Vorhaben ist auf Kritik gestoßen

Rodung des Osterholz vorerst gestoppt

Der Wald ist besetzt - die ausgesetzte Rodung sehen die Aktivisten als Erfolg. Archivfoto: Stefan Fries
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Der Wald ist besetzt - die ausgesetzte Rodung sehen die Aktivisten als Erfolg (Archivfoto).

Die Kalkwerke halten aber an den Plänen zur Rodung fest. Aktivisten sehen die Atempause als Chance, Unterstützer für den Erhalt des Waldgebietes zu gewinnen.

Von Eike Birkmeier

Wuppertal. Etappensieg für die Aktivisten im Wuppertaler Waldgebiet Osterholz: Die geplante Rodung von fünf Hektar Waldfläche ist vorerst vom Tisch. Das haben die Kalkwerke Oetelshofen bekanntgegeben.

Hintergrund ist der immer schärfer werdende Konflikt um die Maßnahme. Wie berichtet, möchten die Kalkwerke ihre Halden erweitern und benötigen dafür Flächen im insgesamt 100 Hektar großen Waldgebiet Osterholz. Das Vorhaben stößt schon länger auf scharfe Kritik. Unter anderem besetzen Aktivisten Bäume, um eine Fällung zu verhindern. Laut Unternehmen soll der Wald aber erst einmal unangetastet bleiben.

Kalkwerke wollen „Eskalation vermeiden“

„Aufgrund der aktuell angespannten öffentlichen Diskussion zur geplanten Haldenerweiterung haben wir uns in enger Abstimmung mit dem Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal dazu entschlossen, die dafür vorgesehene Rodung zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu forcieren“, schreibt Oetelshofen in einer Stellungnahme. Ziel sei „eine weitere Eskalation zu vermeiden“. Stattdessen wolle das Unternehmen, sobald die Stimmungslage wieder eine sachliche Diskussion zulasse, nochmal die Chance nutzen, um mit allen interessierten Parteien im Dialog zusammenzukommen. „Dabei werden wir auch nochmal auf die einzelnen Punkte des Vorhabens eingehen, da wir festgestellt haben, dass darüber viele falsche Informationen in die Welt gesetzt wurden“, so Oetelshofen.

Auf Nachfrage stellt die Firma allerdings klar, dass sie grundsätzlich an den bisherigen Plänen festhalte. „Wir haben alle Alternativen umfassend geprüft“, sagt Mitgeschäftsführer Moritz Iseke. Es sei aber wichtig, zur Sachebene zurückzukehren. „Wir wollen mit dem jetzigen Stopp der Rodung Druck aus dem Kessel nehmen“, so Iseke. Frühester Zeitpunkt für eine Fällung wäre durch die Sperrfrist beim Gehölzschnitt der 1. Oktober.

„Das gibt uns eine siebenmonatige Atempause, die wir nutzen werden“, sagt Marjolein Schlüter von der Bürgerinitiative „Osterholz bleibt“. Diese wehrt sich seit Bekanntwerden der Pläne gegen die Fällung der rund 1000 Bäume. „Dass die Rodung jetzt nicht stattfindet zeigt, dass unsere Arbeit Erfolg hat“, so Schlüter. Sie habe zahlreiche Einwände bei der Bezirksregierung eingebracht und fordert ein neues Planfeststellungsverfahren.

Die Initiative begrüßt ausdrücklich einen weiteren Dialog. „Wir müssen möglichst viele Gruppen und auch die Politik mit ins Boot holen“, betont Marjolein Schlüter. Auch die Beteiligung von Oberbürgermeister Uwe Schneidewind sei ein positives Signal.

Die Gegner der Fällung verweisen auf die ökologische Bedeutung des alten Baumbestands, der vielen unter Schutz stehenden Tierarten als Lebensraum diene. Die Kalkwerke Oetelshofen betonen dagegen, dass keine alternativen Flächen für die Haldenerweiterung bereitstünden und sonst die Zukunft des mittelständischen Betriebs mit 100 Mitarbeitern gefährdet sei.

Zuletzt hatte sich der Konflikt deutlich verschärft. Aktivisten hatten auf den Hauptwanderwegen im Osterholz Barrikaden aus dicken Ästen und Stacheldraht errichtet. Damit sollte eine mögliche Räumung durch die Ordnungsbehörden verhindert werden. Bezirksbürgermeister Georg Brodmann hatte das als „martialisch“ kritisiert. „Insofern ist der jetzige Rodungsstopp eine echte Chance, um wieder zu einem konstruktiven Dialog zurückzufinden“, sagt der SPD-Politiker zur neuen Entwicklung. Grundsätzlich seien die Argumente der Bürger gegen die Fällung von „großem Ernst und großer Sachlichkeit“ geprägt.

Aktionen der Initiative Osterholz Bleibt

Am Montag (22. Februar) und am Donnerstag (25. Februar) veranstaltet die Initiative Osterholz Bleibt jeweils von 8.30 bis 16 Uhr eine Mahnwache auf dem Parkplatz Osterholzer Straße. (Waldeingang Osterholz). Genaueres auf osterholzbleibt.org

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