Trümmerruine

Weitere Gebäudeteile drohen abzufallen

Die Trümmerruine zieht stets die Blicke vorbeigehender Passanten auf sich. Der Bauschutt wurde größtenteils abgetragen. Bisher fehlt ein Unternehmen, welches das zerstörte Gebäude stabilisiert oder weiter abreißt. Foto: Martin Lindner
+
Die Trümmerruine zieht stets die Blicke vorbeigehender Passanten auf sich. Der Bauschutt wurde größtenteils abgetragen. Bisher fehlt ein Unternehmen, welches das zerstörte Gebäude stabilisiert oder weiter abreißt.

Wuppertal: Steinweg bleibt vorerst nur einspurig befahrbar – Verfahren gegen den verstorbenen Mieter eingestellt.

Von Martin Lindner

Wuppertal. Das Mehrfamilienhaus am Steinweg 52 in Barmen, das am 1. November des vergangenen Jahres explodiert ist, muss weiter abgerissen oder abgesichert werden. Das teilte auf Nachfrage Thomas Eiting mit, Sprecher der Stadt Wuppertal. Ein Gutachten bescheinige, dass noch Gebäudeteile abzufallen drohen. Deswegen könne die Stadt auch die Straßenspur, die auf circa vierzig Metern direkt an der Ruine verläuft, nicht freigeben – wann dies der Fall sein wird, ist auch noch nicht bekannt. Der viel genutzte Steinweg ist in beide Richtungen jedoch nach wie vor befahrbar.

Es sei für den Eigentümer problematisch, auch wegen der anhaltenden Corona-Krise, ein Unternehmen zu finden, das entweder Teile des Hauses abreißt oder das Gebäude befestigt. Die Stadt könne nur eingreifen, wenn sie dem Eigentümer Untätigkeit vorwerfen könne, was vorliegend nicht gegeben sei, verdeutlicht Eiting. Die Stadt Wuppertal stehe mit ihm in Kontakt.

Wohnungen im Nachbarhaus sind unbewohnbar

Verändert hat sich seit der Explosion an der Ruine unterdessen wenig. Die seitliche Wand ist aufgerissen, als hätte man das Haus ausgeweidet. Kabel und Drähte ragen heraus, auf der ersten Etage steht ein Paar schwarzer Schuhe am abgebrochenen, gezackten Rand, als seien sie dort vergessen worden. Den Giebel des Nachbarhauses bedeckt eine blaue Plane. Die Glasfenster an der zur Straße gerichteten Hauswand sind zerborsten, die Türen des einsturzgefährdeten Gebäudes sind versiegelt.

Passanten, die vorbeikommen, richten ihren Blick wie automatisch auf das Objekt. Auf dem Straßenstück neben dem abgesperrten Bürgersteig und Parkstreifen hat die Stadt einen provisorischen Fußgängerweg errichtet.

Auch Theodorus Pozatsidis kommt mit einer Einkaufstasche vorbei. Er erklärt, dass er der Eigentümer des nebenanliegenden Hauses ist. Die Wohnungen an der Seite des Gebäudes, die am explodierten Haus anlehnen, seien nicht mehr bewohnbar. Er selbst habe ebenso seine dortige Wohnung im ersten Stock verlassen müssen. Gesagt wurde ihm, dass er im Sommer wieder einziehen könne. „Aber den Sommer welchen Jahres, weiß ich nicht“, sagt er mit einem ernüchternden Lächeln. Seine Versicherung würde für den Schaden aufkommen.

Die Ursache der Explosion liegt im zweiten Obergeschoss in der Wohnung des 39-Jährigen, der bei der Explosion ums Leben kam. Das Verfahren ist eingestellt, teilte Polizeisprecher Stefan Weiand mit. Die genaue Unfallursache lasse sich aufgrund des „hohen Zerstörungsgrads nicht zweifelsfrei klären“, so Weiand. Es gebe aber keinen Hinweis darauf, dass die Gasleitung manipuliert worden wäre.

Anfangsverdacht gegen 39-jährigen Mieter

Staatsanwalt Hauke Pahre erklärte auf Nachfrage, dass es einen Anfangsverdacht gegen den 39-jährigen Mieter gegeben habe, da zureichende Anhaltspunkte dafür vorlagen, dass er etwas mit der Explosion zu tun gehabt haben könnte. So wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gab keinen Verdacht, dass eine andere Person etwas mit der Explosion zu tun hatte. Nach dem Tod des Mieters wurde das Ermittlungsverfahren nicht weitergeführt. „Es spricht viel dafür, dass die Ursache in der Wohnung lag“, so Pahre. Ob es Absicht war oder ein schrecklicher Unfall, wird sich wohl nicht mehr klären lassen.

Der Sachverständige, der vor Ort war, erklärte, dass eine Manipulation oder ein Fehler an der Gasversorgung des Hauses ausgeschlossen werden kann. Die genaue Ursache konnte der Experte aber nicht feststellen.

Vier Katzen

Das Schicksal der vier Katzen Nala, Luzi, Kajo und Bonnie, die in dem Haus zuhause waren, hat damals viele Menschen bewegt. Die Samtpfötchen konnten unter schweren Bedingungen aus den Trümmern gerettet und an die Besitzer übergeben werden, bei denen sie noch heute Mäuse jagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Keine Impfstoffproduktion mehr in Wuppertal
Keine Impfstoffproduktion mehr in Wuppertal
Keine Impfstoffproduktion mehr in Wuppertal
Parkdeck am Döppersberg ist eröffnet
Parkdeck am Döppersberg ist eröffnet
Parkdeck am Döppersberg ist eröffnet
Erörterungstermin zum Ausbau der L 419: Anwohner wollen Aufschub erreichen
Erörterungstermin zum Ausbau der L 419: Anwohner wollen Aufschub erreichen
Erörterungstermin zum Ausbau der L 419: Anwohner wollen Aufschub erreichen
Das Gänsegeschäft läuft gut an
Das Gänsegeschäft läuft gut an
Das Gänsegeschäft läuft gut an

Kommentare