Wuppertaler Sommer wird immer länger

(red) Wuppertal. Ungewöhnliches Jubiläum bei den Atmosphärenforschern der Bergischen Universität: GRIPS, ihr Gerät zur Messung der Temperatur in der Hochatmosphäre startete vor 30 Jahren, am 23. Juli 1980. Damit entstand die weltweit längste und dichteste Messreihe ihrer Art.

Erstaunlichstes Ergebnis nach 30 Jahren Dauermessung: In diesem Zeitraum ist der Sommer über Wuppertal um etwa drei Wochen länger geworden! Und: In der oberen Atmosphäre hat eine auffällige Veränderung der Zirkulation stattgefunden. Die Atmosphärenforscher unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Koppmann interessieren vor allem auch die Zusammenhänge mit der unteren Atmosphäre. Das Wuppertaler GRIPS-Gerät ist heute immer noch "Stand der Technik".

Seit drei Jahren gehört GRIPS (Ground-based Infrared P-Branch Spectrometer) zu einem von der Welt-Meteorologie-Organisation initiierten und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreuten Netzwerk zur Erkennung von Veränderungen in der Hochatmosphäre. Und so funktioniert der GRIPS-Betrieb: Abends wird das GRIPS-Gerät angeschaltet und mit flüssigem Stickstoff befüllt.

Während der Wuppertaler Nacht erfolgt schließlich die automatische Messung. Nach dem Abschalten am Morgen werden die gemessenen Daten auf ihre Qualität hin überprüft und insofern ausgewertet, als aus den Signalen die Temperatur der Atmosphäre in 87 Kilometern Höhe abgeleitet wird. Dieser Betrieb erfordert die ganze Disziplin der beteiligten Physiker, denn es wurde und wird an sieben Tagen in der Woche gemessen, inklusive aller Sonn- und Feiertage.

Etwa 60 Prozent der bergischen Nächte erweisen sich als brauchbar. Was man, so ein Wissenschaftler, "für das Regenloch Wuppertal nicht so ohne weiteres erwartet hätte". An den GRIPS-Langzeitmessungen waren ganze Generationen von Physikstudenten, Diplomanden und Doktoranden beteiligt. Dabei sind im Laufe der Jahre fünf Diplomarbeiten, zwei Doktorarbeiten und fast 40 Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften entstanden.

Mehr im Internet: www.atmos.physik.uni-wuppertal.de

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