Drastischer Einschnitt

Wuppertaler Neumarkt wird umgestaltet

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Der Neumarkt wird für längere Zeit nicht für größere Veranstaltungen zur Verfügung stehen. 

WUPPERTAL Händler weichen aus. Das Elberfelder Areal könnte für zwei Jahre nicht für Feste zur Verfügung stehen.

Von Manuel Praest

Wall und Neumarkt sollen in den kommenden Jahren umgestaltet werden. Für den Neumarkt bedeutet das einen drastischen Einschnitt: Das Areal wird für längere Zeit nicht für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Auch der Wochenmarkt müsste dann umziehen, wie die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. Wann und wie lange, dazu will sich Baudezernent Frank Meyer (SPD derzeit noch nicht äußern. Dass es möglicherweise um bis zu zwei Jahre geht, wie mancherorts gemutmaßt wird, will Meyer aber nicht bestätigen.

WSW starten ihre Arbeiten am Wall bereits im kommenden Jahr

Ein Zeitraum von 2021 bis 2023, erklärt Ratsherr Klaus Lüdemann, der für die Grünen auch in der Bezirksvertretung Elberfeld sitzt, sei zum Beispiel in der Diskussion um die künftige Ausrichtung der Weihnachtsmärkte genannt worden. Dezernernt Matthias Nocke hatte zudem erklärt, die Weihnachtsmärkte aufgrund des Neumarkt-Umbaus von Jahr zu Jahr planen zu wollen.

Die Planungen seien noch ganz am Anfang, erklärt Dezernent Meyer. „Viele Fragen sind noch zu klären.“ Auch, was die Finanzierung des Umbaus angeht. Fest steht, dass nach der Fertigstellung des Döppersbergs als nächste Schritte Wall und Neumarkt - „für uns eine städtebauliche Einheit“, so Meyer - an der Reihe sind. Ab 2019 starten die WSW dort mit Arbeiten an den Versorgungsleitungen. Sind die abgeschlossen, stehe die Neugestaltung an. Dazu werde es einen Gestaltungswettbewerb geben, Politik und Bürger müssten beteiligt werden. Das volle Programm also.

Dabei habe die Stadt, so Meyer, auch die parallele Planung der ISG Poststraße/Alte Freiheit im Blick. Dass beide Nord-Süd-Achsen in der Innenstadt zu Großbaustellen werden, will Meyer auf jeden Fall verhindern und verspricht: „Wir werden uns abstimmen.“

Offen ist zum Beispiel die Zukunft des Bunkers

Beim Neumarkt selbst gibt es noch einige Unwägbarkeiten. Offen ist zum Beispiel die Zukunft des Bunkers. Muss er möglicherweise sogar herausgehoben werden? Das müsste erstmal geprüft werden, so Meyer. Der Aufwand der Arbeiten wirke sich definitiv auf die Länge der Sperrung des Neumarktes aus. Schätzungen will er nicht abgeben, stellt aber noch einmal klar: „Es geht nicht um ein paar Wochen.“

Die Marktbeschicker gehen von eineinhalb bis zwei Jahren aus, wie Sprecher Frank Schmitz im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Das was „Großes“ auf sie zukomme, sei schon länger bekannt. „Wir sind voll in die Gespräche eingebunden“, so Schmitz. Natürlich würde man lieber auf dem Neumarkt bleiben, könne aber nachvollziehen, dass durch die Baustelle kein Platz sein wird. „Elberfeld wird sich bis 2025 gewaltig verändern – und hinterher ist alles gut“, sagt Schmitz. Willy-Brandt-Platz, Platz am Kolk, Kirchplatz & Co.: Was einen Ausweichstandort angeht, gebe es viele Ideen, auch von Seiten der Stadt. Einen Favoriten will Schmitz noch nicht nennen. Aber: „Was nicht geht, ist, dass wir zerstückelt werden. Der Markt muss auf einem Platz stattfinden.“ Und einer gehe auf keinen Fall. Der Karlsplatz, den zum Beispiel einige in der Bezirksvertretung Elberfeld gerne genutzt sehen würden, sei definitiv kein Thema.

NEUMARKT

TOILETTEN Keine Zukunft mehr haben die Toiletten unter dem Neumarkt, wie Meyer sagt. Öffentliche Toiletten werde es aber auf jeden Fall dort geben. Über einen genauen Standort müsse im Rahmen der Neugestaltung entschieden werden.

Klaus Lüdemann ist nicht begeistert, dass der Neumarkt so lange nicht zur Verfügung stehen wird. „Und ich rechne mit dem Schlimmsten, also mit zwei Jahren.“ Es sei aber notwendig, „denn das, was wir jetzt dort haben, stammt im Grunde aus den 1950er Jahren“. Wichtig sei bei allem, Anlieger und Geschäftsleute zu beteiligen, so Lüdemann. Die Neugestaltung biete die Chance, auch die Verkehrsführung zu überdenken. Schon vor Jahren habe es den Vorschlag gegeben, den Wall zu „verlegen“, die Straße direkt an der Commerzbank vorbei und dann im Osten des Platzes wieder in Richtung Neumarktstraße zu führen. Der Vorteil: Mit der dann verkehrsfreien Fläche vor dem Kaufhof würde der gesamte Neumarkt wachsen.

Frank Meyer will sich zu solchen Vorschlägen aktuell nicht äußern. Er sagt aber: Der neue Neumarkt soll alle Arten von Veranstaltungen und Märkten ermöglichen. Die gesamte Planung sei noch „ein zartes Pflänzchen“. Eine Formulierung, die auch Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius (SPD) aufgreift. „Ein falscher Tritt kann schon alles kaputt machen.“ Er hoffe auf ein „harmonisches Gesamtwerk“.

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