Genuss

Wuppertaler Pralinen international ausgezeichnet

Inhaberin Solvejg Kleins Lieblings-Konfekt ist Pistazien-Salzkaramell. Archivfoto: Anna Schwartz
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Inhaberin Solvejg Kleins Lieblings-Konfekt ist Pistazien-Salzkaramell.

Die Schokoladen-Manufaktur „Das Bernsteinzimmer“ feierte viele Erfolge.

Von Hannah Florian

Wuppertal. Zu zweit haben Solvejg Klein und Oliver Pak 2015 die vegane Schokoladenmanufaktur „Das Bernsteinzimmer“ gegründet. Fünf Jahre später hat sich das Team mehr als verdoppelt. Zehn Personen werkeln hinter den Kulissen des Unternehmens. „Aber es geht immer noch sehr familiär zu“, betont die Inhaberin.

Am Anfang gab es nur sie als Schokoladenherstellerin und Oliver Pak als den Herren der Zahlen. Mittlerweile zählt das Team eine fest angestellte Konditorin, jemanden, der sich um die Webseite, die sozialen Medien, den Vertrieb und die Organisation der Messen und Events kümmert.

Auch das Sortiment hat sich verändert. Gestartet ist das Bernsteinzimmer mit acht Sorten Konfekt, Schokoladentafeln in zwölf Geschmacksrichtungen. Heute findet man im Onlineshop an die 50 Sorten Pralinen und nur noch drei Tafeln vegane Schokolade.

Das Konfekt ist es auch, was international Preise gewonnen hat. Seit drei Jahren nimmt Solvejg Klein mit ihren Kreationen an Wettbewerben teil. „Und egal, ob in Deutschland, Österreich oder Großbritannien, wir wurden überall ausgezeichnet“, berichtet die 33-Jährige stolz. Das Konfekt Maple-Pekao Nougat holte 2019 beim Wettbewerb der Academy of Chocolat in London Silber, 2018 die Praline Matcha-Chashew. Das Kaffee-Kardamom Konfekt mit Kaffee aus den Wuppertaler Troxler-Werkstätten gewann in diesem Jahr die Bronze-Auszeichnung. „Besonders international wird immer davon ausgegangen, wir kommen aus Berlin. So etwas Cooles kann ja nicht aus Wuppertal stammen“, sagt die Manufaktur-Inhaberin.

Mittlerweile werden die Räume am Wuppertaler Ostersbaum zu klein. Der Umzug wird aber wegen der Corona-Auswirkungen um zwei Jahre verschoben. Ins Auge gefasst haben die Inhaber einen Standort in der Konsumstraße, in Nachbarschaft zum Unternehmen Veganbox. Im kommenden Jahr soll zudem die GmbH gegründet werden. Wenn das klappt, möchte Klein Ausbildungsbetrieb werden.

Kunden verzeichnet die vegane Schokoladenmanufaktur mittlerweile nicht mehr nur aus Deutschland, „sondern aus allen der EU angrenzenden Länder“. Vor fünf Jahren trudelten 10 bis 20 Bestellungen in der Woche ein. „Mittlerweile sind es 30 bis 40 am Tag.“

Ein Schoko-Profi musste lernen, wie man ein Unternehmen führt

Wie sich das entwickelt hat mit der internationalen Bekanntheit, kann Solvejg Klein gar nicht so genau sagen. „Die meisten Lieferanten sind auf uns zugekommen“, berichtet sie. „Gefunden werden wir über die sozialen Medien. Trotzdem ist das Bernsteinzimmer nicht von jetzt auf gleich, sondern organisch gewachsen.“ Gewachsen ist in den vergangenen Jahren auch Solvejg Klein selbst, und zwar an ihren Aufgaben als Geschäftsführerin. „Ich habe zwar gelernt, wie man Schokolade macht, aber nicht, wie man ein Unternehmen führt. Da musste ich erst lernen.“

Die Corona-Krise hat das Unternehmen bisher gut überstanden – nach einem kurzen Schock-Moment im Frühjahr. „Wir nehmen eigentlich an ganz vielen Messen teil und hatten vor dem ersten Lockdown Produkte im Wert von 10 000 Euro dafür hergestellt“, berichtet Klein. Nach kurzer Panik reflektierte sie, worin der Unterschied zwischen ihrem Online-Shop und der Präsenz auf Messen bestehe. Fazit: „Die Besucher können auf Messen ihr Konfekt selbst zusammenstellen.“ Also setzte das Team das Konzept auch für den Online-Shop um – mit Erfolg. „Der Shop explodierte, der April war der umsatzstärkste Monat seit Unternehmensstart, nur überholt vom jetzigen November“, berichtet Klein.

Vormerken: Am 12. Dezember um 12 Uhr findet der Werksverkauf des Bernsteinzimmers online statt. Es gibt Pralinen und Schokolade, die optisch kleine Mängel aufweisen, zum Schnäppchenpreis.

dasbernsteinzimmer.com

Vegan in Wuppertal

Das Angebot an Cafés und Restaurants, die in Wuppertal vegane Produkte anbieten, ist in den letzten Jahren gewachsen. Zu nennen wären da das Fancy Foods auf der Friedrich-Engels-Allee und das Café Medusa neben dem Gaskessel. Beide Bistros setzten zu 100 Prozent auf vegane Küche. Auch das MangiMangi und das Milias Coffee in der Elberfelder City führen vegane Snacks und Kuchen, ebenso das Café Himmelblau. Fündig werden Veganer zudem in diversen Cafés und Bistros im Luisenviertel.

Der Wuppertaler Nils Ermanns lebt seit acht Jahren vegan und ist Administrator der Facebook-Gruppe Wuppertal Vegan. Seiner Meinung nach besteht gerade bei den Wuppertaler Restaurants in Sachen vegane Küche noch Nachholbedarf.

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