Elektromobilität

Zwölf neue E-Auto-Ladesäulen in Wuppertal

WSW und Verwaltung haben 30 Standorte identifiziert, die bis 2024 verwirklicht werden sollen. Archivfoto: Uli Preuss
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WSW und Verwaltung haben 30 Standorte identifiziert, die bis 2024 verwirklicht werden sollen.

Wuppertal. Stadt hat weder Strategie noch Personal für langfristiges Infrastrukturkonzept.

Von Miriam Karout

Die Zahl der E-Autos steigt in Wuppertal rasant, doch die Ladestruktur ist weiterhin ausbaufähig. Hier und da gibt es Ansätze, wie die Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität in der Stadt vergrößert werden soll. Ein Strategiekonzept hat die Verwaltung allerdings noch nicht.

„Wuppertal hat im Ranking im Ausbau der E-Mobilität die letzten beiden Plätze belegt“, sagt René Schunck, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Ratsfraktion. Der Anstieg der Zulassungen von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen sei exponentiell. „Aber die Anzahl der Ladesäulen hat sich nicht verändert“, so Schunck. Deshalb hatte die FDP-Fraktion eine Große Anfrage zum Thema Ladeinfrastruktur für E-Mobilität zur Verkehrsausschusssitzung vorgelegt, die nun in der Ratssitzung beantwortet wird.

In diesem Jahr möchten wir gerne weitere zwölf Ladesäulen mit 24 Ladepunkten erreichen.

Rainer Friedrich, WSW-Sprecher

„Der Verwaltung liegt kein Strategiekonzept vor“, sagt Moritz Luhn von der Koordinierungsstelle Klimaschutz der Stadt Wuppertal. Die personellen Kapazitäten habe man aktuell nicht. Eine personelle Grundlage dafür soll aber im Rahmen der Neustrukturierung des Nachhaltigkeitsressorts bald geschaffen werden. Aufgrund der Vielzahl der Maßnahmen im Klimamanagement könne die Thematik der Ladeinfrastruktur jedoch nur niederschwellig bearbeitet werden, erklärt Luhn.

Die Verwaltung sei aber im ständigen Austausch mit den Stadtwerken Wuppertal (WSW). Aktuell habe man mehr als 30 Standorte identifiziert für eine oder mehrere Ladesäulen. „Der Plan ist, die bis 2024 möglichst zu realisieren“, so Luhn. In diesem Jahr sollen noch einige Ladesäulen vonseiten der WSW gebaut werden. Das bestätigt Sprecher Rainer Friedrich: „In diesem Jahr möchten wir gerne weitere zwölf Ladesäulen mit 24 Ladepunkten erreichen.“ Dafür haben die Stadtwerke entsprechend Förderanträge gestellt und warten nun auf die Bewilligung. „Die neuen Standorte werden in Cronenberg, Ronsdorf, Vohwinkel und Elberfeld sein“, so Friedrich.

Ausbau der Ladeinfrastruktur gehe zu langsam voran

„Zehn Ladepunkte jedes Jahr, das ist nichts“, kommentiert René Schunck (FDP). Die Antworten der Verwaltung auf die Große Anfrage seien nicht zufriedenstellend, der Ausbau der Ladeinfrastruktur immer noch „viel zu langsam“. Er wünscht sich ein Konzept der Stadt. „Wenn die WSW das nicht schaffen, dann brauchen wir Drittanbieter“, meint er.

Anfragen von Drittanbietern hat es bei der Verwaltung bereits gegeben – aktuell gibt es eine zum sogenannten „Laternenladen“. Bei dieser Art von Ladesäule wird eine Art „Rucksack“ auf bestehende Stahllaternen installiert. Die Laternen bieten dann allerdings nur 3,7 Kilowattstunden Ladeleistung. Eine herkömmliche Ladesäule hat zwischen elf und 22 Kilowattstunden. „Es ist eine geringe Ladeleistung, dafür sind aber keine Erdarbeiten notwendig“, erklärt Moritz Luhn. So könnten Autos, die ohnehin an Laternen parken, über Nacht geladen werden. Ressortintern stimme man gerade darüber ab. „Da gibt es in anderen Städten auch schon Projekte. Das geht natürlich nicht an allen Laternen und auch nicht auf einen Schlag“, so Luhn. Doch es würde das Angebot gut ergänzen.

Das „Laternenladen“ steht im Gegensatz zu den Schnellladeparks mit mindestens zwölf sogenannten High-Power-Charging-Ladepunkten (HPC). Ein solcher ist bis zum Jahr 2024 in Elberfeld vorgesehen. Die Ladepunkte haben eine Leistung von über 150 Kilowattstunden, die Autos sind dementsprechend schneller geladen. Diverse Anbieter seien interessiert und mit den WSW im Austausch. Nun müsse ein städtisches Grundstück in Elberfeld gefunden werden.

An den herkömmlichen Ladestationen stehen Autos allerdings länger. Meist sind sie erst ab drei Stunden oder mehr zu 80 Prozent geladen. „Ladesäulen blockieren, ist im innerstädtischen Bereich auch mal ein Problem“, so Luhn. Die WSW haben deswegen eine Regelung eingeführt, dass ab vier Stunden Gebühren von 10 Cent pro Minute anfallen. „Die Standgebühren an den Ladesäulen sollen verhindern, dass die Autos nach Abschluss des Ladevorgangs stehen bleiben und andere E-Mobilisten die Ladepunkte nicht nutzen können“, erklärt WSW-Sprecher Rainer Friedrich. Das wurde schon von einigen kritisiert. „Das ist ein Unding, wir reden von Elektroautos, die gute fünf Stunden brauchen“, so René Schunck (FDP). Es sei kontraproduktiv, diejenigen zu bestrafen, die ein E-Auto haben.

Ladesäulen

Die WSW haben im Stadtgebiet bislang insgesamt 51 öffentliche Ladestationen installiert. Sie sind auf Parkplätzen und in Parkhäusern zu finden.

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