Wuppertaler Musikszene will Agora-Festival

Mit Crowdfunding 10 000 Euro sammeln

Von Valentin Schneider

Wuppertal Agora – so wurden im alten Griechenland die Marktplätze genannt. Jeder der wollte, konnte an diesem zentralen Ort mit anderen Menschen in Kontakt treten und sich austauschen. In unserer modernen Gesellschaft gibt es so etwas eher selten. Daher haben sich einige junge Männer und Frauen aus der lokalen Hip-Hop-Szene überlegt, wie sie eine Agora in Wuppertal ins Leben rufen können.

Leonard Schorm, dessen Rapper-Name Cyrill lautet, ist einer der acht Initiatoren der Agora. Ziel sei es vor allem, Bürger aus allen Teilen der Stadt, allen Berufsschichten, Nationalitäten, Religionen und Altersgruppen zusammenzubringen. Schorm: „Wir wollen mit den Menschen über ihre persönlichen Wünsche und Probleme sprechen. Gleichzeitig wollen wir aber ebenfalls ihre Meinungen zu aktuellen Themen hören und diese im Rahmen der Agora diskutieren.“

2020 entstand zusammen mit dem internationalen Bund (IB) das erste Agora-Festival im Sommer 2020 auf dem Gelände des Bob-Campus. Einige Hip-Hopper kamen damals zur Veranstaltung unter Corona-Bedingungen. Die Rap-Cypher, eine Freestyle Rap-Form, auf dem Festival wurde damals direkt zu einer kleinen Besonderheit. Sie steht unter dem Motto der Agora: Statt sich in den Texten gegenseitig fertigzumachen, rappten die Musiker über gesellschaftliche Probleme und Konflikte.

Träger bricht weg, Jugendtheater springt ein

Um das nächste Festival zu finanzieren, wurde eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen. Dabei sollen rund 10 000 Euro für die Agora gesammelt werden. „Diese werden dann in einen Fonds fließen, der uns ein Festival in jedem Sommer ermöglichen soll“, sagt Leonard Schorm. „Leider ist uns dann aber kürzlich mit dem IB der Träger des Projekts weggebrochen.“ Durch die Unterstützung des SPD-Abgeordneten Helge Lindh konnten die Agora-Veranstalter dann aber schnell im Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater einen neuen Träger finden. Neben Lindh und dem Bob-Campus unterstützen auch das Quartierbüro Vier-Zwo-Zwo und das Rockprojekt Wuppertal die Idee.

Neben dem Festival werden weitere Veranstaltungen angeboten. „Wir wollen mit der Aktion vor allem auch Jugendliche ansprechen, deswegen veranstalten wir kleine Cyphers oder Interviews vor Ort in den Schulferien“, so Schorm.

Zunächst hoffen die Agora-Initiatoren, dass das Spendenziel erreicht wird. In ferner Zukunft hat Schorm die Vision von einer Agora als großes Hip-Hop-Festival. Spenden sind bis zum 19. Mai unter folgendem Link möglich:

www.startnext.com/ agora-wuppertal

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