Ärger um Videobeweis

1. FC Köln verliert auch bei Mainz 05

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Kölns Salih Özcan (l) und der Mainzer Levin Mete Öztunali haben den Ball fest im Visier. Foto: Thomas Frey

Mainz ist doch nicht so ein gutes Pflaster für den 1. FC Köln. Vor 182 Tagen hatten die Rheinländer mit einem 2:0 gegen die 05er noch die Europa League erreicht. Nach dem 0:1 am Samstag rückt die 2. Liga für die Mannschaft von Trainer Peter Stöger näher.

Mainz (dpa) - Die Lage des 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga spitzt sich weiter zu. "Wir wissen selbst, dass die Situation katastrophal ist. Wir leiden am meisten darunter", sagte FC-Torhüter Timo Horn niedergeschlagen nach dem 0:1 (0:1) am Samstag beim FSV Mainz 05.

Ein durch den Video-Assistenten bestätigter, aber dennoch zweifelhafter Foulelfmeter, den der frühere Kölner Daniel Brosinski vor 30 473 Zuschauern in der 44. Minute verwandelte, bescherte dem FC die zehnte Niederlage. Mit nur zwei Punkten bleibt die Mannschaft von Trainer Peter Stöger am Tabellenende. "Woche für Woche sind es Kleinigkeiten, die entscheiden", klagte Horn.

"Eine bittere Niederlage für uns, nach dem Spielverlauf hätten wir wenigstens einen Punkt verdient gehabt", erklärte FC-Coach Stöger, der sich mit seinem Kollegen Sandro Schwarz einig war, dass der entscheidende Elfmeter keiner war. "Das war eine klare Schwalbe", schimpfte "Sünder" Konstantin Rausch. "Glücklich für uns", befand der Mainzer Trainer Schwarz, der die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit für seinen Verteidiger Giulio Donati (71.) ebenso für ungerechtfertigt hielt. "Am Schluss war es ein Kampfspiel. Wir mussten einige Dinge überstehen und sind überglücklich mit dem Dreier."

Vier Neue hatte Stöger nach dem 0:3 gegen Hoffenheim in die Startelf beordert. Nach langer Verletzung sollte vor allem der ehemalige Mainzer Jhon Cordoba für Schwung in der lahmenden Offensive sorgen. In der Länderspielpause hatte der Österreicher Stöger zudem verstärkt an den defensiven Schwächen gearbeitet. Das zahlte sich aus. Bei Mainzer Ballbesitz erwarteten die Kölner den Gegner an der Mittellinie. Zwei Viererketten engten den Bewegungsspielraum der 05er ein. Nur über die Flügel lief das Mainzer Spiel, aber gute Ansätze verpufften, weil der letzte Pass nicht beim Mitspieler ankam.

Die Hausherren, die nach dem 1:1 von Mönchengladbach wieder mit Danny Latza für Suat Serdar antraten, hatten die erste Chance. Eine Hereingabe von Brosinski köpfte Alexandru Maxim neben das Tor (13.). Der FC versteckte sich trotz der defensiven Grundhaltung nicht. Lange Bälle auf Cordoba und den agilen Sehrou Guirassy sorgten für Unruhe in den Mainzer Reihen. Nach einer knappen halben Stunde musste 05-Schlussmann Robin Zentner vor dem einschussbereiten Guirassy (29.) retten. Der für den verletzten Simon Zoller eingewechselte Leonardo Bittencourt jagte einen Abpraller über den Kasten (39.).

Das Auslassen der Chancen sollte sich rächen. Auf der Gegenseite zeigte Schiedsrichter Felix Brych nach einem von ihm erkanntem Foul von Rausch an Pablo De Blasis sofort auf den Punkt, ehe er sich nach Protesten doch noch vom Video-Assistenten in Köln Bestätigung holte. Es blieb bei der umstrittenen Entscheidung, Brosinski verwandelte sicher.

Von Aufgabe war beim FC nichts zu spüren. Die starre Haltung wurde aufgegeben. Das gefiel den Mainzern, die nun mehr Raum für ihre Offensiv-Aktionen fanden. Stöger ging weiter Risiko, wechselte in Yuya Osako und Claudio Pizarro weitere Stürmer ein. Als der Peruaner auf den Rasen kam, war personell schon kein Gleichstand mehr. Nach einem Gerangel mit Bittencourt verlor der Mainzer Giulio Donati die Beherrschung und sah die Rote Karte. Nutzen konnten die Kölner die Überlegenheit nicht mehr.

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