Wegen Beleidigung der Landesverwaltung?

Wuppertaler Uni entbindet Dozenten von seinen Aufgaben

Ein Dozent der Wuppertaler Universität darf nicht mehr lehren. Studierende protestieren.
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Ein Dozent der Wuppertaler Universität darf nicht mehr lehren. Studierende protestieren.

Ein Dozent der Wuppertaler Universität darf nicht mehr lehren. Studierende protestieren.

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Die von einem bestimmten Dozenten angebotenen Lehrveranstaltungen „können leider nicht fortgeführt werden“, heißt es nüchtern auf der Internetseite der Universität. Man sei bemüht, den betroffenen Studierenden Plätze in anderen Lehrveranstaltungen anzubieten. Näher erklärt wird der Ausfall der Lehrveranstaltungen nicht.

Seinen Studierenden soll der Wissenschaftler geschrieben haben. In einem Mailtext, der von ihm stammen soll und der Redaktion vorliegt, ist die Rede von einem „großen Fauxpas“: Er habe im Affekt Angehörige der Landesverwaltung mit beleidigenden Äußerungen beschimpft. Obwohl er sich sofort entschuldigt habe, sei er nun von seinen Aufgaben entbunden, weil sein Verhalten der Vorbildfunktion eines Dozenten nicht angemessen sei. Dem stimme er zu. Aber es tue ihm für die Studierenden leid, die bei ihm Punkte erwerben wollten.

Universitätsrektor Lambert T. Koch bestätigt die Entbindung des Dozenten von seinen Aufgaben, erklärt aber, er könne sich zu Gründen und Umständen nicht äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. Sie würden aber einen solchen Schritt keineswegs nur wegen einer Meinungsäußerung gehen. Er weist darauf hin, dass es nicht um einen fest angestellten Mitarbeiter, sondern um einen Vertretungsdozenten gehe.

Auf eine Anfrage antwortet der Dozent, er wolle sich nicht persönlich äußern, da er bislang noch keine ausführliche Rechtsberatung hatte.

Studierende wollen die Entlassung durch eine Online-Petition verhindern, „da wir unseren Professor als höchst kompetenten, hilfsbereiten und vorbildlichen Dozierenden erleben“, heißt es auf dem Petitions-Portal. Seine Worte seien möglicherweise unangemessen, aber seine schnelle Einsicht sei doch vorbildlich. Kritik müsse möglich sein. „Darüber hinaus wird uns immerzu die Relevanz von Diskursen an unserer Universität gelehrt, also fordern wir als Studierende der Bergischen Universität Wuppertal Aufklärung und gleichzeitig unseren Professor zurück.“ In Kommentaren zur Petition wird der Dozent gelobt, weil er sich viel Mühe mit den Studierenden gebe, verständnisvoll und immer für sie erreichbar sei. 569 Personen haben die Petition bisher unterschrieben.

Die Bergische Universität hat eine neue Rektorin gewählt.

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