Weitere Pleite für „Geißböcke“

Europacup-Blamage: Selbst Fans wenden sich vom 1. FC Köln ab

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Kölns Dominic Maroh nach der neuerlichen Niederlage - diesmal in Weißrussland.

Wieder eine Niederlage: Die Krise des 1. FC Köln nimmt nach der Pleite in Borissow dramatische Formen an. Am Sonntag steht das richtungweisende Kellerduell gegen Werder Bremen auf dem Programm.

Köln/Borissow - Am Ende war bei den Fans des 1. FC Köln der Frust größer als der Rückhalt für die Mannschaft. "Wir haben die Schnauze voll" und "Wir wollen euch kämpfen sehen", skandierten die 1000 mitgereisten Anhänger nach dem 0:1 (0:0) im dritten Europa-League-Spiel bei BATE Borissow. Einige wendeten sich enttäuscht ab, andere wirkten völlig konsterniert und verzweifelt oder schlicht wütend. 

Auch "Schmadtke-raus"-Rufe in Richtung Manager Jörg Schmadtke waren zu hören. "Mir macht das nichts aus, es ist das gute Recht der Fans", betonte Schmadtke. Die Rolle des ständigen Punktelieferanten sind die FC-Fans allmählich leid, auch in Weißrussland spielten die Rheinländer gut mit, versagten aber wiederum in der Offensive. Der Sturm ist weiterhin ein laues Lüftchen - ein Deja-vu-Erlebnis aus der Bundesliga. 

Die FC-Mannschaft zeigte nach dem Spiel Verständnis für die Reaktion der Fans. "Sie haben es einfach satt zu verlieren, das geht ihnen auch auf den Keks", sagte Abwehrspieler Dominic Maroh: "Wir müssen die Fans wieder ins Boot holen." Das soll am Sonntag (13.30 Uhr/Eurosport) im richtungweisenden Kellerduell gegen Werder Bremen wieder der Fall sein - hoffen die FC-Verantwortlichen und -Spieler. 

Köln-Trainer Stöger: „Es wird eine Charakterfrage sein, wieder aufzustehen“

Klar ist: Die große Euphorie nach der vergangenen Rekordsaison und dem sensationellen Einzug in den Europapokal ist längst verflogen. Und Trainer Peter Stöger wirkt zunehmend ratlos - ob der Leistung des Teams und der Reaktion der Fans. "Es wird eine Charakterfrage sein, jetzt wieder aufzustehen", sagte der Österreicher. Dem Vorwurf, dass seine Mannschaft nicht gekämpft habe, widersprach Stöger allerdings vehement. 

Den Kampf und den Einsatz konnte man dem FC tatsächlich nicht absprechen. Nur: Zehn Niederlagen (drei in der Europa League und sieben in der Bundesliga) in zwölf Pflichtspielen sind nicht nur mit Pech oder zu wenig Glück zu erklären. Es fehlt in vielen Situationen einfach an Qualität: Beim 0:1 durch Aleksej Rios (55.) etwa, als kein Abwehrspieler den Ball klärte, und Rios völlig frei schießen durfte. "Das war ein Pingpong-Tor", sagte Marco Höger dem Express. Stöger wird Antworten finden müssen, der Kredit aus der vergangenen Saison ist aufgebraucht, das zeigten die Reaktionen der mitgereisten FC-Fans in Borissow. Gegen den SV Werder hilft wirklich nur noch ein Sieg - vor allem Coach Stöger. Weil irgendwann auch der längste Geduldsfaden reißt.

sid

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