Brücke Prangerkotten

Bewohner von Berg erleichtert über Brückensanierung

Die richtige Brücke ist wieder für Autos freigegeben, die Behelfskonstruktion verschwunden
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Die richtige Brücke ist wieder für Autos freigegeben, die Behelfskonstruktion verschwunden.

Die Bewohner der Siedlung Berg fürchteten sich vor Eis und Schnee, jetzt können sie aufatmen.

Von Katharina Rüth

Wuppertal/Remscheid. Für die Bewohner der Siedlung Berg im Morsbachtal ist es eine große Erleichterung: Die Brücke Prangerkotten kann wieder mit Autos befahren werden. Obwohl ein Coronafall und Regen den komplexen Zeitplan durcheinanderbrachten, konnte die Stadtverwaltung Wort halten, die Brücke noch im Jahr 2021 zu reparieren. Jetzt hoffen die Bewohner, dass die Brücke auch bald wieder für Lkw freigegeben wird.

„Die Nachbarn sind alle begeistert“, berichtet Anwohnerin Carmen Jordan. „Alle haben gesagt, das ist ein tolles Weihnachtsgeschenk.“ Jetzt könnten sie wieder auf direktem Weg zum Einkaufen oder zum Arzt nach Remscheid fahren oder über die Morstachbalstraße nach Cronenberg.

Früherer Streudienst hat funktioniert

Als die Brücke gesperrt war, gab es für Autos nur die steile Straße Berg nach Sudberg hinauf und die Sorge war groß, dass Eis und Schnee diesen Weg gefährlich machen könnten. Die Bewohner fürchteten, abgeschnitten zu sein. Denn normalerweise steht die Straße zwischen Oberheidt und Morsbachtalstraße auf der Prioritätenliste des Winterdienstes nicht weit oben.

Das war aber zuletzt anders, sagt Carmen Jordan dankbar: „Was funktioniert hat, war, dass der Streudienst schon um 5 Uhr kam.“ Das hatte der Eigenbetrieb Straßenreinigung (ESW) versprochen, nachdem die Anwohner und Bezirksbürgermeisterin Miriam Scherff auf die Lage der Siedlung durch den Brückenschaden aufmerksam gemacht hatten.

Corona und Regen verzögerten die Arbeiten

Es war das Hochwasser am 14./15 Juli, das unter anderem der Brücke Prangerkotten so zugesetzt hatte, dass sie gesperrt werden musste. Der stark angeschwollene Morsbach riss Teile des westlichen Widerlagers mit, es bestand akute Einsturzgefahr. Für Fußgänger gab es schnell eine Behelfsbrücke, aber für Autos blieb nur der Weg über Sudberg.

Auch wenn es teurer als ein Neubau war, entschied sich die Stadt zur Sanierung, weil diese schneller ging. Die besondere Herausforderung war, dass unter dem Niveau des Wasserspiegels gearbeitet, dafür der Bach weggestaut werden musste. Zudem hatten die Planer mit Rückschlägen zu kämpfen: Der Start der Arbeiten verzögerte sich, weil in einer beteiligten Firma ein Coronafall auftrat, später mussten die Arbeiten wegen ergiebiger Regenfälle unterbrochen werden.

Aber insgesamt gelang es, ein Teil der westlichen Widerlagerwand mit Spritzbeton wiederherzustellen. Mit dem Einbau einer Unterwasserbeton-Sohle erhielt die Brücke ein neues Fundament. Während des Beton-Einbaus wurde zum Schutz des Gewässers gleichzeitig Bachwasser abgesaugt, um zu verhindern, dass Zement ins Bachwasser gelangt und Wasserbewohner schädigt.

Dezernent Frank Meyer erklärte zur Freigabe der Brücke: „Wir freuen uns, dass damit trotz einiger Schwierigkeiten und Rückschläge noch vor Weihnachten für die betroffenen Anwohner eine spürbare Entlastung erreicht werden konnte.“ Das sei nur dank der Unterstützung Vieler möglich gewesen, der beteiligten Unternehmen, des THW Remscheid, der technischen Betriebe Remscheid und auch der tatkräftigen Hilfe der Anwohner.

Freigabe für Lkw voraussichtlich Mitte Januar

Carmen Jordan erinnert sich, dass ihre Sorge sie die Arbeiten genau beobachten ließ: „Ich war jedes Mal an der Brücke, wenn dort gearbeitet wurde“, erzählt sie. Am Ende habe ein Mitarbeiter gesagt: „Ich mache Ihnen ein persönliches Weihnachtsgeschenk. Die Brücke ist fertig.“

Und das habe sich bereits bewährt, denn vergangene Woche musste der Notarzt kommen, der konnte wieder über die Brücke fahren. „Das war immer meine schlimmste Befürchtung, dass wegen der Brückensperrung wertvolle Minuten fehlen“, sagt Carmen Jordan.

Befahrbar ist die Brücke bislang nur für Fahrzeuge bis maximal drei Tonnen Gewicht. Der Zement im Inneren braucht noch etwas Zeit zum vollständigen Aushärten, zudem sind nach Angaben der Stadt noch einige Restarbeiten zu erledigen. Die Öffnung auch für Fahrzeuge bis 18 Tonnen ist für Mitte Januar geplant. Dann sind die Anwohner auch die Sorge los, dass widrige Wetterbedingungen die Anfahrt der Müllabfuhr und Grubenentleerung verhindern.

Ortschaft Berg

Berg liegt im Osten von Sudberg auf 130 bis 160 Meter über NHN im Morsbachtal. Ursprung waren vier Schleifkotten, der letzte wurde bis 1974 betrieben. 

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