Russischer Dopingskandal

Drei weitere Bobsportler vom IOC wegen Dopings verurteilt

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Der Russe Alexander Kasjanow mit seinem Team im kanadischen Whistler (2017)

Nach dem Dopingskandalen um die russische Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Sotschi wurden drei Bobsportler verurteilt - sie sind nicht die Ersten.

Lausanne - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat im russischen Dopingskandal drei weitere Bobsportler lebenslang für Olympia gesperrt. Der Sotschi-Vierte Alexander Kasjanow sowie seine Anschieber Ilwir Chusin und Alexei Puschkarjow werden aus den Ergebnislisten der Winterspiele 2014 in Russland gestrichen und dürfen künftig in keiner Funktion mehr an Olympischen Spielen teilnehmen. Das teilte das IOC am Mittwoch mit, ohne zunächst Urteilsbegründungen zu nennen. 

Inzwischen wurden 22 russische Athleten durch den IOC gesperrt - darunter eine Größe im Bobsport

Die Zahl der vom IOC gesperrten russischen Athleten erhöht sich damit auf 22. Die Kommission von Exekutivmitglied Denis Oswald, die für die Sanktionierung der im McLaren-Bericht genannten 28 verdächtigen russischen Sotschi-Starter (darunter zwölf Medaillengewinner) zuständig ist, greift derzeit hart durch. 

Für besonderes Aufsehen hatte am vergangenen Freitag die Sanktion gegen den früheren Bobpiloten Alexander Subkow gesorgt. Der zweifache Goldmedaillengewinner von Sotschi ist amtierender Präsident des russischen Bobverbandes. Die Sperre gegen Kasjanow hat für den russischen Bobsport nun aber ebenfalls eine große Auswirkung: Der 34-Jährige ist der bislang einzig betroffene noch aktive Bobfahrer und galt bislang als größter nationaler Hoffnungsträger für die anstehenden Winterspiele 2018 in Pyeongchang (9. bis 25. Februar). 

Der Bob- und Skeleton-Weltverband IBSF folgte anders als andere internationale Verbände bislang den Entscheidungen des IOC und verhängte gegen die betroffenen Sportler auch provisorische Suspendierungen für den Weltcup. Eine Entscheidung zu Kasjanow wird nun in gebührendem zeitlichen Abstand erwartet.

Norwegen führt nun ex-post den Medaillenspiegel von Sotschi an

Kasjanow war in Sotschi im kleinen und großen Schlitten jeweils Vierter geworden, in seinem Viererbob saßen auch Chusin und Puschkarjow. Kasjanows dritten Olympia-Anschieber, Maxim Belugin, nannte das IOC am Mittwoch zumindest noch nicht. Deutsche Athleten rücken durch die Entscheidung nicht auf Medaillenränge vor. 

Subkow hatte in Sotschi Gold im Zweier und Vierer gewonnen, schon durch die Strafe gegen den 43-Jährigen verlor Russland Platz eins im Medaillenspiegel der Spiele 2014. Der Gastgeber kommt nur noch auf neun Goldmedaillen, Norwegen (11) und Kanada (10) ziehen vorbei. Im Skeleton war unter anderem bereits Sotschi-Olympiasieger Alexander Tretjakow lebenslang gesperrt worden. Zuvor hatte das IOC auch Langlauf-Olympiasieger Alexander Legkow und dessen Teamkollegen Jewgenj Below in allen Funktionen für Olympia aus dem Verkehr gezogen.


SID

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