Dortmund feiert sich und Jarmolenko

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Die BVB-Spieler feiern den 3:0-Sieg beim HSV mit den Fans. Foto: Christian Charisius

Die Fans feiern den BVB schon als Champion, Neuzugang Andrej Jarmolenko scheint den abgewanderten Ousmane Dembélé schnell vergessen zu machen. Borussia Dortmund überzeugt unter dem neuen Trainer Peter Bosz mit Offensiv-Power und Defensiv-Stabilität.

Hamburg (dpa) - 3000. Tor, 750. Bundesliga-Sieg und zum fünften Mal in Serie ohne Gegentreffer: Nach einer weiteren Gala-Vorstellung feiern die Dortmunder Fans ihre Mannschaft schon als Titelkandidaten.

"Deutscher Meister wird nur der BVB", sangen die mitgereisten Anhänger nach dem imposanten 3:0 (1:0)-Erfolg des DFB-Pokalsiegers bei einem keinesfalls enttäuschenden Hamburger SV.

Nach dem Abend voller Vereins-Rekorde und -Jubiläen vergaß Christian Pulisic für einen kurzen Moment sogar das selbst auferlegte Understatement. "Ja, ja, die Fans wollen das natürlich, und wir auch", sagte der Jungstar mit leuchtenden Augen. "Jedenfalls wollen wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen." Manager Michael Zorc stand daneben und war ebenfalls bemüht, die Ansprüche des Tabellenführers und Bayern-Herausforderers Nummer eins zu relativieren.

"Wir wollen eine gute Saison spielen. Schauen wir mal, was hinten dabei rauskommt", betonte der Ex-Profi. Eher lakonisch kommentierte Spielmacher Nuri Sahin den Saisonstart mit 13 Punkten aus fünf Spielen und 13:0 Toren. "Es läuft. Ich glaube, dass wir auf einem sehr guten Weg sind", sagte Sahin.

Beim Start der Ära des neuen Trainers Peter Bosz jedenfalls zeigt sich schon jetzt, dass der achtmalige deutsche Meister in dieser Spielzeit endlich wieder ein ernsthafter Konkurrent für Meister Bayern München werden könnte. Als echter Trumpf entpuppt sich vor allem der Angriff: Pierre-Emerick Aubameyang traf im neunten Spiel gegen seinen Lieblingsgegner zum neunten Mal - gegen kein anderes Team so oft, allein sechsmal in den jüngsten drei Partien.

Der Japaner Shinji Kagawa und Toptalent Pulisic erzielten die übrigen Treffer. Pulisic und Neuzugang Andrej Jarmolenko, der als bester Mann im Volksparkstadion Wegbereiter zu zwei Treffern war, sind unerwartet rasch auf dem besten Weg, den zum FC Barcelona gewechselten Ousmane Dembélé vergessen zu machen. "Jarmolenko ist ein Supertyp. Mal eben aus der Ukraine zu kommen und sich gleich so zu integrieren, ist eine Riesenleistung", lobte Sahin den 25-Millionen-Einkauf, der in Hamburg oft nur durch Fouls zu bremsen war. "Für den BVB zu spielen, ist für mich eine Riesenchance", ließ der Nationalspieler übersetzen. "Und so spielt er auch. Jarmo ist eben ein richtiger Mann", merkte Sahin an.

Noch überraschender als die Offensiv-Power ist die Zuverlässigkeit in Dortmunds Defensive. Der bisherige Startrekord von 381 Minuten ohne Gegentor wurde vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag auf 450 ausgebaut. "Unser System ist offensiv ausgerichtet, aber wir arbeiten nach hinten mit viel Pressing dagegen", erklärte Kapitän und Abwehrchef Sokratis das Erfolgsrezept, das nur in der Champions League bei Tottenham Hotspur (1:3) nicht funktionierte. "In den letzten fünf Jahren hatten immer die Bayern die beste Defensive", sagte der Grieche Sokratis und deutete an, dass man sich sehr wohl an den Münchnern orientiert und es diesmal besser machen will.

Kein Wunder, dass Tuchel-Nachfolger Bosz nach dem souveränen Sieg "im bisher schwierigsten Spiel dieser Saison" stolz auf seine Elf war, in der sogar noch Top-Stars wie Mario Götze, Marco Reus und andere fehlten. "Soviel Druck wie der HSV hat nicht mal Tottenham gemacht", lobte Bosz den Gegner. Kollege Markus Gisdol bedankte sich trotz der dritten HSV-Niederlage in Serie für die warmen Worte und fasste das 90-minütige Geschehen auf dem Platz trefflich zusammen: "Dortmund hat sich mit seiner Klasse durchgesetzt und uns sehr effektiv bestraft."

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