Corona-Pandemie

Wuppertaler Stadthalle ist auf dem Weg zur Normalität

Künstler Christoph Goldberg bei der Fine Arts: Diese Kunstmesse fand Anfang Oktober bereits wieder am Johannisberg statt. Archivfoto: Andreas Fischer
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Künstler Christoph Goldberg bei der Fine Arts: Diese Kunstmesse fand Anfang Oktober bereits wieder am Johannisberg statt.

Wuppertal. In Wuppertals ehrwürdiger Veranstaltungslocation gibt es wieder ein volles Programm.

Von Katharina Rüth

Sinfoniekonzert, Familienshow, Musicalgala, Krimi-Dinner oder Ü30-Christmas-Special-Party: In der Stadthalle finden wieder Veranstaltungen statt. Aber noch ist das Programm nicht so voll wie vor der Corona-Pandemie. Und vor allem bei den Tagungen und Kongressen sind die Kunden von Wuppertals guter Stube noch zurückhaltend.

„Auch wenn wir noch deutlich zurückhängen, haben wir inzwischen wieder ein volles Programm“, sagt Geschäftsführerin Silke Asbeck. „Wir gehen schon wieder Richtung Normalität.“ Ausfälle gibt es noch, weil ganze Tourneen verschoben werden. So kommt etwa Singer-Songwriter Joel Brandenstein nicht im November, sondern im Februar. Das Konzert mit der Filmmusik der Harry-Potter-Filme ist gar um ein Jahr auf den November 2022 verschoben worden.

Silke Asbeck ist optimistisch.

Silke Asbeck erklärt, die Situation auf dem Veranstaltungsmarkt sei immer noch relativ schwierig, insbesondere wenn es um internationale Künstler geht. „Das hat manchmal auch mit der Frage zu tun, ob internationale Künstler einfliegen können“, erklärt sie. Darüber hinaus herrsche teilweise noch Unsicherheit bei überregionalen Veranstaltern, weil die Regelungen in den Bundesländern sehr unterschiedlich seien. Bei abgesagten Veranstaltungen entschieden die Veranstalter, was mit gekauften Tickets passiere. Meistens würden die Tickets zurückgenommen, bei Verschiebungen behielten sie oft ihre Gültigkeit. Trotz der steigenden Infektionszahlen blickten sie positiv in die Zukunft: „Wir gehen optimistisch davon aus, dass Veranstaltungen weiter stattfinden können.“

In der Stadthalle gilt grundsätzlich die 2-G-Regel

Schwierig sei es noch bei Tagungen und Kongressen. Die Veranstalter seien vorsichtig, weil die Teilnehmer es auch seien, und fürchteten daher um die Wirtschaftlichkeit ihrer Veranstaltungen. Sie berichtet, dass gerade eine große Veranstaltung kurzfristig abgesagt wurde, weil die Anmeldezahlen nicht stimmten. „Es hatte sich nur ein Drittel der vorgesehenen Teilnehmer angemeldet.“

In der Stadthalle gilt grundsätzlich die 2G-Regel. Allerdings haben die Veranstaltungen Bestandsschutz, die zu dem Zeitpunkt bereits fest gebucht waren. Veranstalter haben dann die Wahl, ob 2G oder 3G gelten soll. „Wobei wir 2G immer als Empfehlung geben“, betont Silke Asbeck.

Wie gut die Regelung bei den Besuchern ankommt, hänge auch von der Art des Publikums ab. Bei den Sinfoniekonzerten etwa sei 2G kein Problem. Schon vorher sei ihrer Erfahrung nach das Publikum zu 90 Prozent geimpft gewesen. Sie vermutet, dass 2G bei jüngeren Leuten eher in Frage gestellt wird. Die Rückmeldungen der Besucher zeigten, „dass es sehr wohl wahrgenommen wird, dass wir das Thema Infektionsschutz als sehr wichtig erachten“. Sie erhielten zwar auch hin und wieder kritische Mails, die ihnen etwa vorwerfen „Warum spielen Sie da mit?“ Aber es gebe viel mehr positive Reaktionen. Und auch Äußerungen wie: „Je sicherer es ist, desto besser fühle ich mich.“

Konzepte für Christmas-Special-Party und Silvester-Party müssen noch genehmigt werden

Mit der 2G-Regel dürfen die Raume wieder normal genutzt werden, es ist also eine volle Bestuhlung möglich. „Letztendlich entscheidet aber der Veranstalter, ob voll, halb oder im Schachbrettmuster bestuhlt wird“, sagt Silke Asbeck.

Einschränkungen gibt es noch bei Speisen an Stehtischen. Ist das vorgesehen, wird der Zugang zum jeweiligen Raum beschränkt, es dürfen nicht mehr Menschen hinein, als an die Tische passen. Was auch nicht möglich ist: das Umhergehen etwa mit Brezel und Sekt in der Hand. „Das zufällige Treffen in der Wandelhalle dabei entfällt derzeit“, bedauert Silke Asbeck. Partys können aber wieder stattfinden. „Bei dieser Art der Veranstaltung werden wir wie ein Club oder eine Diskothek betrachtet“, erklärt die Geschäftsführerin. Sie erarbeiteten jeweils ein Hygienekonzept, das dann dem Gesundheitsamt vorgelegt wird.

Sobald die Genehmigung für das Konzept vorliegt, können weitere Detailplanungen vorgenommen werden. Sowohl für die Ü30-Christmas-Special-Party als auch für die geplante Silvester-Party werde die 2G-Regel gelten. Das Konzept sieht bis zu 3000 Leute im ganzen Haus vor, mit verschiedenen Musikstilen in unterschiedlichen Räumen. „Das junge Publikum freut sich“, ist Silke Asbeck überzeugt. „Wir gehen davon aus, dass insbesondere in diesem Jahr, die Nachfrage groß sein wird.“

Hintergrund

Hygieneregeln: Für den Einlass bei 2G müssen Besucher einen Nachweis über die Impfung oder Genesung sowie ein Ausweisdokument mitbringen. Auf den Verkehrswegen im Haus besteht eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht (OP-Maske oder FFP2-Maske). Die Maske darf am Sitzplatz abgenommen werden, wird aber auch dort weiterhin empfohlen.

Im Mai dieses Jahres waren nicht einmal 700 Gäste in der Wuppertaler Stadthalle möglich.

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