Zentrum für verfolgte Künste würdigt Ukraine-Kriegsreporter

Fotojournalist Maksim Levin wurde am 1. April tot aufgefunden

Von Philipp Müller

Solingen Seit 2014 berichtete der ukrainische Fotojournalist Maksim Levin aus und in seinem Heimatland über die kriegerischen Auseinandersetzungen mit Russland. Seit Mitte März wurde er vermisst. Seine Leiche wurde am 1. April im Dorf Huta Mezhyirska in der Nähe von Kiew nach dem Abzug der russischen Truppen aufgefunden. Zur Todesursache ist verlässlich nichts bekannt, aber es gibt Berichte, nach denen er Schussverletzungen erlag.

Im Zentrum für verfolgte Künste werden in Kürze Teile seiner letzten Bilderserien, solche aus dem Donbass seit 2014 oder auch zum Konflikt auf dem Maidan 2014 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gezeigt. In der kommenden Woche werden Kuratorin Birte Fritsch und Zentrumsdirektor Jürgen Kaumkötter die letzten Gespräche und Vorbereitungen treffen. In der Woche nach dem Dienstag, 26. April, sollen die Fotos und eventuell auch Videos gezeigt werden.

Levin gehört laut Angaben von „Reporter ohne Grenzen“ zu den sieben bisher bei der journalistischen Arbeit im ukrainischen Kriegsgebiet getöteten Berichterstattern. Ein Bild der zerstörten Stadt Borodyanka war auf dem Titelbild einer „Spiegel“-Ausgabe von Anfang März zu sehen. Die Nachrichtenagentur Reuters verbreitete seine teils erschütternden Zeugnisse von der Front in alle Welt.

Doch wie kommen diese Bilder nun nach Solingen und warum ins Zentrum für verfolgte Künste? Am Mittwoch dieser Woche war Daniela Hermes im Zentrum im ehemaligen Gräfrather Rathaus. Sie engagiert sich in der Flüchtlingshilfe und hatte drei aus der Ukraine geflüchtete Frauen dabei, eine Journalistin und zwei Bekannte der Familie Levin. Was Fritsch und Kaumkötter erfuhren war dies: Mkasim Levin hinterlässt vier junge Söhne und seine Lebensgefährtin.

„Maksim Levins Familie möchte, dass alle sehen, was in der Ukraine passiert.“

Flüchtlingshelferin Daniela Hermes zur Ausstellungsidee

Die drei Frauen berichteten, die Nachfahren des Fotografen hätten einen großen Wunsch: „Maksim Levins Familie möchte, dass alle sehen, was in der Ukraine passiert.“ Dazu hätten sie ein renommiertes Museum gegoogelt und seien auf das Zentrum gestoßen.

Jürgen Kaumkötter versicherte, dass man das jetzt selbstverständlich auch außerhalb des Ausstellungsplans umsetzen werde. Das Museum beteilige sich gerne an der Dokumentation dieser schrecklichen Zeitgeschichte. Denn der Zentrumsdirektor ist auch persönlich betroffen und hatte zuletzt im Interview mit dem Tageblatt erklärt, wie stark ihn die Schicksale der Kunst- und Kulturschaffenden in Russland und der Ukraine bewegen, weil er in beiden Ländern Künstlerinnen und Künstler kennt.

Noch sind nicht alle Planungen abgeschlossen, wie der verstorbene Fotograf, dessen Tod weltweit für Schlagzeilen sorgte, über das Zeigen der Bilder hinaus gewürdigt werden soll. Eine Eröffnungsfeier wird es auf jeden Fall geben, sagte Kaumkötter gestern.

Für die vier Söhne, die in der Ukraine sind, soll jetzt Geld gesammelt werden, berichtete Daniela Hermes. Das wird schon am 24. April so sein. Dann werden bereits einige Bilder im Südpark bei einem Osterfest für ukrainische Flüchtlinge zu sehen sein.

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