Erkrankte Dahlmaier bestens vertreten

Doppelsieg im Weltcup: Biathletin Herrmann gelingt nächstes Wunder

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Denise Herrmann (M.) holte zum Weltcup-Auftakt zwei Siege.

Mit einem Doppelsieg in Östersund hat Denise Herrmann die erkrankte Branchenführerin Laura Dahlmeier bestens vertreten. Nun kommt es in Hochfilzen zum ersten Duell der Saison.

Östersund - Denise Herrmann gab sich trotz aller Euphorie keinen Illusionen hin. Die Fortsetzung ihres verrückten Wintermärchens? "In der nächsten Woche kommt ja wieder die Laura", sagte Deutschlands neue Biathlon-Hoffnung mit einem breiten Grinsen: "Dann schaut die Sache wieder ganz anders aus." Oder vielleicht auch nicht. 

In Abwesenheit der Überfliegerin Dahlmeier nutzte Herrmann die Gunst der Stunde und setzte mit den sensationellen Siegen beim Weltcup-Auftakt in Östersund in Sprint und Verfolgung dicke Ausrufezeichen. Zum ersten Showdown mit Dahlmeier kommt es in der nächsten Woche, wenn die siebenmalige Weltmeisterin in Hochfilzen (8. bis 10. Dezember) ihren Saisoneinstand feiert. 

Herrmann scheut den Vergleich mit Dahlmeier

"Zu Laura fehlt mir noch sehr, sehr viel. Sie legt eine unglaubliche Konstanz hin und ist die beste Biathletin der Gegenwart", sagte Herrmann voller Respekt. Auch mit Blick auf die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) sprach die 28-Jährige aber von einer "super Konstellation für Biathlon-Deutschland", denn: "Ich habe das Privileg, mit ihr zu trainieren. Wir pushen uns immer gegenseitig, auch mal mit kurzen Sprints. Da ist sie auch scharf drauf, sich mit mir zu messen." 

In der Verfolgung am Sonntag duellierte sich Herrmann größtenteils noch mit der Französin Justine Braisaz. Als beide nach einem spannenden Rennverlauf aber fast zeitgleich auf die Schlussrunde gingen, war klar, dass die laufstarke Herrmann siegen würde. Strahlend reckte die ehemalige Langläuferin auf der Zielgeraden dann auch ihren Arm jubelnd in den schwedischen Flockenwirbel, schüttelte nach dem nächsten Gala-Auftritt fast ungläubig den Kopf. "Es ist richtig geil zu gewinnen", sagte Herrmann im ZDF

Der Sieg am Sonntag war noch einen Tick schöner als der am Freitag, weil sie direkt im Ziel die Gewissheit hatte. "Es ist noch geiler, als Erste über die Ziellinie zu laufen. Es ist unglaublich, wunderbar. Ich hatte noch nie so ein Gefühl." 

Zwei Siege zum Weltcup-Auftakt gelangen zuletzt Martina Beck

Herrmann schrieb Geschichte, zwei deutsche Einzel-Siege waren zum Weltcup-Auftakt zuletzt Martina Beck 2007 gelungen. Mit etwas Glück könnte Herrmann, die erst vor einem Jahr den Sprung vom Langlauf ins Lager der Skijäger gewagt hatte, schon in Hochfilzen das Gelbe Trikot der Gesamtweltcup-Führenden übernehmen. Die Sprint- und Verfolgungswertungen führt sie bereits an und wird dort in den nächsten Wettkämpfen im Roten Trikot antreten. 

Das Rennen am Sonntag über 10 km begann perfekt - nicht nur, weil Herrmann mit einem Polster von rund 15 Sekunden in die Loipe gegangen war. Ihr Vorsprung vergrößerte sich nach der ersten fehlerfreien Schießeinlage, auch die zweiten fünf Scheiben räumte sie liegend alle ab. Zur Halbzeit des Rennens hatte sich schon die Überraschung angedeutet. 

Der hellste, aber nicht einzige deutsche Lichtblick

"Ich bin extrem gut reingekommen, habe versucht, mein eigenes Rennen zu machen", sagte Herrmann, die dann beim ersten Stehendanschlag bei den letzten beiden Schüssen aber etwas wackelte. Zweimal zielte sie daneben, zwei Strafrunden musste sie drehen - Braisaz übernahm mit einem knappen Vorsprung die Spitze. 

Als Braisaz überholt war, glichen die letzten Meter einer Ehrenrunde. "Ich bin froh, dass es kein Kampf bis zur Ziellinie war. So konnte ich das hinten heraus noch genießen", sagte Herrmann, die zwar der hellste, aber nicht der einzige deutsche Lichtblick an diesem Tag war.

sid

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