Nachhaltig

Wuppertaler Ölberg erhält zweite Mobilstation

Die erste Mobilstation am Ölberg wurde 2019 am Schusterplatz eingerichtet. Sie soll zum Vorbild für andere Quartiere werden. Archivfoto: Andreas Fischer
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Die erste Mobilstation am Ölberg wurde 2019 am Schusterplatz eingerichtet. Sie soll zum Vorbild für andere Quartiere werden.

Wuppertal. Sie sollen einen Beitrag zur Verkehrswende leisten – Stadt unterstützt finanziell.

Von Bastian Küllenberg

Der Ölberg bekommt eine zweite Mobilstation. An der Ecke Dorotheenstraße / Charlottenstraße soll im bei auswärtigen Gästen beliebten Elberfelder Wohnviertel eine Fahrradgarage und zwei Carsharing-Stellplätze entstehen.

Thomas Weyland von der Initiative Mobiler Ölberg spricht von einer „kleinen Mobilstation“ und erklärt: Üblicherweise seien Mobilstationen an großen Knotenpunkten und ermöglichen ein Umsteigen in den öffentlichen Nahverkehr. Ein Beispiel für eine eher klassische Mobilstation findet man am Schusterplatz. Die dortige Mobilstation ist im September 2019 worden.

„Weniger Autos bedeuten mehr Platz für das Leben im Quartier.“

Thomas Weyland von der Initiative Mobiler Ölberg

Sie besteht aus einer Fahrradgarage, in der zwölf Räder aufgehängt und verschlossen werden können. Zudem gibt es sechs Fahrradbügel, eine Carsharing-Station mit zwei Stellplätzen sowie zwei Plätze für Taxis. In der Nähe befinden sich die Bushaltestellen Lutherstift und Otto-Böhne-Platz zum Umstieg in den ÖPNV.

Weyland sieht die Mobilstationen als wichtigen Beitrag zur Verkehrswende: „Weniger Autos bedeuten mehr Platz für das Leben im Quartier.“ Der Bedarf nach mehr Fahrrad-Infrastruktur sei vorhanden. Schon jetzt gebe es eine Liste von zehn Personen, die einen Platz in der neuen Fahrradgarage an der Dorotheenstraße mieten wollen. Gerade in den Gründerzeitquartieren sei es schwierig, neue Räder und E-Bikes in Hausfluren oder Kellern abzustellen. Abstellmöglichkeiten können Menschen motivieren, auf das Rad umzusteigen, sagt der Elberfelder Bezirksbürgermeister Thomas Kring (SPD), der die neue Station begrüßt. Sichere Abstellmöglichkeiten nennt er einen „ganz wichtigen Schlüssel“ zur Verkehrswende. Die ersten Entwürfe für die Fahrradgarage und die Mobilstation stammen von Industriedesigner Hannes Mayer von der Initiative Mobiler Ölberg. Größtes Hindernis für Mobilstationen sei generell die Betreibersituation. Es erleichtere die Sache, wenn dies von lokalen Initiativen übernommen werde, so Kring. Die Kontakte ins Quartier und zu den potenziellen Nutzern seien unmittelbarer.

Betreiber der Fahrradgaragen am Ölberg ist der Verein Unternehmer/innen für die Nordstadt, zu dem auch die Initiative Mobiler Ölberg gehört. Bisher arbeite man damit auf Kostendeckung hin, so Weyland. Der Schwerpunkt liege auf dem politischen Gehalt der Verkehrswende, daher habe man noch keine Überlegungen angestellt, Geld mit der Vermietung zu verdienen, erklärt Weyland. Die Kosten für die Fahrradgarage an der Dorotheenstraße belaufen sich nach aktueller Kalkulation auf rund 20 000 Euro. Die Stadt beteiligt sich mit 7500 Euro aus der Stellplatzrücklage, weitere 2500 Euro gibt die Bezirksvertretung Elberfeld hinzu. Den Rest finanziert der Unternehmer-Verein. Seit 2014 vermietet der Verein bereits 22 Stellplätze auf einem Parkplatz an der Sattlerstraße. Die Überschüsse der Stellplatzvermietung fließen seit 2019 in die Projekte der Initiative .

In vielen Quartieren entstünden zur Zeit Bürgerinitiativen zur Verkehrswende. Es wäre im Sinne der Stadt, wenn der Ölberg mit seinen Mobilstationen zum Vorbild für andere Quartiere werde, sagt Verkehrsdezernent Frank Meyer. Die dicht bebauten Gründerzeitviertel seien nicht für die Mobilität des 21. Jahrhunderts ausgelegt. Die Mobilstationen könnten dazu beitragen, Alternativen zum Auto zu bieten. Infolge steigender KFZ-Zulassungen belasteten parkende Autos zunehmend die Quartiere. Die Mobilstationen könnten dazu beitragen, Alternativen zum Auto zu bieten, so Meyer. Wichtig sei es, alternative Mobilitätsformen zu stärken, und das auf eine verträgliche Weise. Die Stadt wolle eine möglichst große Menge von Mobilstationen in Wuppertal ermöglichen.

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