Modellbau

Wuppertaler Miniland zeigt ein Stück Geschichte

Reinhard Clasen und Andreas Bergermann (v. l.) haben bereits viel Geld und Arbeitsstunden in ihr Miniaturwunderland gesteckt. Foto: Andreas Fischer
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Reinhard Clasen und Andreas Bergermann (v. l.) haben bereits viel Geld und Arbeitsstunden in ihr Miniaturwunderland gesteckt.

Wuppertal. Die Modellbau-Enthusiasten Andreas Bergermann und Reinhard Clasen erschaffen eine detailgetreue Landschaft im Kleinformat.

Von Friedemann Bräuer

Vor fünf Jahren hatten die ehemaligen Bankkaufleute und Modellbau-Enthusiasten Andreas Bergermann und Reinhard Clasen eine Idee: Sie wollten in reiner Privat-Initiative im einstigen Gebäude des Industrieunternehmens 3M und des Leo-Theaters an der Oehder Straße eine Modellbaulandschaft entstehen lassen. Den Namen hatte Andreas Bergermann schon lange vorher erfunden: Wuppertaler Miniland, kurz „Wumila“, inzwischen auch eine eingetragene Marke für eine rund 600 Quadratmeter große Fläche im ersten Stock und noch einmal 150 Quadratmeter im Untergeschoss.

„Wir hoffen, dass wir hier möglichst vor Weihnachten noch Besucher begrüßen zu können.“

Die beiden Geschäftsführer

Dort eröffnen sich dem Besucher Weiten, in denen im Modell unterschiedliche Verkehrsformen wie Eisenbahn, Straßenbahn („Wuppertal hatte mal das sechstgrößte Straßenbahnnetz in Deutschland“ erklärt Bergermann) und die Schwebebahn zu sehen sind. Wobei man Wuppertals Wahrzeichen auf besondere Weise präsentieren will: als „Schwebebahn in der Schwebebahn“.

Denn draußen vor den Ausstellungsräumen steht eine Original blau-orangefarbene Version des GTW 72, des Geländetriebwagens, der 1972, also vor genau 50 Jahren, in Betrieb genommen wurde. Dieses Exemplar hatten Bergermann und Clasen im Juli 2020 erworben und in der Oehder Straße 19a aufstellen lassen. In diesem Wagen wird demnächst eine Nachbildung der westlichen Schwebebahnstrecke mit der Stelle, wo das Gerüst die Wupper verlässt und über die Kaiserstraße in Vohwinkel führt, zu sehen sein. Die Sitze im Waggon sind sorgfältig ausgebaut worden und sollen in der geplanten Gastronomie der zukünftigen Ausstellung als stilgerechte Bestuhlung dienen. Da auch die vor 60 Jahren stillgelegte Barmer Bergbahn Bestandteil der Wuppertaler Verkehrsgeschichte ist, wollen Andreas Bergermann, Reinhard Clasen und ihre Mitstreiter ebenfalls zeigen und erhielten dafür vom Verein Barmer Bergbahn leihweise das Modell zur Verfügung gestellt.

Neun engagierte Männer (neben den beiden Geschäftsführern noch Stefan Becker, Thomas Felinks, Ingolf Hanning, Udo Kotterheidt, Stephan Löwerund Christoph und van den Loo) aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen sind im Wumila fast täglich bei der Arbeit und widmen sich auch einer Schauanlage des Döppersbergs aus der Zeit zwischen 1970 und 1980, die einst auch im Pavillon am alten Döppersberg zu sehen war, dann aber nicht sehr pfleglich abgebaut wurde. „Die wurde zersägt, gewissermaßen gevierteilt“, so Andreas Bergermann, „die müssen wir erst mal restaurieren“, so Clasen.

Erheblich robuster und handfester wirkt da die Anlage der Rhätischen Eisenbahn aus der Schweiz, die im Maßstab 1:22,5 aufgebaut ist und vor allem für die jüngsten Besucher eine Attraktion sein soll. „Die großen Wagen, die auch durch einen großen Bergtunnel fahren, sind sicher das Richtige für Kinder“, ist sich Clasen sicher. Die Schweiz mit ihren Gebirgszügen und den Eisenbahnen, die atemberaubende Landschaften durchqueren, ist für alle Modellbauer eine reizvolle Herausforderung. Schroffe Felsen, tiefe Täler und Brücken in Helvetia sind auch im Miniwunderland zu sehen.

Mal fantasievoll, mal möglichst originalgetreu wie beim Beispiel Lötschtalbergbahn und Bietschtalbrücke, die sich von einem Massiv zum anderen schwingt. Was die Höhe angeht, kann die 107 Meter hohe Müngstener Brücke da auch durchaus mithalten. Sie wurde vor 125 Jahren eröffnet und ihre Integration in zwei Anlagen-Systeme ist Gegenstand besonderer Kreativität des Wumila-Teams: Die Gleisanlage in 2,29 Metern Höhe befindet sich im Ausstellungsraum 1,23 Meter über dem gedachten Talboden, was einer maßstabgerechten Höhe von 107 Metern über der Wupper entspricht.

Damit die Züge diese Höhe erreichen, wurde eine „Gleiswendel“ angefertigt, die sich in einer zehnstufigen Spirale nach Art einer Wendeltreppe nach oben bewegt und die Modellbahnen auf diese Weise in die Höhe bringen soll. Acht Bahnanlagen sollen präsentiert werden. Aber bis dahin ist noch sehr viel zu tun. Die Kosten werden von privater Seite getragen. Genau wird die Investitionssumme nicht verraten, aber wenn man beim Schätzen eine sechsstellige Summe ins Spiel bringt, gibt es keinen Widerspruch. Die Fertigstellung der Anlagen ist die eine, die Baugenehmigung zu Ausstellungszwecken und die Lizenz für die dazu gehörige Gastronomie eine andere Seite. „Aber, wir hoffen, dass wir hier möglichst vor Weihnachten noch Besucher begrüßen zu können“, geben sich die beiden Geschäftsführer optimistisch.

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