Wupperwände

Holzkonstruktion ermöglicht Klettern in neuen Dimensionen

Mächtig erhebt sich der neue Außenklettertum neben der Halle Wupperwände.
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Mächtig erhebt sich der neue Außenklettertum neben der Halle Wupperwände.

Neue Attraktion neben dem Kletterzentrum Wupperwände in Wuppertal geht bald in Betrieb.

Von Günter Hiege

Wuppertal. Wer gestaunt hat, wie schnell beim internationalen Studentenwettbewerb Solar Decathlon an der Mirke die Holzhäuser aus dem Kies am Bahnhof gestampft waren, der dürfte aktuell an der Badischen Straße den Mund nicht mehr zubekommen. In wenigen Wochen ist hier eine gigantische Holzkonstruktion entstanden.

16 Meter hoch und weit ausladend ragt sie neben dem Kletterzentrum Wupperwände in die Höhe und macht die geplante Umgestaltung des Außengeländes durch den DAV Wuppertal eindrucksvoll sichtbar. „Wenn alles optimal läuft, können wir die Anlage vielleicht schon nach den Sommerferien in Betrieb nehmen, das erweitert unsere Möglichkeiten hier natürlich enorm“, freut sich Manuel Dahmen, einer der beiden Betriebsleiter des Kletterzentrums, das vom DAV selbst betrieben wird.

Auch die Konstruktion der neuen, genormten Speedwand an einer Hallenwand ist bereits im Rohbau zu sehen, genauso wie ein Boulderwürfel, der künftig draußen Klettern auch ohne Seil bis in Absprunghöhe ermöglicht. Mit 300 Quadratmeter Kletterfläche erweitert er die bisherige Drinnen-Boulderfläche um 50 Prozent.

Klimakonzept noch in der Warteschleife

Nach ihrer Fertigstellung 2006 waren die Wupperwände Vorbild für viele Kletterhallen, die seitdem in der Umgebung entstanden sind und die Wuppertal, was die Möglichkeiten in den olympischen Disziplinen Lead, Speed und Bouldern angeht, zum Teil klar überholt haben. „Jetzt haben wir wieder ein Alleinstellungsmerkmal“, freut sich Dahmens Geschäftsführerkollegin Claudia Leyendecker. Wer auf den gigantischen Kletterturm mit mehr oder minder großen Überhängen und seiner mächtigen Überdachung schaut, die sich bis über die Speedwand zieht, der glaubt das sofort. Auch architektonisch ist das ein Leckerbissen.

Einmalig soll künftig auch das Energiesparkonzept des DAV Wuppertal  werden, der die Halle bis 2030 klimaneutral machen will. Hier geht es allerdings nicht ganz so schnell voran wie beim Außengelände, wo man noch im vergangenen Jahr mit den Holzbauern die Verträge abgeschlossen hatte. „Vieles hängt von den Probebohrungen  ab, die ergeben sollen, ob der Platz hier geeignet ist, um wie geplant Erdwärme zu nutzen“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins, Professor Andreas Schlenkhoff.

Ein Solegemisch soll bis in 100 Metern Tiefe gepumpt werden und die Wärme von dort mit nach oben nehmen, wo sie über Wärmetauscher, die im Sommer auch kühlen können, nutzbar gemacht wird. Die Probebohrung muss aber zunächst zeigen, wie ergiebig das an dieser Stelle wirklich ist, wobei die dortigen Gesteinsformationen   prinzipiell als geeignet gelten. Die Bohrung war eigentlich schon länger vorgesehen, hat sich aber wie so vieles, was derzeit in den Bau- und den Umwelttechnikbereich fällt, verzögert. Ausgebremst wurde auch die geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach, die Strom für die Wärmepumpe und die gesamte Halle liefern soll, wegen unterbrochener Lieferketten nun aber wohl erst im Frühjahr 2023  installiert werden kann. Bei der  geplanten Umstellung von Halogen- auf LED-Beleuchtung in der Halle tue sich derzeit auch noch nichts, so Schlenkhoff.

Der Aufzug, der außen an der Halle angebracht werden und künftig auch einen barrierefreien Zugang zur oberen Kletterebene ermöglichen soll, ist zwar in Teilen schon angeliefert, muss aber auch noch installiert werden. „Das sollte in diesem Jahr noch klappen“, so Schlenkhoff. 

Die sogenannten Wandbauer, die die im Rohbau fertigen Außen-Klettertürme verkleiden und dann auch mit den nötigen Griffen versehen, sollen dagegen bereits ab nächster Woche ihre Arbeit aufnehmen.  Dann dürfte es wieder heißen: Staunen, wie schnell ein Bauwerk wachsen kann.   

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