Konzentration auf WM

Nach 24. Meistertitel: Pechstein sagt EM-Start ab

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In Inzell holte sich Claudia Pechstein schon ihren 24. nationalen Meistertitel.

Inzell - Claudia Pechstein will bei der WM im Februar unbedingt eine Medaille über 5000 Meter gewinnen. Deswegen lässt sie sogar die EM in Tscheljabinsk sausen. Ihren 24. deutschen Meistertitel ließ sie sich vor dem Jahreswechsel aber nicht entgehen.

Claudia Pechstein will bei der Weltmeisterschaft in Heerenveen unbedingt eine Medaille und hat daher ihren Start bei den Eisschnelllauf-Europameisterschaften abgesagt. Bei den deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Inzell hatte die fast 43 Jahre alte Berlinerin am Dienstag souverän ihren 24. nationalen Titel erkämpft. „Unsere Ressourcen sind beschnitten. Es gilt, sie optimal zu nutzen“, begründete Pechstein ihre Absage für die Mehrkampf-EM am 10./11. Januar im russischen Tscheljabinsk.

Aus finanziellen Gründen waren vom Verband in diesem Jahr einige Trainingslager gestrichen worden. „Claudias Fokus gilt ganz klar der Einzelstrecken-WM in Heerenveen, wo sie auf den längeren Strecken gute Chancen hat. Die EM hat für uns keine große Bedeutung, weil dort anders als in Vorjahren nicht mehr die Startplätze für die Mehrkampf-WM vergeben werden“, erklärte Cheftrainer Markus Eicher.

Pechstein hatte am Dienstag im tief verschneiten Inzell souverän die 1500 (2:00,44 Minuten) und die 5000 Meter (7:07,03) für sich entschieden, nachdem sie tags zuvor schon Schnellste über 3000 Meter war. Damit gewann sie mit Riesenvorsprung und 164,675 Punkten vor den Berlinerinnen Isabell Ost (169,582) und Bente Kraus (169,808).

„So schön der 24. Titel für mich ist, so erschreckend ist zugleich, dass ich als fast 43-Jährige mit mehr als fünf Punkten das Klassement für mich entschieden habe“, sagte Pechstein. Im abschließenden 5000-Meter-Rennen mit Quartettstart hatte sie die in der Gesamtwertung zweitplatzierte Ost sogar überholt. Bei der EM in Russland werden nun Ost und die Inzellerin Jennifer Bay den Verband vertreten. Bente Kraus verzichtet wie Pechstein auf den Start in Tscheljabinsk.

Der insgesamt neunte nationale Mehrkampftriumph von Pechstein war nach dem Erfolg im Massenstart im Sommer und dem Hattrick über 1500, 3000 und 5000 Meter bei den Einzelstrecken-Meisterschaften in Berlin bereits ihr fünfter Titelgewinn in diesem Jahr. Dabei hatte die Berlinerin wegen eines Infekts nach dem Trainingslager auf Mallorca vor Weihnachten drei Tage nicht optimal trainieren können.

Mit einer Steigerung wartete am Dienstag Team-Olympiasiegerin Stephanie Beckert über 5000 Meter auf, die als Zweitplatzierte das zweite Ticket nach Pechstein für das Langstreckenrennen bei den Einzelstrecken-WM im Februar in Heerenveen erkämpfte. In 7:13,93 Minuten entschied die Erfurterin die Ausscheidung gegen Bente Kraus (7:19,62) deutlich zu ihren Gunsten.

Einziger deutscher EM-Teilnehmer bei den Herren wird der Berliner Jonas Pflug sein, da laut Qualifikationskriterien der Meisterschaftsstand nach drei Strecken den Ausschlag gab. Mehrkampf-Meister wurde dank seines Erfolges über 10 000 Meter (13:24,98) zum zweiten Mal nach 2012 der Chemnitzer Alexej Baumgärtner. Titelverteidiger Patrick Beckert hatte wegen eines Außenbandrisses am linken Fuß auf einen Start in Inzell verzichten müssen und damit auch seine Chance auf die EM eingebüßt.

dpa

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