Vor dem Großen Preis von Brasilien

Rosberg gegen Vettel um Rang zwei - Hamilton-Unfall

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Weltmeister Lewis Hamilton (Mitte) kann die Saison in Ruhe zu Ende fahren, während Nico Rosberg (l.) und Sebastian Vettel noch um den Vize-Titel kämpfen.

Sao Paulo - Die "deutsche Meisterschaft" zwischen Nico Rosberg und Sebastian Vettel bringt der Formel 1 im Endspurt noch Spannung. Für Aufsehen sorgte derweil ein Verkehrsunfall des Weltmeisters.

Ein Verkehrsunfall in den engen Straßen Monacos hat Lewis Hamilton ausgebremst, der alte und neue Weltmeister reiste erst später als geplant nach Sao Paulo. „Niemand wurde verletzt, das ist das Wichtigste“, schrieb der Engländer bei Instagram, „aber der Wagen wurde beschädigt, und ich habe ein stehendes Auto leicht berührt.“

Hamilton brachte damit ein wenig Licht ins Dunkel, und er sorgte für Aufsehen vor dem Großen Preis von Brasilien (Sonntag, 17.00 Uhr/RTL und Sky) - denn zunächst war lediglich Fieber als Grund für die verspätete Anreise genannt worden.

Sportlich wird in Interlagos aber ohnehin das Duell um die „deutsche Meisterschaft“ im Fokus stehen: Nico Rosberg gegen Sebastian Vettel. Der Kampf um Rang zwei sorgt für den letzten Funken Spannung im Endspurt der Formel 1.

„Zwei Rennen stehen noch aus, das sind zwei potenzielle Siege“, sagt Vettel selbstbewusst. Schon in Sao Paulo könnte die Entscheidung über die Vizemeisterschaft fallen, über Rang eins hinter Dominator Hamilton. Derzeit spricht dabei alles für Rosberg. Der Mercedes-Pilot hat das Teamduell gegen Hamilton zwar erneut deutlich verloren, 21 Punkte Vorsprung sind es aber noch auf Vettel - und der Silberpfeil ist noch immer das stärkere Auto. „Deshalb ist es mein Ziel, meine Form aus Mexiko in dieses Rennen mitzunehmen“, sagt Rosberg mit Blick auf seinen Sieg vor knapp zwei Wochen.

Für Vettel spricht vor allem seine komfortable Situation. Ferrari muss nicht mehr gewinnen, die Überlegenheit von Mercedes ist hinlänglich bekannt - aber Ferrari kann gewinnen, das haben die drei Saisonerfolge des Hessen gezeigt. Der Abstand wird immer kleiner.

„Denkt daran, dass wir noch vor neun Monaten fast eineinhalb Sekunden Rückstand hatten“, sagt Vettel, „jetzt ist es nur noch eine halbe Sekunde oder sogar weniger. Wir haben in diesem Jahr einen fantastischen Job gemacht.“ An guten Tagen kann Ferrari die Silberpfeile schlagen, zudem spielt alles Unvorhersehbare den noch unterlegenen Jägern in die Karten. Und davon gibt es in Brasilien stets eine ganze Menge.

So spielt das „verrückte Wetter“ (Rosberg) in Sao Paulo fast immer eine Rolle, und auch in diesen Tagen zuckten bereits die Blitze durch den dunklen Himmel über der Millionen-Metropole. Auch am Wochenende sind Hitzegewitter nicht ausgeschlossen, die Fahrer werden in Interlagos extrem gefordert.

Hamilton soll dann längst wieder bei vollen Kräften sein. Nach seinem Unfall am Montagabend ging er den Schritt an die Öffentlichkeit wohl auch, um anderen zuvor zu kommen. „Es gibt Menschen, die meine Position kennen, und die würden versuchen, einen Vorteil daraus zu ziehen“, schrieb Hamilton, der zuletzt in der Tat wegen einer fiebrigen Erkältung kürzer treten musste.

Am Sonntag soll er seinen Boliden wie geplant in die Startaufstellung steuern, und das wird er mit großen Ambitionen tun - in Gedanken bei seinem großen Idol Ayrton Senna. „Das war Ayrtons Heimrennen“, sagt Hamilton, „wenn ich dort bin, fühle ich stets seine Präsenz.“

In acht Anläufen hat der Engländer noch nie in Sao Paulo gewonnen, und irgendwie verbindet ihn das sogar mit dem Brasilianer. „Es ist unglaublich, wenn man bedenkt, dass Ayrton selbst acht Anläufe brauchte“, sagt Hamilton. Sollte ihm nun der erste Triumph gelingen, so der 30-Jährige, „dann wäre das eine Verbeugung vor Ayrton und ein weiteres Highlight in diesem fantastischen Jahr.“

SID

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