Das liebt der Wagenbaumeister an Wuppertal

Wimmelbild drückt Jacques Tillys Leidenschaft aus

Düsseldorfs Wagenbaumeister Jacques Tilly und sein Puzzle unter dem Wuppertaler Wahrzeichen, der Schwebebahn. Foto: Stefan Fries
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Düsseldorfs Wagenbaumeister Jacques Tilly und sein Puzzle unter dem Wuppertaler Wahrzeichen, der Schwebebahn.

Der Wagenbaumeister schwärmt über die Geschichte Wuppertals und die Eigenheiten der Bergischen Metropole.

Von Jonas Meister

Wuppertal. Seine Karnevalswagen machen jedes Jahr auch weltweit Schlagzeilen und sind für Jacques Tilly seit 1983 eine absolute Herzensangelegenheit. Dabei hat der Ur-Düsseldorfer aber nicht nur ein Herz für seine Heimat, sondern auch für das Bergische Land und speziell für Wuppertal.

Eine Stadt, die immer wieder im Zentrum von Tillys Arbeiten steht, und das hat gute Gründe: „Es gibt Städte, die bekommen ständig ihr Fett weg, wie das arme Bielefeld oder gesichtslose Städte wie Hannover. Wenn die Leute da gefragt werden, was sie damit assoziieren, dann sagen sie: ‚Och, der Schröder hat da einmal gewohnt.‘ Man hat da einfach kein klares Bild von der Stadt. Aber wenn man Wuppertal in den Mund nimmt, dann hat man direkt die Wupper und die Schwebebahn im Kopf. Die Lage im Bergischen Land, das hat immer ein positives Image.“

Eindrücke, die Jacques Tilly im Fall der Bergischen Metropole in Wimmelbildern unterbringt. Jüngst für die AWG und vor einigen Jahren für einen geplanten NRW-Kalender. Um auch kleinste Details der Stadt unterzubringen, überlässt der Wagenbaumeister hier nichts dem Zufall: „Die Recherchearbeit ist genauso wichtig wie das Zeichnen und vom zeitlichen Aufwand sogar umfangreicher.“

Das Vorgehen ist dabei immer ähnlich: „Ich schaue erst einmal, welche Facetten in der jeweiligen Stadt wichtig sind: Kultur, Politik, Wirtschaft, Architektur und Natur. Nach diesen Begriffen scanne ich die Städte immer so durch und schreibe mir auf, was wichtig ist“, erklärt Tilly, der diese Informationen in einer dicken Mappe festhält und sich auch auf ortskundige Informanten verlässt.

Die Liebe der Wuppertaler zu ihrer Stadt ist mir sehr sympathisch.

Jacques Tilly

In Wuppertal hatte er sogar zwei, die ihn mit wertvollen Tipps versorgten, „die man als Außenstehender gar nicht so kennt. Wie etwa den Ölberg, welche Treppe neben dem Tippen-Tappen-Tönchen wichtig ist oder was Vohwinkel mit einem Fuchs zu tun hat, den ich auf dem Bild integriert habe.“ Solche Details sind nicht nur für Jacques Tilly extrem bedeutsam: „Am wichtigsten ist, dass sich die Wuppertaler mit dem Bild identifizieren.“ Hier brauche es dann einen Künstler, „der das mit Herzblut macht und keinen Ignoranten, der eine schnelle Mark will.“

Tillys Passion für Wuppertal begann schon früh. So hätte er hier fast Kommunikationsdesign bei Gabriele Henkel studiert. Allerdings kam die Aufnahmebestätigung aus der Folkwangschule in Essen schneller: „War allerdings reiner Zufall, denn sonst wäre ich für viele Jahre Wuppertaler geworden oder vielleicht sogar für immer“, gesteht Tilly. „Ich hatte eigentlich schon damit gerechnet, das ich herkomme, weil mich die Stadt schon immer angezogen hat mit ihrer Eigenart. Es ist eine Stadt, die unverwechselbar ist und das macht sie zu etwas Besonderem. Und dieses Wuppertaler Flair hätte ich gerne ein paar Jahre eingeatmet.“

Besonders die Stadtgeschichte um die Frühindustrialisierung oder Persönlichkeiten wie Friedrich Engels haben es ihm angetan: „Gut, wir haben in Düsseldorf die Kö und Heinrich Heine. Aber hier gibt es halt Pina Bausch oder Johannes Rau. Und natürlich die Schwebebahn, die für Wuppertal so wichtig ist wie der Dom für Köln.“ Die Person Pina Bausch ist für Tilly dabei ganz klar seine „Lieblings-Wuppertalerin“: „Ich habe als Jugendlicher mal eine Veranstaltung mit ihr gesehen, und das hat mich bis heute sehr beeindruckt. Eigentlich kriegt man Leute die 16, 17 oder 18 Jahre alt sind nicht unbedingt für Ballett begeistert.“ Aber die Arbeit von Bausch hätte bei ihm genau das erreicht.

Insgesamt ist Tilly in den letzten Jahren bei seiner Arbeit mit der Bergischen Metropole gerade eine Sache aufgefallen: „Die Wuppertaler lieben ihre Stadt. Lokalpatriotismus gibt es überall, aber in gewissen Graden. In Köln ist der zum Beispiel absolut überdimensional und für Außenstehende oft schwer zu ertragen. Aber die Liebe der Wuppertaler zu ihrer Stadt ist mir sehr sympathisch.“

Diese Eindrücke hat Jacques Tilly in seinem Wimmelbild verarbeitet, das es als 1000-teiliges Puzzle in der Touristeninformation von Wuppertal Marketing, Alte Freiheit 23, oder als großformatige Leinwand in der Buchhandlung Klaus v. Mackensen, Laurentiusstraße 12, zu kaufen gibt.

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