Abschied: Kuranyi verlängert Vertrag in Moskau nicht

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Kevin Kuranyi wird Moskau verlassen und eventuell nach Deutschland zurückkehren. Foto: Maxim Schipenkow

Der Verein wollte ihn halten, doch die Familie drängt zur Heimkehr. Nun sagt Kuranyi in Russland "Do swidanja" (Auf Wiedersehen). Führt der Weg des früheren Nationalspielers zurück in die Bundesliga?

Moskau (dpa) - Der frühere Fußball-Nationalspieler Kevin Kuranyi wird seinen Ende Juni auslaufenden Vertrag bei Dynamo Moskau nicht verlängern und Russland nach fünf Jahren verlassen.

"Wie es konkret weitergeht, kann ich noch nicht sagen. Aber meine Familie möchte nach Deutschland zurück", sagte der 33-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Dynamo hatte ihm eine Vertragsverlängerung angeboten. Kuranyi war 2010 vom FC Schalke 04 nach Moskau gewechselt. Für den russischen Erstligisten erzielte er bisher 55 Pflichtspieltore.

Als künftigen Arbeitsplatz favorisiert Kuranyi die Bundesliga. "Das habe ich immer gesagt. Zwar muss das Gehalt stimmen, aber wichtiger ist die Perspektive", betonte der frühere Spieler des VfB Stuttgart.

Er habe Dynamo über seine Entscheidung informiert, sagte Kuranyi. Der Abschied falle ihm nicht leicht. "Der Verein ist mir ebenso wie Moskau und überhaupt Russland sehr ans Herz gewachsen. Diese fünf Jahre waren etwas Besonderes", meinte der Angreifer. "Wir werden Kevin immer dankbar sein", sagte Dynamo-Sportchef Guram Adschojew.

Kuranyi war 2012 zum Dynamo-Kapitän und damit als erster Deutscher zum Spielführer eines russischen Fußballprofiteams ernannt worden. Für Trainer Stanislaw Tschertschessow, einst bei Dynamo Dresden, ist der Vize-Europameister von 2008 ein wichtiger Stammspieler. Der Coach bedauert den Abschied. "Wir wollten, dass er bleibt, aber wir respektieren die Entscheidung", sagte Tschertschessow. Er zweifle nicht daran, dass Kuranyi "bis zum Schluss alles geben" werde.

Vize-Präsident Gennadi Solowjow nannte Kuranyi einen "positiv denkenden Menschen, der die Atmosphäre im Klub entscheidend geprägt hat". "Die Mannschaft verliert einen Anführer", sagte der langjährige Sportdirektor Konstantin Sarsanija. "Mit Kuranyi haben die Spieler gelernt, was einen Profi ausmacht", sagte Ex-Trainer Andrej Kobelew.

"Es ist ja noch nicht Schluss. Ich werde in den restlichen Wochen wie immer alles geben, damit wir diese Saison so erfolgreich wie möglich abschließen", sagte Kuranyi. Dynamo hat sechs Spieltage vor Saisonende als Tabellenvierter gute Chancen auf einen Europapokalplatz. Einen Titel errang der Verein in den vergangenen fünf Jahren nicht, dafür war die Übermacht der finanzstarken Clubs Zenit St. Petersburg und ZSKA Moskau zu groß.

Kuranyi hatte 2011 seinen Vertrag mit Dynamo vorzeitig bis Mitte 2015 verlängert. Sein Treffer per Fallrückzieher gegen Lokomotive Moskau wurde 2012 zum "Tor des Jahres" gewählt. Für die deutsche Nationalelf war er nicht mehr nominiert worden, nachdem er aus Frust, nicht aufgestellt worden zu sein, im Oktober 2008 eigenmächtig von einem Länderspiel abgereist war. "Mein größter Fehler", sagte er später.

Auch nach Kuranyis Abschied spielen zahlreiche Ex-Bundesligaprofis in Russland, das 2018 Gastgeber der Fußball-WM ist. So verdienen Patrick Ebert (früher bei Hertha BSC), Serdar Tasci (VfB Stuttgart) und José Jurado (FC Schalke 04) bei Spartak Moskau ihr Geld.

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